Glaube Teil 4 – Offenheit

Liebe Leserinnen und Leser

Gestern waren 24 Menschen vom Tauschkreis WIR Gemeinsam auf unserem Bauernhof, um einen kurzen Einblick in die Lebensmittelerzeugung zu bekommen. Die Leute waren teils begeistert und teilweise erstaunt, wie viel Arbeit, Wissen, und vor allem Zeit nötig sind, um gesunde Lebensmittel auf dem Teller zu haben. Dies war eine gute Gelegenheit, die bäuerliche Landwirtschaft mit all ihren Vor- aber auch Nachteilen den Menschen näher zu bringen.

 

WIR Gemeinsam am Bauernhof

WIR Gemeinsam am Bauernhof

 

Wichtig ist es, vor allem ehrlich und abseits der Werbeklischees die Menschen zu informieren. Sie haben sehr viel Verständnis für unsere Arbeit gezeigt und vor allem konnten viele Fragen beantwortet und Missverständnisse ausgeräumt werden. Als Kuhpraktiker und Naturschutzpraktiker, darf ich dieses Wissen nicht nur in der Landwirtschaftsschule den zukünftigen Bäuerinnen und Bauern vermitteln, sondern vor allem auch der Bevölkerung auf unserem Bauernhof zeigen.

Vieles ist schon erreicht worden, vieles gilt es noch zu verbessern. Offenheit ist dabei das wichtigste Gebot. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie interessiert die Menschen zuhören, wenn es um darum geht, wie die Tiere gehalten werden und wie viel Aufmerksamkeit wir selber unseren Mitgeschöpfen schenken.

Ein Nickerchen in der Mittagssonne

Ein Nickerchen in der Mittagssonne

Leider bekommen wir in unserem näheren Umfeld mehrmals Kritik zu hören, warum wir so etwas machen, wie die Menschen auf dem Bauernhof einzuladen oder einfach über unsere Tiere, unsere Wirtschaftsweise oder Zukunftsvisionen zu berichten. Diejenigen, welche uns dafür kritisieren, unsere Stalltüren auch für andere zu öffnen, leben meiner Meinung nach in einer Welt, die es in der jetzigen Zeit nicht mehr gibt.

Seien wir doch einmal ehrlich: Wir wollen zwar unsere Produkte, vor allem unsere Milch zu einem guten Preis verkaufen, doch mit den Käufern wollen viele nichts zu tun haben. Diese Denkweise hat vielleicht früher funktioniert, doch heute wollen die Menschen wissen,

  • woher kommen unsere Produkte
  • wie werden diese Produkte erzeugt
  • vor allem, wie werden die Tiere gehalten
  • wie wird mit dem Grund und Boden umgegangen
  • was geschieht mit der Natur
  • wie nachhaltig und umweltschonend wird gearbeitet

Das sind alles Fragen, denen wir  Bäuerinnen und Bauern uns stellen müssen. Umso mehr Offenheit und Transparenz, desto glaubwürdiger sind unsere Bio Produkte oder das AMA Gütesiegel. Die Leute glauben nicht mehr, was ihnen in der Werbung mit schönen Bildern vermittelt wird. Sie wollen sich selbst davon ein Bild machen.

Heumilchkäse - Frischkäse - Joghurts - Molkegetränke

Produktverkostung – Heumilchkäse – Frischkäse – Joghurts – Molke Getränke

Wenn wir die Menschen offen und ehrlich informieren, wissen sie wofür wir derzeit die Ausgleichszahlungen bekommen, was wir in die vorbeugende Tiergesundheit und das Wohlfühlen der Tiere investieren, sowohl an Zeit, an Geld, vor allem aber an Liebe zu den Tieren. Das gilt für viele andere Bauernhöfe genauso.

Ja warum glaubt ihr, sind derzeit überall im Handel regionale Produkte die großen Gewinner und steigen alle 3 Handelsketten bei uns in Österreich wieder verstärkt aus Produkten aus unserer Region und näheren Umgebung um?? Richtig, weil die Konsumentinnen und Konsumenten dies fordern und vor allem auch kaufen. Bestes Beispiel die Heumilchprodukte mit einer unglaublichen Steigerung allein im letzten Jahr.

Dazu ist es aber notwendig, den Menschen vor Ort zu zeigen, wie die Heumilch produziert wird und welch großer Aufwand dahinter steckt. Allein im Tauschkreis von WIR – Gemeinsam sind über 1300 Mitglieder, welche sich natürlich auch über die Art und Weise austauschen, wie unsere Lebensmittel produziert werden.

Die kleine bäuerliche Landwirtschaft hat einen sehr hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Nur mit Offenheit und ehrlicher Information ist es möglich, diesen Stellenwert nicht nur zu erhalten, sondern vor allem die Menschen zu motivieren beim  Einkauf auf unsere Produkte aus der Region und aus Österreich zu greifen.

Auch wenn die Milch bei uns am Hof abgeholt wird, dürfen wir niemals jene Menschen vergessen, welche die fertigen Produkte dann auch kaufen.

 

 


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