Gibt es Gott? Eine berechtigte Frage!

Von Wernerbremen

Ihr Lieben,
heute Nachmittag möchte ich Euch die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:
„Gibt es Gott?“
"Gott gibt es doch gar nicht”, sagte der Fuchs, “das ist doch alles
Unsinn! Das weiß doch eigentlich jeder, dass es ihn nicht gibt,
oder hast du ihn etwa schon einmal gesehen? Und all die Katastrophen
und Krankheiten…. und überhaupt, wo sollte er denn sein? Sicher
gibt es einige schwache und kümmerliche Wesen, die brauchen etwas
Großes und Starkes, an das sie glauben können. Da haben sie sich Gott
ausgedacht, reine Einbildung, aber unser einer, na hör mal…!!”

Sprach´s und ließ den armen Hasen etwas verwirrt zurück.

www.natur-lexikon.com

Ob er recht hat, dachte der traurig, oder nur so tut? Habe ich mir
Gott wirklich nur eingebildet, ihn für mich erfunden? Ich habe doch
mit ihm gesprochen, als ich noch klein war, und manchmal habe ich
ihn neben mir gespürt. Ich werde der Sache auf den Grund gehen und
zum Uhu gehen, der ist schließlich das weiseste Tier im Wald und
wird mir sicher weiterhelfen können.

www.wald.de

Sogleich machte er sich auf den Weg und traf den alten Uhu auf
seinem Lieblingsbaum an. Da er sehr aufgeregt war, legte er sofort
los: “Herr Uhu”, begann er, ” ich habe eine wichtige Frage. Bitte
sagt mir: gibt es Gott?”
Der Uhu öffnete ein Auge und antwortete dann: “Was für eine törichte
Frage, kleiner Hase, natürlich gibt es ihn!” “Aber, sagt, woher weiß
man, dass…” ,wollte der Hase gerade einwenden, als ihm der Uhu
zuvorkam: “Schau dich an, schau mich an, wären wir jetzt hier, wenn
es keinen Schöpfer gäbe? Aber sag´, wie kommst du nur auf dieseFrage?”
“Der Fuchs”, antwortete das Häschen, “der schlaue Fuchs

sagte mir, Gott sei nur Einbildung!” “Ach so, der Fuchs!”, spottete
der Uhu und öffnete ausnahmsweise einmal beide Augen. “Der ist eben
gar nicht so schlau, wie er immer tut, der hat nur Angst, dass er
in seinem Leben etwas ändern müsste, weil es Gott gibt, deswegen
erzählt er solch einen Unsinn!” Dann schloss er seine Augen wieder
und wollte weiterschlafen.
Als der kleine Hase das sah, beeilte er sich, noch schnell eine
letzte aber doch so wichtige Frage zu stellen: “Bitte, lieber Uhu,
bitte sag mir noch, wo Gott ist, und kann man ihn nicht irgendwie
beweisen?”
“Das ist sehr leicht”, gähnte der Uhu, “hattest du schon
einmal jemanden lieb?” “Gewiss”, stammelte das Häschen verwirrt, “meinen Vater, meine Mutter, meine 18 Brüder und Schwestern und..”, hier stockte es ein wenig und errötete, “das kleine Hasenmädchen aus dem Nachbarbau!”
Der Uhu blinzelte ihn ein letztes Mal mitleidig an und sagte dann
endlich:” Also, Häschen, dann zeige mir doch mal Deine Liebe, hole
sie heraus, damit ich an sie glauben kann!”

Ganz erstaunt erwiderte der kleine Hase: “Das geht doch nicht,

Herr Uhu, die kann man doch nicht herausholen, die ist doch ganz
tief da drinnen!” und er zeigte auf sein Herz.
“Eben!”, sagte der Uhu, “Gott auch!”
“Wieso?” fragte der Hase.
“Gott ist Liebe” brummte der Uhu und schlief ein.

Ihr Lieben,
 

weil viele, die meine Geschichten auf dem ESELSKIND-Blog lesen, wissen, dass ich von meinem Studium her Theologe bin, werde ich immer wieder danach gefragt, ob ich denn tatsächlich an Gott glaube und in dem Zusammenhang finde ich die heutige Geschichte sehr hilfreich.
Gott ist für mich ein fernes Wesen, unter dessen Regeln und Gesetzen wir stöhnen und dessen Strafe und Rache wir bei Nichtbeachtung fürchten müssen.
Gott ist für mich kein alter Opa mit einem langen Bart, der fernab der Welt thront und sich das Weltgeschehen aus der Ferne betrachtet.
„An Gott glauben“ bedeutet für mich auch nicht, auf das Jenseits zu warten.
Für mich ist Gott die Liebe, der Wille des Menschen, für den Nächsten da zu sein, als Mutter dem Sohn zu helfen, anderen Menschen Freude zu bereiten.
Wenn man mich ganz persönlich fragt, warum ich an Gott glaube, dann sage ich immer:
Ich glaube an Gott, weil ich auf den Jüngsten Tag hoffe, den Tag, an dem die Menschen vor Gott Verantwortung für ihr Leben übernehmen müssen.
Denn der Jüngste Tag, wie die Bibel ihn nennt, ist die einzige Möglichkeit, die Ungerechtigkeiten diese Welt zu verstehen und auszuhalten, weil am Jüngsten Tag, wie die Bibel sagt, aus Ungerechtigkeit Gerechtigkeit wird und alle Tränen, die gewint wurden, abgewischt werden.

Bis ich aber nach meinem Tode erfahre, ob es auch eine Ewigkeit gibt, werde ich nicht nachlassen und die Zeit, die mir noch zum Leben bleibt, dazu nutzen, Liebe zu üben, Zuversicht zu wecken, Hoffnung zu schenken, Geduld zu üben, Freude zu entzünden, die Menschen zu ermutigen und die Fackel des Lichts durch diese Welt zu tragen.
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch einen fröhlichen Samstagabend und einen gesegneten Sonntag und grüße Euch herzlich aus Bremen


Bremen Das Universum

Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen