Handwerkskunst aus Linz: frauklarer im Interview

das Design-Label frauklarer im Interview

Ausgeklügelte und zugleich raffinierte geometrische Wohnaccessoires und Schmuckstücke aus zementbasierten Materialien – das ist frauklarer aus dem österreichischen Linz. Auf monochrome stellt sich Klara Schuster, der kreative Kopf hinter dem Label, vor und ermöglicht spannende Einblicke hinter die Kulissen ihrer Selbständigkeit.

In ihrer Werkstatt rührt Klara Schuster, die Macherin hinter dem österreichischen Label frauklarer Beton an und verarbeitet das Trend-Material Jesmonite, ein Verbundwerkstoff auf Wasserbasis aus der Bauindustrie. Aus den Naturmaterialien entstehen Wohnaccessoires und Schmuckstücke, die mit ihrer Einfachheit und Schlichtheit begeistern. Doch Minimalismus war noch nie so laut – geprägt von puristischer Formensprache und klaren Linien strotzen die Objekte nur so vor Präsenz. Jedes Produkt ist handgefertigt, mit kleinen materialbedingten Unregelmäßigkeiten, die den Stücken ihren einzigartigen und anziehenden Charakter verleihen. Ob als Pflanzentopf, Vase, Gefäß für Küchen- oder Badutensilien, alle Produkte sind zudem multifunktional und passen sich dem Alltag und den Bedürfnissen ihrer Kunden an.

das Design-Label frauklarer im Interview

Angefangen hat alles 2014 mit dem Material Beton, doch mittlerweile verarbeitet Klara längst auch andere Materialien und teilt ihr Wissen und Können in eigenen Workshops. Wem Linz zu weit ist, kann sich das „makers gonna make KIT“ nach Hause liefern lassen, ein DIY-Kit mit dem man zwei Terrazzo-Untersetzer aus dem Trendmaterial Jesmonite wie ein Profi selbst herstellen kann. Neugierig geworden? In einem spannenden Frage-Antwort-Spiel, erlaubt Klara im folgenden Interview einen Blick hinter die Kulissen ihres Labels und spricht über ihre Leidenschaft, ihre Selbstständigkeit und ihre Pläne.

das Design-Label frauklarer im Interview

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Erzähl doch mal, wer bist du und was machst du? 

Mein Name ist Klara Schuster, ich komme aus Österreich/Linz und stelle vereinfacht gesagt Wohnaccessoires wie Vasen und Übertöpfe aus zementbasierten Materialien her. Wobei ich neben meinen regulär erhältlichen Produkten auch Spezialanfertigungen für Firmen und Workshops für handwerklich Interessierte in meinem Studio anbiete. 

Woher kommt deine Liebe für Handgemachtes aber vor allem für das Material Beton? 

Die Liebe zum Handwerk hab ich wohl von meinem Papa vererbt bekommen; wir haben schon damals in meiner Kindheit wochenlang an der Herstellung eines perfekten Hamsterkäfigs getüftelt und gewerkelt. Das „etwas herstellen mit den eigenen Händen“ hat mich irgendwie nie losgelassen, in meiner Wohnung war immer ein größerer Bereich als Werkstatt okkupiert. Gussmaterialien wie Gips, Ton oder Harze haben mich in meiner Ausbildung zur Grundschullehrerin total interessiert und so bin ich über Umwege zum Material Beton gekommen. 

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Wann kam der Punkt an dem du dich getraut hast, dich mit deiner Kreativität selbständig zu machen? 

Anfänglich habe ich alles neben meinem damaligen Beruf als Lehrerin versucht unter einem Hut zu bringen. Das war gar nicht so einfach, mein Anspruch eines perfekten Gesamtauftritts war sehr hoch. Angefangen von Produktfotos, Packaging, Webshop und alles was dazugehört hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Dieses „zweigleisig fahren“ hat sehr viel Energie gekostet und schlussendlich habe ich 2016 dann beschlossen meinen Beruf als Lehrerin zu beenden und mich komplett mit frauklarer selbstständig zu machen. 

Du hast dein Label 2014 gegründet. Was ist seitdem alles passiert? 

Ich habe damals in einem kleinen Coworking-Studio gearbeitet und hatte nicht mehr als 10m2 zu Verfügung. Mittlerweile bin ich schon zweimal umgezogen, habe mehrere Kollektionen rausgebracht und habe eine fleißige Mitarbeiterin. Ich verkaufe meine handgefertigten Produkte online und in ausgewählten Shops verteilt um die ganze Welt. 

„Als Selbständige fühle ich mich oft wie ein Oktopus, der mit seinen Tentakeln alles versucht zu meistern.“

Was war bei der Gründung deines Labels besonders herausfordernd?

Für mich als handwerklich begeisterte Person war und ist es bis heute sehr herausfordernd die Bürokratie hinter einem Einzelunternehmen zu meistern. Angefangen bei der Buchhaltung, die alle drei Monate verstreut auf meinem Fußboden verzweifelt und fluchend von mir sortiert wird, bis hin zur Preiskalkulation meiner Stücke. Als Selbständige fühle ich mich oft wie ein Oktopus, der mit seinen Tentakeln alles versucht zu meistern. 

Welchen ultimativen Tipp würdest du jemandem geben, der seine Leidenschaft zum Beruf machen möchte? 

Es gehört natürlich ein ordentliches Stückchen Mut dazu sich selbständig zu machen. Mein Tipp: nicht die Geduld verlieren, dran bleiben – anfänglich kann es oft ein holpriger Weg sein und nicht alles funktionieren so wie man es sich ausgemalt hat. Wichtig ist es auch mal Nein zu Dingen zu sagen und sich seine Wochenenden für Freizeit zu nehmen. Man läuft oft Gefahr, obwohl es einem irre viel Spaß macht, dass man sein Privatleben vergisst und ich muss nicht an einem Samstag oder Sontag Mails beantworten. 

„Wichtig ist mir mit Shops und Menschen zusammen zu arbeiten, die die Geschichte und das Handwerk dahinter schätzen und nach außen kommunizieren können.“

Gibt es etwas, was du im Nachhinein anders machen würde? 

Mir war anfänglich total wichtig die Marke groß zu machen und wollte in so vielen Shops wie möglich vertreten sein. Ich bin damals sogar zwei Mal auf einer der größten B2B Messen die „Maison et Objet“ in Paris gefahren und habe dort ausgestellt. Ich habe irre viel Energie und Geld da reingesteckt und heute bin ich der Meinung, dass handgefertigte Produkte wie meine eine Geschichte haben, die in den großen Shops zwischen den Regalen oftmals untergeht. Keiner erzählt, dass diese Stücke mit meinen zwei Händen liebevoll und mit viel Zeit und Geduld in Österreich hergestellt wurden. Wichtig ist mir jetzt nur mit Shops und Menschen zusammenzuarbeiten, die die Geschichte und das Handwerk dahinter schätzen und auch nach außen kommunizieren können. 

das Design-Label frauklarer im Interview

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Wie bist du auf die Idee gekommen dein eigenes Studio/Werkstatt zu eröffnen? 

Das Arbeiten mit Beton gestattet es in meinem Fall nicht von zu Hause aus zu arbeiten, deshalb war es ziemlich schnell klar für mich, dass ich eine Werkstatt benötige. Ich glaube schon ein paar Monate nachdem ich frauklarer gegründet habe, war ich schon in einem Coworking-Studio eingemietet. Seit 2017 habe ich mein eigenes Studio und bin damit total zufrieden. Ich habe ein wunderschönes Schaufenster und die räumliche Aufteilung ist einfach perfekt. 

Hast du persönlich ein aktuelles Lieblingsprodukt? Wenn ja welches? 

Ich liebe es wenn Leute zu mir ins Studio kommen und an meinen Workshops teilnehmen. Letztes Jahr habe ich so viele Nachrichten über Instagram erhalten, dass die Workshops so spannend aussehen und wären sie in Österreich zuhause, würden sie so gerne daran teilnehmen. Da bin ich auf die Idee gekommen ein Kit zu entwickeln, dass den Workshop zu dir nach Hause kommen lässt. Das „makers gonna make KIT“ enthält alles was man benötigt, um Terrazzo-Platten aus Jesmonite selber herzustellen. Ich bekomme wirklich sehr positives Feedback bezüglich dieses Kits, deshalb ist es gerade mein Lieblingsprodukt. 

Woran arbeitest du gerade und was sind deine Pläne für die Zukunft? 

Ich arbeite immer wieder an neuen Workshops, die ich in meinem Studio regelmäßig anbiete. Zudem tüftle ich schon seit längerem an einer neuen Schmuckkollektion aus Jesmonite. Ich hoffe ein Launch geht sich noch vor dem Sommer aus, denn ich bin schwanger und erwarte im August unser Baby. 

Danach wird es vermutlich um frauklarer für einige Zeit etwas ruhiger, aber wie ich mich kenne wird es nicht lange dauern und ich stehe wieder in meinem Studio und mach mir die Hände schmutzig. 

Wo kann man deine Designs kaufen? 

Online unter www.frauklarer.com und falls es jemanden mal nach Linz verschlägt, freue ich mich jederzeit über Besuch. 

das Design-Label frauklarer im Interview das Design-Label frauklarer im Interview

Lust auf mehr? Dann schaut doch schnell auf die Webseite (klick hier) und stöbert durch die wunderbaren Kollektionen. News und Bilder zu den Workshops, den Arbeiten und dem Label findet ihr auf Instagram unter @frauklarer. Klara freut sich dort auf euch!

© Bilder von frauklarer

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