Golf macht Angst!

Von Stephan @stepgeda

Ein wunderschöner Sommertag, wir freuen uns auf den Flight mit dem wir die nächsten 4 Stunden verbringen. Alles ist wie gemalt und ich greife an Tee 1, einem Par 4 zum Driver, Ball und Tee. Aber dann - ich schaue nach links und sehe das Wasserhinderniss in der Landezone. Ich schaue nach rechts und sehe die weißen Pfähle, die das Aus signalisieren. Puhh nur nicht wieder mit einem Schlag ins Aus die Runde starten. Mein Griff wird immer „unsicherer", ich bekomme es mit der Angst zu tun, tee den Ball mit wackeligen Knien auf und dann .... Das war ja klar, der Ball fliegt in einer wunderschönen Flugkurve 20 Meter ins aus! Mist, Schei... usw. folgen und eigentlich möchte ich am Abschlag im Boden versinken.

So oder ähnlich ergeht es vielen Sportlern vor und bei der sportlichen Herausforderung. Und bei uns Golfern ist das sehr ausgeprägt und man hat das Gefühl, man kommt auf der Runde nicht mehr aus dieser „Angstspirale" raus. Aber eigentlich wollen wir alle einfach nur mit Spaß und Freude gutes und mal weniger gutes Golf spielen, da stellt sich für mich die Frage, wie man das erreicht!

Golf wird zu 90% im Kopf entschieden - das behauptete mal ein schlauer Mensch!

Und genau damit möchte ich mich heute beschäftigen und Euch ein Buch vorstellen, was ich in den letzten Monaten gelesen habe, und in der letzten Woche in Andalusien dann versucht habe umzusetzen.

Golf Mental: Erfolg durch Selbstmanagement von Antje Heimsoth ist ein 136 Seiten schlankes Buch, was in meinen Augen jeder Golfer, egal welches HCP einmal zur Hand nehmen sollte. Wie schreibt die Autoren so schön:

Erfolg beginnt im Kopf
Ihre mentale Stärke und Ihr Selbstvertrauen - nicht Ihre Technik - bestimmen Ihren Erfolg auf der Runde. Antje Heimsoeth präsentiert ambitionierten Golfern Tipps und Übungen zur Verbesserung ihrer mentalen Stärke. Sie erklärt, wie man z. B. mit Motivation und Konzentration, Stress und Angst, Regeneration und Erholung sowie anderen negativen und positiven Emotionen richtig umgeht und diese für den Erfolg auf der Runde nutzt. Mit Hilfe dieses Ratgebers und den 50 Coachingkarten erreichen Golfer - ob Anfänger oder Fortgeschrittene - Beständigkeit im eigenen Spiel, mehr Freude an ihrem Sport und ein besseres Handicap.

Aber bevor ich ins „Eingemachte", oder besser gesagt dem Selbstversuch gehe, wer ist eigentlich Antje und was ist nun schon wieder mental?

Antje Heimsoeth, Jahrgang 1964, ist Dipl. Ing. (FH). Als Gründerin und Geschäftsführerin des Instituts für Business- und Sport Coaching, Heimsoeth Academy, trainiert Antje Heimsoeth Führungskräfte, Vorstände und Unternehmer. Antje Heimsoeth gehört zu den bekanntesten Mental Coaches und Vortragsrednern im deutschsprachigen Raum. Ihre Erfahrung mit internationalen Konzernen und traditionsreichen Mittelständlern wie Adidas, BMW Group, Axis Communications GmbH, AIDA, Lufthansa Technik AG, apetito, Tecan Trading AG, Volksbanken, Sparkasse Vogtland, HypoVereinsbank UniCredit, msg services ag, CarGarantie, Otto Group, ABC Breast Care GmbH sowie internationalen Spitzensportlern, Profi-Teams und Bundestrainern machen sie zu einer begehrten Keynote-Rednerin mit mentalem Olympiafaktor: Go for Gold! Die ausgebildete Ingenieurin - sie studierte Geodäsie -, ehemalige Leistungssportlerin, Unternehmerin, Bestseller Autorin und Hochschullehrbeauftragte ist internationale Expertin für Mentale Stärke, Spitzenleistung, Veränderung, Erfolg, Führung, Motivation & Selbstführung. Mehr von Ihr erfahrt Ihr hier und Antje hatte auch schon einen Gastbeitrag hier im Blog veröffentlicht. (Quelle:Antje-Heimsoeth.com)

Was ist denn nun mental?

Die mentale Orientierung ist eine kognitive Fähigkeit, die es dem Subjekt ermöglicht, sich zeitlich, räumlich und bezüglich seiner Person - in seiner Umgebung - zu orientieren. Teilbereiche des Orientierungsvermögens sind. Informationen der Wahrnehmung bauen eine Bewusstheit zur Orientierung auf und aktualisieren sie. Gelernte Konstanten der Orientierung werden als Teil des Weltwissens im Gedächtnis gespeichert. Auf sie wird bei der Imagination, der Planung und der Raumzeitlichen Schlussfolgerung zurückgegriffen. Orientierung entsteht als eine Leistung des Subjekts. Sie ist eine Erkenntnis, die das Subjekt aktiv, handelnd im Umgang mit der Umwelt gewinnt und die auch nur in diesem Zusammenhang ihre Funktion hat. (Quelle: Wikipedia.org) So das soll es aber in Sachen nackte Theorie gewesen sein. Beschäftigen wir uns jetzt mal mit unserer Angst und dem Buch

Buchtitel Golf mental

In dem Buch, was sich auf den Golfsport fokussiert, sprechen wir über unsere Visionen, Ziele und auch Wünsche. Es geht um den Kopf und unser Unterbewusstsein und um Stress und Entspannung. Dabei gibt die Autorin immer wieder Tipps / Aufgaben vor, mit denen wir uns z.B. Ziele setzten können und diese dann auch hinterfragen können. Ein ganz großer Faktor sind unsere eigenen Emotionen und wie wir uns immer wieder gefühlt 3 Löcher über einen schlechten Schlag ärgern. Ein Pro hat mir mal erzählt:

Wenn ich einen schlechten Schlag hatte, dann ärgere ich mich genau 10 Schritte und dann schaue ich nach vorn. Ich kann an diesem Schlag ja nichts mehr ändern.

Ohhh wie wahr! Ich möchte nur zwei Aspekte aus dem Buch aufgreifen und diese kurz skizzieren.

Zielsetzung

Gehen wir dazu noch mal an Tee 1 zurück und meinen Gedanken am Abschlag. Im Normalfall ist unsere Zielsetzung denn Ball nur nicht ins Wasser oder Aus zu schlagen - falsch, denn die Zielsetzung sollte POSITIV sein. Das ist verdammt schwer, denn irgendwie denken wir meistens NEGATIV. Also als kurzes „Reset" und dann noch mal von vorn. Ich gehe aufs den Abschlag schaue auf das breite Fairway und sehe vor meinem geistigen Augen meinen Ball, den ich gleich treffen werde, in Richtung Fairway fliegen und in einer hervorragenden Lage zur Ruhe kommen. Während ich den Ball auf das Tee lege sage ich mir: „Und jetzt werde ich den Ball mit einem schönen Schwung genau aufs Fairway bringen!" Nehmt Euch vor jeden Schlag einmal den Augenblick Zeit und „schaut" Euch den nächsten Schlag, die Zielsetzung, vor Eurem geistigen Augen an. Und das Schlag für Schlag, Putt für Putt, Runde für Runde. Das Ergebnis ist eigentlich relativ schnell zu sehen.

  1. die Angst zu „Versagen" schrumpft und schrumpft
  2. das Selbstbewusstsein steigt und steigt
  3. der Spaß wird größer und größer
  4. und irgendwann seht ihr das auch auf der Scorecard

Natürlich muss man auch, wie bei allen anderen Sachen, am „Ball bleiben" denn der Erfolg stellt sich nicht sofort ein. Aber wie Ihr Eure Ziele setzt und dann auch umsetzt und hinterfragt, das beschreibt Golf mental für jeden Golfer verständlich. Also das Motto für die nächste Runde lautet: Ziele POSITIV formulieren!

Gedanken unser Unterbewusstsein

Antje beschreibt das Unterbewusstsein so: Unserem Unterbewusstsein ist es gleichgültig, woher seine „Programmierung", die Information kommt. Es akzeptiert einfach den Input, den es erhält, egal ob richtig oder falsch. Also wenn wir unser Unterbewusstsein mit negativen Gedanken füttern, dann akzeptiert unser Unterbewusstsein das und es brennt sich ein. Es reagiert auch auf Quellen von außen. Das Unterbewusstsein ist eigentlich eine tolle Einrichtung. Es hört und macht was wir ihm sagen, bzw. was wir uns vorstellen. Also verpassen wir unserem Unterbewusstsein einen POSITIVE „Schwung und füttern es Schlag für Schlag mit unseren Vorstellungen der nächste Schlag landet auf dem Fairway, die Annäherung landet in der Nähe der Fahne, oder diesen Putt versenke ich JETZT! Wie man seine Gedanken steuern kann, das beschreibt Antje in Ihrem Buch auf eindrucksvolle Weise.

Selbstversuch

In Andalusien haben wir insgesamt 4 Runden auf 4 Plätzen gespielt und auf den ersten Runden bin ich auf den Platz gegangen und habe mich um meine Gedanken nicht gekümmert und einfach drauf los gespielt. Es waren Golfrunden wie so oft in der Vergangenheit. Es ging nicht nur wegen dem Gelände auf und ab, nein auch mein Spiel passte sich der Landschaft an, 😉 Auf der folgenden Runde, nachdem ich mir noch mal das Buch zur Hand genommen hatte und die von mir markierten Punkte aufgesaugt habe, machte ich mir das gelesenen vor jedem Schwung bewusst. Während ich zu Ball ging und die Natur genoss, sprach ich positiv mit mir selbst. Keine Angst, meine Flightpartnerinnen schüttelten nicht den Kopf. Und nach ein paar Löchern stellte sich etwas interessantes ein. Nach einen „Gurkenschlag" ging ich innerlich nicht in die Luft und fragte mich was war das denn nun schon wieder. Nein ich steckte es immer öfter weg und hatte schon den nächsten Schlag vor meinem geistigen Auge. Auch wenn es Urlaub war, so hatten wir alle unsere Scorekarten ausgefüllt und nicht alles war Golf was glänzt. An der 10 einem langen Par 4 mit einem sehr großen Wasserhindernis vor dem Grün landete mein Ball vom Tee in der gewünschten Landezone. Jetzt gab es zwei Optionen, den Ball rechts mit zwei Schlägen aufs Grün zu bringen und damit das Wasserhindernis zu umgehen, oder mit dem nächsten, für mich extrem langen Schlag das Grün anzugreifen. Auf den Front Nine war mein Selbstbewusstsein so gefestigt, das es gar keine Option gab. Angriff aufs Grün und was soll ich Euch sagen, der Ball landete kurz vor dem Grün und rollte dann ins Wasserhindernis. Die normale Reaktion Frust, sich ärgern und sich fragen warum man nicht den sicheren Weg genommen hat. Aber genau in dieser Situation dachte ich nur, ich hatte die 150 Meter fast geschafft, das nächste mal wird es klappen - da bin ich mir sicher.

Alles was ich hier beschreibe sind Momentaufnahmen, die, wenn man dran bleibt sich meiner Ansicht nach irgendwann positiv auf das Spiel auswirken werden. Also wer sich mit dem Thema mentale Stärke beim Golf beschäftigen möchte und kein Bock auf negative Gedanken hat, der sollte sich das Buch Golf mental von Antje Heimsoeth mal anschauen. Bestellen könnt Ihr das Buch hier in Ihrem Shop und bei Amazon. Oder hier gibt es das Hörbuch für alle, die nicht so gerne Papier in die Hand nehmen.

Golf macht doch keine Angst! 😉 In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Spiel und ich würde mich über Feedback von Euch zum Thema mentales Training und Golf freuen!

Euer Lefty Stephan