Glaubwürdigkeit von Bloggern

  • 8. November 2013
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Seit gut 10 Jahren tümmel ich mich jetzt schon im Internet mit einer eigenen Webseite. Und man darf jetzt mal meine Mutter zitieren: „Vor 25 Jahren war alles besser“, auch wenn es in diesen Bezug deutlich weniger sind.

Man mag es gar nicht meinen, aber viele der Blogs deren Feed ich abonniert habe, kenne ich fast genauso lange wie ich online bin. Diese Blogs haben alle was gemeinsam: Sie sind für mich authentisch. Sie sind Blogs ala „good old bloggin’“ – Ein Mitschnitt aus dem Leben ihrer Betreiber.

Es kommt mir vor als säßen sie mit mir am Esstisch und trinken einen Kaffee während ich ihre Blogpostings lese. Und irrwitziger Weise sind es diese Blogs in denen ich auch mal Modepostings, Produktreviews und Co. lese, auch wenn sie gesponsert sind. Das liegt einfach dadran, dass ich mich dann für sie freue. Ich freue mich, dass sie mit ihren Blog erreicht haben, das ein großes Unternehmen sie auserwählt hat und ihnen ein Produkt oder sonst was anvertraute.

Diese Blogs genießen meine vollkommene Unterstützung. Eine Blogparade wird geteilt, vorgestellt und mitgemacht – sie brauchen sonst was, womit ich dienen kann: wird erledigt.
Dafür krieg ich Content, den ich gerne lese.

Im Wandel der Zeit
Nun ist es aber so, seitdem sozusagen das „Geld verdienen“ mit den Blog nach Deutschland übergeschwappt ist und die Unternehmen verschiedenster Branchen dahinter kamen, dass Blogger gute PR sind, das über mir eine kleine graue GRML-Wolke hängt.

Es passierte sozusagen ein kleiner Wandel in der Bloggerlandschaft. Manchmal bin ich davon überzeugt, dass die Betreiber eines Blogs nur auf den großen großen Profitzug mit aufspringen wollen. Für Ruhm, Ehre und kostenlose Produkte. Wenn man gut ist, kriegt man nicht nur Dinge zugesteckt, sondern wird auch auf tolle Events eingeladen – Das steigert natürlich das Selbstwertgefühl.

Aber wenn ich als User auf einen Blog gerate, der nur hier vorstellt, da vorstellt, hier backt, dort backt, dahin geht, hierhin geht – das ist aus einen komischen Grund, wie auch immer, für mich nicht authentisch. Ich frage mich oft bei solchen Blogs, wo ist das Leben der Person, die ihn führt. Es ist natürlich nur ein Ausschnitt aus ihren Leben, aber mich interessiert auch das dahinter.

Den restlichen Fetzen Glaubwürdigkeit verspielen viele Blogbetreiber bei mir mit sogenannten „Gewinnspielen“ oder „Giveaways“. Um so was abstauben zu können muss man hier klicken, ein Kommentar hinterlassen oder eine Posting verfassen mit Link, die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen wird natürlich gesteigert, wenn man noch auf Facebook ein Like da lässt. Für mich ist das eine feine Masche um an Klicks zu kommen. Klicks, Klicks, Klicks. Seine Statistiken darüber wie gut besucht ein Blog ist, wird dann irgendwo unter einen Punkt „Werbung“ im Blog aufgeführt, damit interessierte Unternehmen sehen welche Reichweite der Blog hat. Gehievt, oder etwa nicht?

Liken, Liken, Liken
Natürlich kann man auch ganz anders in meiner Glaubwürdigkeits-Skala runterrutschen und das ist ganz einfach gesagt, mit der plumpen altbekannten Werbung. In Bannerform, von irgendwelchen Programmen, stopft man seine Sidebar zu, die dann am besten noch nicht einmal zum Bloginhalt passen. Oder auf den ersten Blick nicht. Oder Overlay-Pop-Up-Werbung. Am grausigsten ist hier die Facebook-Like-Box. Das kann ja schon manchmal an Nötigung grenzen, wenn das aufploppt. In mir löst dieses besagte Pop-Up so was aus wie: „Wenn du hier nicht „like“ drückst, dann bist du kein guter Blogleser. LIKE JETZT… tu es, tu es, tu es!“

Mit einen fränkischen „Geh ma net aufn Senkel!“ klick ich das dann weg. Aber ein fader Beigeschmack bleibt. Dieses Aufzwingen von Likes. Warum sollte ich eine Seite liken bevor ich überhaupt die Chance hatte, den von einen Blogger generierten Content zu lesen?

Qualität statt Quantität. Gut platzierte Werbung, ab und an mal was gesponsert bekommen, sind für mich kein Beinbruch, aber die Stimmigkeit sollte darunter nicht leiden – für mich ist es extrem wichtig, dass ein Blog „real“ ist. Nachvollziehbar, dass dort ein Lebewesen dahinter steckt.

Gegenargumentation und Gegengegenargumentation
Man kann jetzt natürlich meine Argumentation ins Wanken bringen mit der Aussage: „Das sind Themenblogs!“ – Aber damit sich etwas Themenblog bei mir schimpfen darf, bedarf es den Blick auf beide Seiten der Medaille. Nehmen wir da doch jetzt mal ein Produkt aus meiner eigenen Riege der Pflegeprodukte: Head&Shoulders.

Ich kann euch darüber berichten, dass diese Anti-Schuppen-Shampoo meine Schuppenflechte gut in Zaum hält, der Juckreiz ist vermindert und die Ausweitung der befallenen Stellen auf den Kopf auch. So was würde man jetzt bloggen, oder? Die Sichtweise dahinter, dass der Konzer Tierversuche nicht verneint, ist eigentlich auch weitläufig bekannt. Jedoch wie hält das Unternehmen es jetzt, wo Tierversuche per EU-Richtlinie verboten sind?

Produziert er jetzt einfach außerhalb der EU, wahrscheinlich unter noch günstigeren Auflagen in irgendwelchen Ländern oder beugte er sich? Ein Themenblog ist es, wenn es sich mit den Thema beschäftigt und nicht nur Lobgesang überlässt. Von daher sind viele dieser Modeblogs für mich keine Modeblogs im Sinne eines Themenblog – es sind halt „Modeblogs“. Oder sogenannte „Beauty-Blogs“,…

Also wenn man sich als Themenblog schimpft, aber nur die glänzende Seite der Medaille aufzeigt, ist es für mich kein Themenblog und somit auch eher unglaubwürdig.

Jetzt ist aber mal Schluss!
Schlussendlich kann man seine Glaubwürdigkeit aufbauen sowie verbauen. Gegen Werbung ist nichts einzuwenden, gesponserte Produkte vorzustellen auch nicht, irgendwelche absurden Tutorials übers Schminken online zu bringen auch nicht, sofern man sich immer ein bisschen dadran orientiert: „Nicht das Gift ist tödlich, sondern die Dosis“ – Soweit meine Meinung dazu.

Wenn du willst, kannst du hier bei Anne ihre Ansicht darüber lesen!

  • Veröffentlicht in: Blog(s)
  • Schlagwörter: Gedanken

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