Happy Halloween – Geister, Kürbis, trick or treat

Von Sonja Lövenich

Sie kommen immer, wenn der Weltspartag vorbei ist und Allerseelen noch nicht war: die geheimnisvollen Geister und mysteriösen Schattengestalten, die endgültig die dunkle Jahreszeit einläuten. Genauer gesagt treiben sie ihr Unwesen in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November. Der folgende christliche Tag „Allerheiligen" lässt dann allerdings keinen Zweifel mehr daran, dass die Dämonen besiegt sind.

Ja - Halloween steht wieder vor der Tür. Wie bei vielen Ereignissen unserer abendländischen Kultur, überschneiden sich auch hier christliche und heidnische Ursprünge. Die exakte historische Wurzel ist unklar. Jedenfalls brachten irische Einwanderer vor rund 200 Jahren ihren Brauch mit nach Amerika, bei dem sie am Allerheiligen-Vorabend ihrer Heiligen mit „All Hallows Eve" gedachten.

Die erfinderischen Amerikaner mixten die Festlichkeit mit dem Gedenken an verstorbene Seelen und gaben dem Ganzen einen schaurigen Rahmen, der in die jahreszeitliche Atmosphäre von dunklen Tagen und langen Nächten passt. Nachdem die Franzosen Ende der 1990-er Jahre plötzlich auf den Geschmack gekommen waren, begann auch in Deutschland das Halloween-Fieber mit seinen obligatorischen Zutaten Kürbisse, Knochen und Blut.

Kleine Monster

Die Kürbisse, die es heute in jeder Farbe, Form und Größe gibt, sind die Alleskönner unter den Zutaten zum Halloween-Vergnügen. In einer Schale bunt und lustig mit ein paar Zweigen und roten Beeren dekoriert, begrüßen sie Besucher an der Eingangstür. Ausgehöhlt, mit Schlitzaugen und einem höhnisch grinsenden Mund versehen, dienen sie als Lampions beim unheimlichen Treiben der kleinen und großen Halloween-Geister.

Die Kids lieben es auch, sich selbst als Kürbis zu verkleiden und mit leuchtend orangefarbener Haarpracht vor den nachbarlichen Haustüren nach schmackhaften Kleinigkeiten zu fragen, denn „trick or treat" lautet die Devise. Übersetzt: Gib mir was zu naschen oder ich verwandle mich in ein kleines Monster. Die Kostüme der Kleinen dürfen deutlich machen, dass sie aus der Welt der Untoten kommen. Furchterregende schwarze Vampire mit Flügeln und blutbefleckten Zähnen, Skelette mit aschfahlem Gesicht und Totenköpfe im Gespenster-Outfit gehören zu den Rennern.

Die Stunde der Frauen

Doch daran hat nicht nur der Nachwuchs Spaß. Ganze Familien machen Halloween zu einer Party und trotzen mit dem fröhlichen Verkleidungsspiel kälter werdenden Temperaturen. Nun kommt das kreative weibliche Gehirn zum Einsatz. Es nutzt selbst diese Gelegenheit, seine Besitzerin von ihrer schönen Seite zu zeigen. Ein schwarzes Kostüm mit leuchtenden Knochen schmeichelt so mancher Figur, und der knallrote Lippenstift dazu, der hier und da auch für ein paar Blutspritzer verantwortlich zeichnet, lässt Frau sich als Vampir richtig wohlfühlen.

Die schwarze Spinne kriecht dekorativ über den wallenden Ärmel der Magierin in Mitternachtsspitzen. Möchte das Töchterchen lieber eine zarte und elegante Märchenfee sein als eine grimmige Hexe? Und einen Zauberstab halten, statt auf einem Besen reiten? Kein Problem - Halloween ist für jede Fantasie offen.

Noch etwas für den Magen

Kinder lieben Blutsauger in jeder Form, seien sie aus Nudel- oder Plätzchenteig. Als passende Abrundung passen Ketchup oder Kirschsoße.

Für die Erwachsenen bietet sich von der Kürbissuppe bis zum Wildragout mit Kürbismus alles an.

Als Nachtisch: Eierlikör mit einem Klecks Erdbeerkonfitüre. Nennt sich an Halloween allerdings Eiter mit Blut.

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