Guatemala für Anfänger – alles was du für deine Reise wissen musst

Guatemala ist nach Kuba, Mexiko und Belize bereits das vierte Land auf unserer Reise und wieder einmal ein Kontrastprogramm zu den vorherigen.

Eine tief gespaltene Bevölkerung aus Indigenen und Latinos prägt das Land. Neben einer bewegenden Geschichte und den bis heute starken Einflüssen diverser Maya-Kulturen ist die Natur in Guatemala einzigartig und weiß einen sprachlos zu machen.

Ein wundervoller Sonnenaufgang von der Nariz del IndioDichter Dschungel, rauchende Vulkane, der tiefste See Zentralamerikas, pazifische Küste und die wilde Karibik – dies alles bekommt man auf einer Fläche von gerade einmal knapp über 109.000 Quadratkilometern geboten. Wir konnten uns nach sechs Wochen nur schwer von Guatemala losreißen, das uns sehr ans Herz gewachsen ist.

Unsere Route durch Guatemala

Flores

Zwei Boote auf dem Lago Peten in FloresVon San Ignacio aus kommend steuerten wir zuerst die kleine Inselstadt Flores an, die über eine Brücke mit Santa Elena verbunden ist. Die Lage direkt am Petén-Itza-See ist malerisch und von Flores aus kann man perfekt einen Ausflug zu den Maya-Ruinen von Tikal organisieren.

Marie blickt sitzend über TikalDiese fanden wir bisher von allen Maya-Ruinen am beeindruckendsten. Da wir uns richtig fies den Magen verdorben haben, fristeten wir einige Tage ein tristes Dasein in unserem Hotelzimmer.

Semuc Champey

Verschiedene Pools von Semuc ChampeyDie Anreise nach Semuc Champey ist abenteuerlich, lang und holprig. Ihr solltet diesen magischen Ort jedoch auf keinen Fall verpassen! Türkisfarbene, natürliche Pools und schier unbegrenzte Möglichkeiten Abenteuer zu erleben, machten Semuc Champey zu einem unserer Lieblingsorte in Guatemala.

Bruecke auf dem Weg nach Semuc ChampeyWer in ein bestimmtes Hostel möchte, sollte hier lieber vorreservieren, da bei unserer Ankunft (obwohl wir in der Nebensaison gereist sind) fast alles ausgebucht war!

Antigua

Torbogen Arco Santa Catalina in AntiguaBunte Kolonialhäuser und eine vulkanische Umrahmung. Antigua ist wohl das Epizentrum des Tourismus in Guatemala.

Blick vom Cerro de la Cruz auf AntiguaDas malerische Städtchen mit seiner pulsierenden Kulturszene hat es auch uns angetan und verbringt man einige Zeit dort, kommt man auch leicht mit Einheimischen ins Gespräch. Auch kann man von Antigua aus Wanderungen zu diversen Vulkanen unternehmen.

Der Lago Atitlan

Blick vom See auf San Pedro la Laguna.Die längste Zeit verbrachten wir in San Pedro la Laguna am Lago Atitlan. Dort drückten wir zwei Wochen die Schulbank, verbesserten unser Spanisch und lebten bei einer Gastfamilie. Sogar eine Quinceañera konnten wir miterleben.

Die Frauen auf der QuinceañeraWährend das Gebiet nahe des Sees als Gringolandia bekannt ist, kann man das echte Leben in dem traditionellen Dorf beim Besteigen des Hügels erleben.

Chris springt von der Plattform in San Marcos am Lago de AtitlanAuch ein Besuch der anderen Dörfer des Sees sollte nicht verpasst werden. Die Dörfer unterscheiden sich stark voneinander und jedes bietet so seine Vorzüge.

Rio Dulce

Weg zu unserer Unterkunft am Rio DulceAn der karibischen Seite des Landes liegt Rio Dulce. Zahlreiche Unterkünfte befinden sich hier im satten Dschungel und können nur per Boot angesteuert werden. Tolle und günstige Ausflugsmöglichkeiten im Umland gibt es zu Hauf!

Wasserfall Finca Paraiso nahe Rio DulceDas karibische Flair dort unterscheidet Rio Dulce stark von den anderen Destinationen, die wir besucht haben. Außerdem liegt es schon recht nahe an der Grenze zu Honduras und eignet sich demnach gut für eine Weiterreise.

Transport in Guatemala

Transport Guatemala Chickenbus und Tuk-TukOb Chickenbus, Reisebus, Minibusse, Tuk-Tuks oder Touristenshuttle – in Guatemala gibt es alles! Während die komfortablen Reisebusse eher im Norden und Osten des Landes verkehren, findet man die anderen Fortbewegungsmittel im ganzen Land wieder.

In Guatemala waren wir recht bequem unterwegs und benutzten meistens die Touristenshuttle. Diese sind zwar teurer, als die anderen Transportmöglichkeiten, haben aber drei bedeutende Vorteile: sie sind schneller, man kann sein Gepäck verstauen und die Sicherheit ist dort am höchsten.

Bunter Chickenbus in GuatemalaDie Straßen in Guatemala waren bisher die schlechtesten unserer Reise und wir brauchten teilweise über eine Stunde für zehn Kilometer. Natürlich gehört die Fahrt eines Chickenbusses irgendwie dazu, aber um sich einiges an Stress zu sparen würden wir eher kurze Fahrten und mit wenig Gepäck empfehlen.

Unterkünfte in Guatemala

Der gemütliche Gemeinschaftsbereich vom ZoolaMeistens schliefen wir in Hostels oder einfachen Hotels. Ein Bett im Dorm gibt es im Schnitt für fünf bis sechs Euro, manchmal auch etwas günstiger. Airbnb und Couchsurfing sind bisher nicht so weit verbreitet.

Essen in Guatemala

Herstellung der Tamalitos de Chipilin, ein traditionelles Essen in Guatemala
Mais ist die Hauptzutat des Essens in Guatemala. Dies hängt auch stark mit dem Glauben der Maya zusammen, die davon ausgehen, dass der Körper aus Mais besteht. Zu einem klassischen Gericht gehören Tortillas, Reis und Bohnen und meistens ein Stück Fleisch.

Streetfood in FloresTamalitos de Chipilin konnten wir in San Pedro probieren uns sogar im Rahmen unseres Spanischkurses selbst herstellen. Zu feierlicheren Anlässen gibt es die größeren und üppigeren Tamales. Auch Ceviche und Gerichte, die wir bereits in Mexiko kennengelernt haben wie Tacos, Tortas und Gringas, findet man überall. Es wird viel Kaffee getrunken, der auch zum Abendessen gereicht wird. Für Erwachsene und Kinder.

Sicherheit in Guatemala

Es schadet bestimmt nicht ein paar zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Die meisten touristischen Destinationen gelten als recht sicher. In Guatemala sind Schusswaffen weit verbreitet. Eine Nachwehe des offiziell erst 1996 beendeten Bürgerkrieges.

Auch Bandenkriminalität macht insbesondere Guatemala City zu einem gefährlichen Pflaster. Man sollte sich jedoch durch die Sicherheitshinweise nicht verrückt machen lassen. Wir hatten ein, zwei etwas merkwürdige Situationen, aber letztendlich ist nichts passiert. Unbedingt auf die Hinweise der Ortsansässigen achten! Diese wissen meistens am besten über die aktuelle Situation vor Ort Bescheid!

Kosten in Guatemala

Unsere Kosten in GuatemalaGuatemala ist recht günstig! Ausflüge, Essen und auch die Unterkünfte sind kein Budgetkiller. Je nachdem welches Verkehrsmittel verwendet wird, kann man dort auch einiges an Geld sparen. Auch ist Guatemala die perfekte Destination einen Spanischkurs zu belegen. Eine detaillierte Auflistung all unsere Ausgaben findest du hier.

Sprachen in Guatemala

Spanisch ist die offizielle Sprache, jedoch nicht die Muttersprache vieler Guatemalteken. Viele Maya-Sprachen, die gerade in ländlichen Gebieten und im Hochland verbreitet sind, werden heute noch gesprochen. In San Pedro la Laguna ist die traditionelle Sprache beispielsweise Tzutujil und viele ältere Menschen sprechen Spanisch nur bruchstückhaft. Tradition spielt eine große Rolle.

Der Maximon in SantiagoDie Fülle an Sprachen und die Verständigungsprobleme untereinander sowie mit Vertretern der Regierung ist, nach Ausführungen von der NGO-Gründerin Sue Patterson, ein tiefgreifendes Problem in Guatemala.

Fazit zu unserer Zeit in Guatemala

Chris auf dem Mirador in San Marcos la LagunaNach kleinen Startproblemen ist uns Guatemala sehr ans Herz gewachsen! Es ist vielseitig und bunt und die Natur ist so einzigartig wie seine Bewohner.  Wer sich etwas Zeit nimmt die Bewohner dieses Landes besser kennenzulernen, wird mit Gastfreundschaft und Herzlichkeit überschüttet.

Unsere Gastfamilie während des Spanischkurses in GuatemalaDazu ist das Bereisen auch noch unfassbar günstig. Die politische Situation im Land ist alles andere als optimal, jedoch kommt man als Tourist mit den tiefgreifenden Problemen des Landes recht selten in Kontakt. Der Aufenthalt in Guatemala hat uns bisher am meisten geprägt und wir sind sicher, dass das vielen Reisenden genauso geht!

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