Griechenland, das "infantile Gemeinwesen" (Bastian): Linksammlung zu Aufsätzen über die griechische Gesellschaft


Eine Debatte auf der Facebook-Seite des CDU-MdB Klaus-Peter Willsch und die Beschäftigung mit einem Tagesspiegel-Interview des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis [- Titel folgt -] brachten mich auf die Idee, hier eine Reihe von Zeitungsaufsätzen usw. zu sammeln, die sich mit der der griechischen Gesellschaft befassen. Nach meiner Einschätzung (wie auch einiger der Autoren) ist Griechenland letztlich unreformierbar.
Über Griechenland weiß ich zwar nur wenig.
Jedoch hatte ich mich vor Jahren etwas intensiver mit den in vieler Hinsicht vergleichbaren Zuständen und der Mentalität in Süditalien befasst. Nicht einmal in 150 Jahren staatlicher Einheit ist es den Norditalienern gelungen, ihren "Mezzogiorno", eine ebenfalls archaische Klientel-Gesellschaft, mental entscheidend zu modernisieren.
Schon aus diesem Vergleich heraus kann man eine Reformierbarkeit des bodenlosen Griechenland-Fasses mit ziemlichere Sicherheit ausschließen.
Bastian, Jens: "Pleite? Macht doch nichts!"
"Griechenlands Finanzen sind völlig marode - doch die Griechen hat das lange überhaupt nicht gestört. Regeln gelten in dieser instabilen Gesellschaft nicht viel. Analyse eines infantilen Gemeinwesens". (Hervorhebung von mir.)
(Jan. 2010, WELT am Sonntag)
Boukalas, Pantelis: "Hypocrisy shines once more"
Über den Umgang der damaligen Regierung mit der sog. "Lagarde"-Liste von Konten griechischer Bürger - mutmaßlich Steuerhinterzieher - in der Schweiz. Vgl. auch Malkoutzis, Nick, 3.11.12.
(30.10.2012, Kathimerini)
Fraunberger, Richard: "Schuldenkrise in Griechenland. Im Würgegriff"
"Seit 1991 versprachen neun griechische Premierminister Reformen und die Modernisierung eines Staates. Doch Reformen wurden weder umgesetzt noch von den Bürgern eingefordert. Wie kommt es, dass die Bevölkerung den Euro will, aber wenig Reformbereitschaft zeigt?"
(05.06.2015, FAZ)
Kadritzke, Niels    (Bild und Kurzbiographie)
Für diejenigen, welche die nötige Zeit haben - oder Schnellleser sind -, dürften Kadritzkes sehr ausführliche Analysen der griechischen Misere bzw. der Verhandlungen mit den Gläubigern - z. B. hier - ganz allgemein recht lesenswert sein. Man spürt, wie er zwar auf der einen Seite um Sachlichkeit und Objektivität bemüht ist (vgl. etwa diesen taz-Artikel über die griechischen Reparationsforderungen gegen Deutschland), aber andererseits tendenziell doch auf der Seite der Griechen steht. Daher sollte man seine Einschätzung kritisch hinterfragen und seine Artikel mit anderen Informationsquellen abgleichen.
  • Aus Le Monde diplomatique: "Woher die Schulden kommen" ["Griechenland hat 2009 mit einem Riesenloch im Haushalt schockiert. Die Schulden sind hausgemacht: Steuervermeidung im großen Stil hat das Gemeinwesen in den Ruin getrieben."] (Jan. 2010, taz)
  • "Griechenland nach den Kommunalwahlen (I)" (22.11.2010, Nachdenkseiten)
  •  "Griechenland nach den Kommunalwahlen (II)" (24.11.2010, Nachdenkseiten)
  •  "Griechenland: Schock-Therapie oder Schock ohne Therapie? (III)" (02.12.2010, Nachdenkseiten)
  •  "Griechenland: Alternative zum Totsparen: Die Reichen müssen bluten. (IV)" (16.12.2010, Nachdenkseiten) und schließlich:
  • "Griechenland (V): Gibt es einen Ausweg aus der Sackgasse?" (23.12.2010, Nachdenkseiten)

Kelpanides, Michael
Soziologieprofessor in Thessaloniki; Autor zweier Bücher zu spannenden Themen: "Zur Problematik der logisch-methodologischen Einheit von Natur- und Sozialwissenschaften. Eine Verteidigung des Objektivismus in den Sozialwissenschaften"   und   "Das Scheitern der Marxschen Theorie und der Aufstieg des westlichen Neomarxismus: Über die Ursachen einer unzeitgemässen Renaissance".
  •  "Griechische Unruhen. 'Der Nepotismus ist das Lebensprinzip Griechenlands' " ["Die griechische Gesellschaft ist eine Anspruchsgesellschaft mit wenig Realitätssinn, sagt der griechische Soziologe Michael Kelpanides. Die Unruhen seien keineswegs ein Aufstand der Jugend, sondern Resultat einer verkrusteten und nepotistischen Gesellschaft."] (Dez. 2008, FAZ-Interview) 
  • Griechenland sollte austreten“ ["Der griechische Soziologe Michael Kelpanides von der Universität Thessaloniki meint, sein Land sollte aus der Europäischen Währungsunion austreten - zum Wohle aller."] (Okt. 2011, FAZ-Interview)
  • "Griechenland – ein »besetztes« Land?" ["Warum werden die Griechen immer deutschfeindlicher, obwohl Deutschland ihnen hilft? Unter anderem, weil sie einen Bevormundungskomplex haben. EIN ERKLÄRUNGSVERSUCH VON MICHAEL KELPANIDES"] (Febr. 2012, Focus)
  • "Griechenland-Wahl. Syriza steht für die Rückkehr zur Korruption" ["Der griechische Soziologe Michael Kelpanides fürchtet, dass Griechenland mit einer Syriza-Regierung „den letzten Rest von Respekt und Glaubwürdigkeit im Westen verlieren wird“. Ein Gespräch über den rasanten Aufstieg einer Splitterpartei zur stärksten politischen Kraft."   Auszug (meine Hervorhebung): "Wofür steht Syriza?" "Für die Rückkehr zu dem System der Korruption, des Nepotismus und des Klientelismus, das Griechenland ruiniert hat – auch wenn die Partei behauptet, das Gegenteil zu wollen. Die Vorgeschichte von Syriza beginnt 1968, als eine Gruppe Intellektueller sich von der stalinistischen und moskauhörigen Kommunistischen Partei Griechenlands abspaltete, und seitdem, unter wechselnden Namen und Flaggen, bis zur Krise als Mini-Partei vier oder fünf Prozent der Stimmen erhielt. Sie war stets das Lieblingskind der Intellektuellen und Akademiker. Ihren kometenhaften Aufstieg verdankt die Partei allein dem Protestvotum als Folge der Austeritäts- und Sparpolitik. Sie wurde auf einmal nicht mehr nur von Intellektuellen gewählt, sondern von den breiten Schichten, die Opfer der Misswirtschaft von korrupten politischen Eliten wurden. Von Eliten freilich, die die Griechen in regulären parlamentarischen Wahlen gewählt hatten." Diese Einschätzung scheint sich zu bestätigen; durch größere Reformanstrengungen ist die gegenwärtige nationalistisch-sozialistische Koalition unter Führung der Syriza jedenfalls noch nicht aufgefallen. (Vgl. dazu auch unten bei Piller, Tobias v. 23.02.2015)] (26.01.2015, FAZ-Interview) 

Malkoutzis, Nick, "A peculiar kind of freedom"
Über den Umgang der damaligen Regierung mit der sog. "Lagarde"-Liste von Konten griechischer Bürger - mutmaßlich Steuerhinterzieher - in der Schweiz. Vgl. auch Boukalas, Pantelis, 30.10.12
(03.11.2012, Kathimerini)
Paraskewopoulos, Spiridon, Prof. Dr. (griechischer Wirtschaftswissenschaftler und Emeritus der Uni Leipzig):
  • "Offener Brief an die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel". ["..... was Sie sehr geehrte Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel wissen sollten, wenn Sie Morgen Dienstag (23.09.2014) den Ministerpräsidenten Griechenlands, Herrn Samaras, in Berlin empfangen werden. Er wird ..... weitere Mrd. € Kredite ..... erbetteln. Konkret sollten Sie Folgendes wissen: Erstens, dass alle bisherigen griechischen Politiker das griechische Volk als ihre ”nützlichen Idioten” und die europäischen Politiker einschließlich ihrer Völker als „die dummen Franken“  (κουτόφραγκοus) betrachten. Zweitens, [dass] die griechischen Politiker seit Jahrzehnten ..... ständig ..... das griechische Volk [und] ..... die europäischen Völker permanent belügen und berauben und sich auf Kosten beider enorm bereichern. Drittens, diesen korrupten griechischen Politikern ist es bisher sehr gekonnt gelungen, die griechischen Bürger in einem raffinierten Klientel bzw. vetternwirtschaftlichen System  (Erwartungssystem) einzubinden, so dass sie für die Realisierung der persönlichen und illegalen Bereicherungsinteressen ihrer Politiker, permanent die Rolle des nützlichen Idioten übernehmen ...... [Komm.: Weil dabei auch für das Griechenvolk was abfällt!] Viertens, das Dumme und das Unverständliche dabei ist, dass auch die Europäer vermutlich unbewusst (?) bei diesem verdorbenen Spiel sehr aktiv mitmachen. Sonst ist nicht zu verstehen, dass sie Hunderte von Milliarden € europäischen Subventionen und billige Kredite den griechischen Politikern anvertrauen, welche sie zum großen Teil veruntreuen." [Auszug; im Original geht der Text weiter.]   (23.09.2014)
  • "Was ich an den Deutschen mag – und an den Griechen nicht" ["... das Schlimmste und das Schändlichste bei dieser Entwicklung ist, dass diese raffinierten griechischen Politiker langsam beginnen, mit Hilfe der Medien das griechische Volk zu überzeugen, dass die Hauptschuldigen für ihre Misere die Kreditgeber sind – hauptsächlich die Deutschen, die mindestens 65 Mrd. Euro gewähren. Sie alle sind Zinswucherer, harte Ausbeuter, die vor allem das Ziel haben Griechenland zu erobern, die Griechen zu unterwerfen und zu versklaven. Und diese Botschaft scheint in der griechischen Gesellschaft Fuß gefasst zu haben, da sie fast in allen Medien und in den Bürgercafés das erste Thema bei Diskussionen ist." (Das gleiche miese Spiel spielt natürlich aktuell die Syriza; vielleicht sogar noch unverfrorener.)] (Ohne Datum; anscheinend von 2014)

Piller, Tobias: "Jeder Reformplan gilt als Invasion"
Ein Bericht über Reaktionen griechischer Reformer auf die neue Regierung: "In Griechenland melden sich die Reformbefürworter zu Wort. Sie protestieren gegen die Regierungspläne. Wirtschaft und Bildungssystem drohten abermals Staat und Parteien zum Opfer zu fallen." (Vgl. auch Kelpanides, 26.01.2015)
Hier ist aber eine andere Information (von dem griechischen Wirtschaftswissenschaftler und Emeritus der Uni Leipzig Spiridon Paraskewopoulos) weitaus wichtiger (meine Hervorhebung):
"Seit das Land 1981 in die Europäische Union aufgenommen wurde, habe Griechenland 180 Milliarden Euro an Fördermitteln aus Europa erhalten – und Deutschland in diesen Topf 300 Milliarden Euro eingezahlt". Bedenkt man, dass Griechenland ca. 1/7 der deutschen Einwohnerzahl hat, dann hat Griechenland umgerechnet in 34 Jahren 1.260 Milliarden € an "Marshallplanhilfen" erhalten, oder ca. 37 Milliarden (vergleichbar; absolut ca. 5,3 Mrd.) pro Jahr. (Dazu als Vergleich: Bundeshaushalt 2015 ca. 300 Mrd. €; 1980 waren es jedoch lediglich 110 Mrd.) Und diese riesigen Mittel sind in Griechenland versickert, ohne dass das Land eine moderne Produktionsbasis, Verwaltung und eine zivilisierte Einstellung der Bürger zu ihrem Staat vorweisen könnte. (U. a. wurden bekanntlich Mittel für den Aufbau eines nationalen Katasteramtes bereitgestellt, das bis heute nicht fertig ist und schon jetzt riesige Mittel verschlungen hat. Auf dem Papier sollte es 1995 losgehen. EU-Gelder wurden kassiert, aber bis 2001 war noch nichts passiert.
Nach einem Zeitungsartikel von 2013 war damals für die Fertigstellung das Jahr 2020 anvisiert; doch sind noch jetzt in 2015 60% der Fläche nicht erfasst und mittlerweile stocken die Arbeiten schon wieder.)
(23.02.2015, FAZ)
Richter, Heinz A., Prof. Dr.: Griechenland ist zu orientalisch, um ein europäisches Land zu sein, und zu westlich, um zum Orient zu gehören.”
"Es ist an der Zeit, dass Brüssel, Paris und Berlin ..... lernen, was der Klientelismus ist, und die griechische Elite erkennt, dass es an der Zeit ist, den Klientelismus zu überwinden und sich moderne europäische Strukturen zuzulegen. Sollten keine systemüberwindenden grundlegenden Reformen durchgeführt werden, droht Griechenland, sich zu einem failed state zu entwickeln."
(Sept. 2013, Radio Kreta)
Stangos, Angelos:
  • "Hard truths" ["... many of the terms of the memorandum should have been implemented by the Greek government regardless of any deal. .....  All reason and moderation were lost in the operation of the welfare system, which pillaged state coffers, and the same applies to the economy, which, among other ills, contributed enormously to the destruction of production and the weakening of productivity. The role of the public administration, including the justice system, was and remains central to these problems. It is debatable whether there has ever been any other country in the West with such a wasteful, incompetent and corrupt public administration, from the local to the central level, as Greece." (Und ich kann nicht erkennen, dass die gegenwärtige Regierung Anstrengungen unternimmt, um an der hier beschriebenen Situation etwas zu ändern: Im Gegenteil will sie u. a. die Staatskrake wieder füttern, um ihre Wählerklientel zu beglücken.)] (27.12.2013, Kathimerini)
  • "Pandering to bad behavior" ["One of the main reasons why the Greek economy went to pieces and the country experienced an overall decline is that it has always operated at the service of bad behavior. What this resulted in was an incredible web of distortions from which it cannot extract itself, in a state that is ineffective if not incapable, in mountains of red tape and in a prevailing sense of impunity. ..... What’s worse is that the country has still not changed tack. When we talk about pandering to bad behavior, we are not referring to compromises. This is a foreign notion in this country, especially when it comes to compromises with reality or between political parties. ..... the laws that are voted through Parliament are almost never succinct and almost always require a whole list of clarifications and explanations. ..... these amendments, changes and alterations almost always benefit individuals who ..... have either failed to make good on their obligations, have broken the law or have violated ethical and moral standards ..... . Taxpayers who have failed to declare their incomes or who fear a visit by the auditors are so often the subject of clemency, as are borrowers who fail to pay off their loans and hide behind those who really cannot afford to do so. Every wrongdoer ..... feels entitled to special treatment ..... . Greek politicians have absolutely no idea about the concepts of rule of law, order, equality before the law and meritocracy." (Meine Hervorhebung)]

ceterum censeo
Blockis* bluten brave Bürger!Deshalb Deutschland in Europa:Weder Zuchtmeister, noch Zahlmeister!* Die eurofetischistischen "Blockparteien" CDUCSUFDPGRÜNESPDTextstand vom 11.06.2015

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