Gröbste Lüge des Jahres – Der Pinocchio 2015 geht an:

Von Sabienes @sabienes

Mein allerneuester Artikel auf Sabienes TraumWelten:

Der Pinocchio des Jahres 2015

Im letzten Jahr habe ich erstmalig den Preis des „Pinocchio des Jahres“ für die gröbste Lüge der vergangenen 12 Monate verliehen. Bei dem glücklichen Gewinner handelte es sich damals um den ehemaligen Kapitäns des harvarierten Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia, Francesco Schettino und seine Versuche, sich bei dem Unglück vor Giglio aus der Verantwortung zu reden. Ich fand diese Preisverleihung so nett, dass ich beschlossen habe, dies als festen Bestandteil auf Sabienes TraumWelten aufzunehmen.
Doch in diesem Jahr habe ich die Qual der Wahl.

Sigmar Gabriel oder Beate Zschäpe?

Ich bin mir bewusst, dass es sehr brisant ist, den (neugewählten) SPD-Vize und die NSU-Angeklagte in einem Atemzug zu nennen. Aber auch, wenn beide augenscheinlich nichts gemeinsam haben: sie lügen!

Warum Sigmar Gabriel?

Gabriel hat sich als Sozialdemokrat in den Bundestag wählen lassen, was für mich von vorneherein eine bestimmte Haltung zu gewissen Themen impliziert. (Ansonsten hätte man sich ja als Wähler die Mühe nicht machen brauchen und könnte gleich CDU/CSU wählen.) Aber in seiner Eigenschaft als Stellvertreter der Bundeskanzlerin und Bundesminister für Wirtschaft und Energie hat er durch seine Haltung zu einem möglichen Grexit (Ausstieg Griechenlands aus dem Euro), zu den deutschen Rüstungsexporten und TTIP die Sozialdemokratie verraten.
Nicht umsonst wurde er deswegen auf dem SPD-Parteitag von den Genossinnen und Genossen ein bisschen abgestraft.
Allerdings muss man ihm zu Gute halten, dass er ja nicht der erste untreue Sozialdemokrat ist. Ich denke, Gerd Schröder hat während und nach seiner Regierungszeit noch viel größeren Verrat begangen.

Warum Beate Zschäpe?

Das mutmaßliche Mitglied der NSU hüllt sich seit Beginn der Verhandlungen im NSU-Prozess‘ im Mai 2013 in eine Art vornehmes Schweigen. Anfang Dezember ließ sie nun verkünden, vor Gericht endlich die mit Spannung erwartete Erklärung abzugeben. Dieses 53 Seiten umfassende Konvulut ließ sie durch ihren Rechtsanwalt innerhalb nur weniger Stunden vorlesen. Zusammenfassend kann man sagen, dass sie darin über Seiten hinweg jegliche Beteilung an den von der NSU begangenen Verbrechen abstreitet.

Der Pinocchio für die gröbste Lüge des Jahres

Es ist eine Sache, vor lauter Parteiräson, Fraktionszwang, politischer Realität oder weil man gerade nicht alles so recht rafft, unangenehme politische Entscheidungen zu treffen.

Es ist eine andere Sache, einer verbrecherischen Organisation anzugehören oder mit Mitgliedern einer solchen Organisation ein intim-freundschaftliches Verhältnis zu pflegen oder gar im Namen dieser Organisation Mord und Totschlag zu verüben und dann aber, nachdem die ganze Runde aufgeflogen ist, nicht zu seiner Schuld zu stehen.
Aussagen, wie „Ich war es nicht!“ kann man bei Kindern durchgehen lassen, nicht aber bei Erwachsenen.
Sich selbst als Opfer darzustellen, ist fast schon lächerlich. Die TAZ ätzte in diesem Zusammenhang sehr treffend: „Grausige Entdeckung – Noch ein NSU-Opfer!“ und setzte ein nicht sehr schmeichelhaftes Bild von Frau Zschäpe hinzu. (Ich konnte den Artikel leider nicht mehr im Netz finden, aber hier wird die Aussage noch einmal genauer ausgeführt.)

Für das Jahr 2016 wünsche ich mir, dass dieser schon fast ins Groteske abtriffende NSU-Prozess endlich ein Ende findet und der Herr Gabriel sich bessert. Denn es gibt ja noch weitere Anwärter für diesen mit nix dotierten, aber anerkannten Preis.

Gerade in den Reihen der AfD streckt man schon sabbernd die Hand nach dem Pinocchio des Jahres aus.

Foto: Pinocchio für die gröbste Lüge des Jahres ©sabienes.de
Text: Gröbste Lüge des Jahres – Der Pinocchio 2015 geht an ©sabienes.de
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