GuluWalk 2011

GuluWalk 2011

BERLIN. (hpd) Sams­tag um elf schien die Sonne. Auf dem Alex­an­der­platz wurde die Bühne für die Freiheit-statt-Angst-Demo gezim­mert; auf der ande­ren Seite der Stra­ßen­bahn­ge­leise for­mierte sich eine Demo für bes­sere Bil­dung in Ber­lin. Vom Nep­tun­brun­nen her trug der Wind afri­ka­ni­sche Klänge über den Platz vor dem Roten Rat­haus: Der Gulu­Walk 2011 sam­melte sich.

Auf dem Boden lag eine weiße Stoff­bahn, die sich im laufe der Zeit mit immer mehr roten Hand­ab­drü­cken füllte. Diese “Red Hand” Aktion von terre des hom­mes hat bereits Tra­di­tion beim Ber­li­ner Gulu­Walk. Wie auch im letz­ten Jahr wurde die Stoff­bahn spä­ter beim eigent­li­chen Marsch als Trans­pa­rent getragen.

Der Gulu­Walk erin­nert an die Kin­der, die welt­weit als Sol­da­ten miß­braucht wer­den.1 Und es war erfreu­lich zu sehen, dass die Hälfte der Ver­sam­mel­ten Kin­der waren. Vor allem Schü­ler aus Lebenskunde-Gruppen, die inner­halb des Unter­richts sich über Kin­der­rechte infor­mier­ten. Viele von Ihnen tru­gen selbst­ge­machte Pla­kate und Pos­ter. Eine Gruppe trom­melte. Und rote Hände hat­ten sie alle — auch der eine oder andere Lehrer.

Doch erst ein­mal wurde getrom­melt, gere­det und die Pla­kate zurecht­ge­rückt. Erst gegen 12 Uhr zogen die gut 200 Teil­neh­mer auf ver­schlun­ge­nen Wegen in Rich­tung Mau­er­park. Dort ange­kom­men gab es neben Musik und eini­gen Reden auch Info­stände der betei­lig­ten Orga­ni­sa­tio­nen. Und es gab Kaf­fee und Kuchen. Die dabei ein­ge­nom­men­den Gel­der kom­men einem Pro­jekt von der Peace and Deve­lop­ment Foun­da­tion in Gulu selbst zur Reinte­gra­tion von heim­ge­kehr­ten Kin­der­sol­da­ten zu Gute.

Bereits am Start am Nep­tun­brun­nen wur­den die Kin­der auf­ge­for­dert, inner­halb eines Quiz ein paar Fra­gen zu beant­wor­ten. Die Aus­wer­tung nah­men die Aus­rich­ter (Welt­frie­dens­dienst) vor. Die Preise wur­den von einem der Schirm­her­ren des Gulu­Walk Ber­lin Johnny Strange (Cul­cha Can­dela) übergeben.

Was bleibt vom Gulu­Walk 2011? Es waren mehr Men­schen dabei als im letz­ten Jahr. Die Stim­mung war — trotz des erns­ten Hin­ter­grunds — aus­ge­las­sen und gut. Die Sonne warm, Inter­es­sierte blie­ben ste­hen, hör­ten zu und infor­mier­ten sich… Ich denke, es ist der Eine oder Andere dar­auf auf­merk­sam gewor­den, worum es den Ver­an­stal­tern ging: dass es ein Ver­bre­chen (der Erwach­se­nen) ist, Kin­der zu Sol­da­ten zu machen.

Wir sehen uns im kom­men­den Jahr wie­der. Viel­leicht ist einer von denen dabei, denen ein Flyer in die Hand gege­ben wurde.

[geschrie­ben für den hpd]

  1. siehe auch: http://hpd.de/node/11548

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