Gründer aus der Energiebranche bei den StartGreen Awards 2016

Finalisten der StartGreen Awards 2016, Foto: Rolf SchultenFinalisten der StartGreen Awards 2016, Foto: Rolf Schulten

Vergangene Woche wurden im Bundesumweltministerium die StartGreen Awards 2016 an Gründer und Gründungsförderer verliehen. Für mich waren wieder ein paar interessante Gründer aus dem Energiebereich dabei. Es war auch eine gute Gelegenheit mein Netzwerk in der Gründerszene auszubauen und zu pflegen. Die interessansten Gründer aus dem Energiesektor möchte ich Euch hier gerne vorstellen.

Der Preis würdigt innovative Gründungskonzepte, Startups, Unternehmen und vorbildliche Gründungsförderer, die mit ihren Dienstleistungen und Produkten zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit beitragen. Die Preisverleihung erfolgte bereits zum zweiten Mal in Folge im Rahmen der „Gründerwoche Deutschland“. Zuvor fand ein Forum statt, bei dem sich Startups mit etablierten Unternehmen, Investoren und Institutionen vernetzen und rund um das Thema grünes Gründen austauschen konnten. Über 40 Aussteller präsentierten dort ihre Projekte, Ideen und Angebote.

Wachstum in der grünen Gründerszene

„Unsere Veranstaltung zeigt deutlich, dass die grüne Gründerszene wächst“, betont Prof. Dr. Klaus Fichter, Direktor des Borderstep Instituts und Vorsitzender der Jury des StartGreen Awards 2016.

Die Zahl der Anmeldungen sei im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent gestiegen. Deutlich ausgefeilter im Vergleich zum Vorjahr waren auch die Bewerbungen für den Wettbewerb selbst. „Für grüne Gründerinnen und Gründer ist eine intensive Vernetzung der Schlüssel zum Erfolg. Wir bieten die Plattform dafür. Das macht den Award interessant.“

Die Gründer im Bereich Nachhaltigkeit beschäftigen sich mit vielen Themen, Energie ist dabei nur ein Teil davon. So gab es in diesem Jahr im Finale eine Lösung für Kreislaufwirtschaft in der Mode, Design for circularity, sowie den innovativen Hersteller von Papier aus Grasfasern, Creapaper. Letzterer hat den StartGreen Award in der Kategorie Startups gewonnen.

StartGreen Award entdeckt Potenziale für die Green Economy

Alexander Hain, Senior Project Manager des Borderstep Instituts und Organisator des StartGreen Awards, sieht durch das besondere Format im StartGreen Award eine konkrete Möglichkeit, die grüne Gründerszene zu unterstützen:

„Es gib in diesem Land viele innovative Macherinnen und Macher, die mit ihren Gründungen nicht nur Geld verdienen, sondern auch etwas verändern wollen. Dieser Preis bietet ihnen einen Anlass, zusammenzukommen, um voneinander zu lernen und Gleichgesinnte zu finden.“

Davon profitierten nicht nur Start-ups in etablierten Gründer-Metropolen wie Berlin oder Hamburg, sondern auch Projekte aus der Start-up-Diaspora.

„Die Finalisten dieses Jahrgangs haben gezeigt, dass in der vermeintlichen Provinz sehr viel Potenzial für die grüne Wirtschaft steckt. Das wollen wir entdecken.“

Neue Gründer in der Energiebranche

Es gibt immer wieder neue Gründer in der Energiebranche zu entdecken. Gefühlt gab es besonders in diesem Jahr ein großes Wachstum an Gründungen in der Energiewirtschaft.

Kategorie Gründungskonzept

Caala, Gewinner des StartGreen Award 2016 Kategorie Gründungskonzept, Foto: Rolf SchultenCaala, Gewinner des StartGreen Award 2016 Kategorie Gründungskonzept, Foto: Rolf Schulten

Caala ist eine Software für Architektur- und Ingenieurbüros zur Kalkulation von finanziellen und ökologischen Folgen von Entwurfsentscheidungen. Mit Caala können energetische Bilanzierungen, ökologische Lebenszyklusanalysen und Lebenszykluskostenberechnungen von Gebäudeentwürfen früh in der Planung und in Echtzeit durchgeführt werden. Ein Prototyp der Software konnte in Studien Einsparungen der Treibhausgas-Emissionen von 66 Prozent und Senkungen der Lebenzykluskosten von 30 Prozent erzielen. Caala hat den StartGreen Award in der Kategorie Gründungskonzept gewonnen.

Pydro entwickelt eine Lösung zur Energierückgewinnung aus Wasserrohrsystemen. Der Wassertransport in Rohrleitungen kann mit der play Druckregulierungs- und Wassertransport einsparen. Pydro war im Finale der Kategorie Gründungskonzept

Kategorie Startup

Solmove entwickelt Photovoltaik-Module, die als Solarteppich versiegelte Flächen für die Energiewende nutzbar machen. Die rutsch- und bruchfesten Module können wie Rollrasen auf einem Radweg, Parkplatz, auf Straßen oder zwischen Bahngleisen ausgerollt werden. Städte und Gemeinden können mit Solmove-Anlagen durch die Doppelnutzung von Verkehrsflächen die Kosten für den Straßenbau refinanzieren. Die schallabsorbierende Oberflächenbelag erzeugt jedes Jahr etwa 100 kWh Strom pro Quadratmeter und hält rund 25 Jahre. Solmove war Finalist in der Kategorie Startup.

Windcloud nutzt den Strom aus Windenergie-Anlagen des Windparks Braderup direkt für ein Rechenzentren in Nordfriesland. Dieses Rechenzentrum wird ausschließlich mit lokal erzeugter regenerativer Energie betrieben. Durch die Verwendung eines Hybridspeichers (3 MWh) können große Mengen Windenergie gespeichert und bei Flaute das Rechenzentrum weiter betrieben werden. Zusätzlich werden Solar- und Biogasstrom zur Versorgung und Absicherung des klimaneutralen Rechenzentrums eingesetzt. Windcloud war Finalist in der Kategorie Startup.

Kategorie Junge Unternehmen

JPM Silicon, Gewinner des StartGreen Award 2016 Kategorie Junge Unternehmen, Foto: Rolf SchultenJPM Silicon, Gewinner des StartGreen Award 2016 Kategorie Junge Unternehmen, Foto: Rolf Schulten

JPM Silicon produziert kostengünstiges Solarsilizium und hat das Ziel das Silizium aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren.Bereits erfolgreich war die Herstellung von Silizium aus Zucker als Rohstoff. Dieser Prozess ist nicht nur der energieeffizienteste in der Branche, er ist auch noch CO2-neutral. Damit soll der Ausbau der Solarenergie durch kostengünstiges Solarsilizium vorangebracht werden. JPM Silicon hat den StartGreen Award in der Kategorie Junge Unternehmen gewonnen.

MEP Werke sind ein dezentraler Energieversorger und Komplettdienstleister im Bereich Photovoltaik. Sie haben als erstes Unternehmen begonnen Privathaushalten Solaranlagen zur Miete anzubieten. Sie verschaffen ihnen damit unkompliziert die Möglichkeit von der Energiewende zu profitieren und dazu beizutragen. Zu einem monatlichen, über 20 Jahre, gleichbleibenden Mietpreis erhalten die Kunden eine PV-Anlage mit allen Leistungen und Angeboten dazu aus einer Hand. Die MEP Werke waren Finalist in der Kategorie Junge Unternehmen.

MWK Bionik ist ein Lösungsanbieter für bionische Produkte und Bio-Energie-Erzeugung. Sie machen sich die Fähigkeiten ausgewählter Mikroben zu Nutze und aktivieren diese Kulturen, um regenerative Energie hocheffizient zu erzeugen, zu speichern und bei Bedarf verfügbar zu machen. Ziel ist es den ökologischen Fußabdruck in der Landwirtschaft  und der Industrie zu verringern. MWK Bionik ist Finalist in der Kategorie Junge Unternehmen.

Deutsche Vertreter bei der Cleantech Open Global Ideas Challenge

Das RKW Kompetenzzentrum hat als bundesweite Koordinierungsstelle der Gründerwoche Deutschland drei Unternehmen in Kooperation mit dem StartGreen Award für die Cleantech Open Global Ideas Challenge ausgewählt. Sie erhalten als deutsche Champions Unterstützung bei der Reise zum Wettbewerbs-Finale, das im Rahmen der Cleantech Week vom 7. bis 9. Februar 2017 in San Francisco stattfindet.

Die Hyperion Energy UG aus Düsseldorf plant und baut solarthermische Kraftwerke, die das ganze Jahr über Strom zu geringen Kosten produzieren können. Hierbei werden mit Hilfe von Spiegelfeldern Sonnenstrahlen auf einen zentralen Receiver gerichtet – die dadurch entstehende Hitze von bis zu 1000 °C kann durch ein speziell dafür neu entwickeltes System gespeichert und nach Bedarf zur Stromerzeugung abgerufen werden kann.

Die Interpanel GmbH i.G. aus Rosenheim entwickelt, produziert und vertreibt multifunktionale Decken-, und Wandsysteme. Mit diesen modularen Systemen, die sich in bestehende oder neue Infrastruktur integrieren lassen, ist es erstmals möglich, Oberflächen dauerhaft und tauwasserfrei zu temperieren. Damit wird eine stille, hoch leistungsfähige und hygienische Bauteiltemperierung realisiert.

Mit Hilfe von nano- und mikropartikelbasierten Sanierungsverfahren ist es der intrapore UG aus Essen möglich, kontaminiertes Grundwasser und Böden zu reinigen. Das Unternehmen berät Sanierungspflichtige, Consultingunternehmen und Behörden im In- und Ausland, plant den Einsatz von Nanopartikeln an den jeweiligen Standorten, liefert die Partikel und führt die Anwendung durch.

Die Cleantech Open Global Ideas Challenge ist ein im Rahmen der Global Entrepreneurship Week stattfindender Wettbewerb, der vom Cleantech Open Accelerator ausgerichtet wird. Das Finale des Wettbewerbs in San Francisco findet anlässlich der Cleantech Week vom vom 6. bis 10. Februar 2017 statt.

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