„Hals-und Beinbruch“ – Verletzungen und Überlastungen im Reitsport

„Hals-und Beinbruch“ – Verletzungen und  Überlastungen im Reitsport

Die charakteristische Besonderheit in allen Reitsportdisziplinen stellt die Beziehung zwischen Mensch und Tier als Sportpartner dar. Je nach Disziplin werden verschiedene Eigenschaften des Pferdes schwerpunktmäßig genutzt.

Reiten erfordert neben der Beherrschung der Technik ein hohes Maß an Pferdekenntnis, Erfahrung und Einfühlungsvermögen. Ein gutes reiterliches Können zeichnet sich u.a. durch ein harmonisches Bewegungsbild zwischen Reiter und Pferd aus.

Die Belastungsanforderungen an den Bewegungsapparat des Reiters sind dabei durch die dreidimensionalen Bewegungen des Pferdes gekennzeichnet .Eine gute Reittechnik erfordert in Bezug auf den Stütz- und Bewegungsapparat eine gute Propriozeptions- und Gleichgewichtsfähigkeit, und ein hohes Maß an muskulärer Rumpfstabilisation und Körperspannungsfähigkeit , sowie Kraftausdauerfähigkeit der Beinmuskulatur mit guter funktionelle Bewegungsfähigkeit der Gelenke des Hüft-und Beckenbereiches.

Je nach Gangart (und Schnelligkeit) variieren die Rückenbewegungen des Pferdes, die der Reiter mit einer dann jeweils erforderlichen muskulären Fähigkeit harmonisch ausgleichen muss. Der Reitsport rangiert nach Langzeitanalysen mit einer Verletzungshäufigkeit von 1 % auf Rang 15 der verletzungsgefährdendsten Sportarten und 1/4 aller tödlichen Sportverletzungen treten immerhin auch im Reitsport auf .Man schätzt das Verletzungsrisiko grob auf 1 Reitunfall pro 1.000 Ritte und es entstehen mehr schwere Verletzungen durch Stürze beim Reiten als durch den direkten Umgang mit Pferden. Selbstverständlich sind unter den Reitern mehr junge Frauen und diese sind daher auch häufiger betroffen (68 % bis 85 %).

Es existieren reitspezifische Unfallmechanismen mit typischen Verletzungsmustern und je nach Reitdisziplin resultiert auch unterschiedliches Verletzungsrisiko. Sturztypische Verletzungen betreffen überwiegend die obere Extremität. Nach Unfallstatistiken sind doch häufig (34 %) Schädel- und (17 %) Wirbelsäulenverletzungen und Schulter/Ellenbogen beteiligt.

Aber die Weichteilverletzungen und kleinere Frakturen überwiegen insgesamt in der Verletzungsstatistik. Vor allem Schürf-/Quetsch-/Biss-und Prellverletzungen können häufig auftreten. Aber auch Luxationen/Bandverletzungen und Frakturen besonders Arm/Hand sind gehäuft. Selbstverständlich korreliert Verletzungsrisiko wie bei vielen anderen Sportarten immer auch mit der Unerfahrenheit / Unkenntnis des Reiters. Sicherlich ist der Ausbildungsweg zum gestandenen Reiters/in ein langer und schöner Weg. Zweifelsfrei wird es in der Laufbahn eines Reiters(in) aber fast nie ohne Verletzungen ausgehen. Tatsache ist aber auch das, das individuelle Risiko sich sicherlich deutlich reduziert , wenn in der Ausbildung zum Reiter/in eine engmaschige geschulte Betreuung von Anfänger bis Leistungssportler standardisiert ist, und auch die Einhaltung von richtigen Verhaltensmaßnahmen und erlernten Bewegungsmustern beachtet und eingehalten wird.

Natürlich trägt auch die richtige Ausrüstung zur Reduzierung von Verletzungsfolgen im Reitsport bei. Daher muss auch der vorbeugende Apell sein, möglichst wirklich alle beeinflussende Komponente zu optimieren um das zweifelfrei doch häufige Verletzungspotential/Häufigkeit zu reduzieren. Also: Reiten lernen immer unter fachmännischer Betreuung und auf allen Ausbildungsebenen vom Anfänger bis zum „Profi“. Optimale Ausrüstung mit Helm, Reiterhandschuhen und Spezialschuhen ist Grundlage, sowie Schulungen im Umgang mit Reitmaterialien und letztendlich auch die Wahrnehmung von Pferd und Reiter als Einheit in der Umwelt im Pferdesport zu standardisieren. Überlastungserscheinungen durch Reiten? Prinzipiell wohl eher beim Pferd als beim Reiter!

Durch die verschiedene Reitbewegung kommt es eher zu günstigen mobilisierenden und kräftigenden Auswirkungen auf den gesamten Stütz- und Bewegungsapparat als zu Überlastungserscheinungen. Letztendlich sind bei dem allein in Deutschland fast regelmäßig 1,5 Millionen Reitsporttreibenden Menschen nachteilige chronische körperliche Folgen fast ausgeschlossen. Vielmehr hat der Reitsport mit der einmaligen Möglichkeit der Symbiose von Mensch und Lebewesen/Natur, sich auch im Rehabilitations- und Behindertensport und anderen sozialen Tätigkeitsfeldern durchgesetzt.

Autor:
Über Dr. Marco Seita
Der Arzt auf Mallorca für Ihre medizinischen Fragen und Probleme. Der Orthopäde & Sportmediziner, Facharzt Dr. Marco Seita, ist der Spezialist in Sachen Gesundheit auf Mallorca. Er deckt mit seinem eng kooperierenden Spezialisten im Praxisteam das gesamte Spektrum der Orthopädie bei MediSport-mallorca in Bendinat ab. Neben einem weiten Angebot konservativen Anwendungsverfahren steht auch eine Vielzahl modernster operativer Möglichkeiten auf höchstes medizinisches Niveau zur Verfügung.

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Ihr Sportmediziner und Orthopäde/Traumatologe auf Mallorca und Radfahrer Doktor Marco SEITA im Institut MediSport-Mallorca

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