Getrüffeltes Gratin Dauphinois

Von Bonheurgouteux


 
Ich mag die Kombination von ganz einfachen mit ganz feinen Dingen. Zum Beispiel Kartoffeln mit Trüffeln, und was liegt da näher als ein getrüffeltes Gratin Dauphinois. Für diesen Klassiker gibt es ja viele Varianten: mit Eigelb oder ohne, mit Käse oder ohne und Festes und Flüssiges in den verschiedensten Mischungsverhältnissen. Ich mache mein Gratin ohne Käse und Ei, mit Milch und Sahne halb/halb und Kartoffeln und Flüssigkeit ungefähr im Verhältnis 3:2. Normalerweise nehme ich auch Muskatnuss, aber diesmal war uns eben nach etwas Trüffeln (wann ist mir eigentlich mal nicht danach), da passt sie für meinen Geschmack nicht rein. Meinem gelegentlichen Hang zum Klein-Klein folgend habe ich zudem statt eines großen Gratins kleine Gratinchen in flachen Mini-Quiche-Formen gebacken. Die Angaben zur Garzeit beziehen sich hierauf, bei einer größeren Form würde ich 10 Minuten zugeben.
 

Zutaten

Für zwei kleine Gratins:

300 g Kartoffeln
1 Knoblauchzehe
2 EL Trüffelabschnitte
1 EL + 2 TL Butter
Salz und Pfeffer
100 ml Sahne
100 ml Milch
2 TL Butter
2 kleine Tarte-Formen mit 14 cm Durchmesser
 

Zubereitung

Trüffelabschnitte sehr fein hacken und in 2 EL Butter andünsten. Sahne und Milch zufügen und beiseite stellen. Kartoffeln schälen und in sehr feine Scheiben schneiden oder hobeln. Gratinformen mit der halbierten Knoblauchzehe kräftig ausreiben. Mit den Kartoffeln darin jeweils eine schöne Rosette legen, salzen und pfeffern. Die Flüssigkeit gleichmäßig darüber gießen, die Kartoffeln sollte gerade so bedeckt sein. Viele geben die Kartoffelscheiben in die erwärmte Flüssigkeit und garen sie darin kurz vor. Ich mache das nicht, weil mir dann in der Form alles zu sehr durcheinander purzelt und kein schönes Muster ensteht, da bin ich bei Gratin total spleenig. Aber das ist natürlich absolut Geschmacksache.

Im vorgeheizten Ofen bei 190° C ca. 20 Minuten backen. Danach Butterflöckchen aufsetzen und nochmals 10 Minuten backen. Wenn man die Kartoffeln in wirklich feine Scheibchen geschnitten hat, sind sie jetzt gar und cremig, ansonsten noch ein paar Minuten zugeben. Mit einem Salat und Baguette servieren und sich freuen, dass etwas so Feines wie Trüffeln am besten zu so etwas Solidem wie Kartoffeln schmeckt. Ohne Schnicki, aber zum Beispiel mit einem Glas Elsässer Gewürztraminer dazu.
 

Vegan

Nach längerer Zeit mal wieder ein Gericht, bei dem ich mir nicht das Hirn zermatern muss, wie das denn auch vegan ginge. Sahne und Milch durch Cuisine und Soja-Drink natur ersetzt. Trüffeln sind meines Wissens nicht vegan, da sie mit Hilfe von Tieren aufgestöbert werden, aber auch hier gibt es Abhilfe: die ebenfalls von mir heiß geliebten Herbsttrompeten. Die bekommt man im Handel meist getrocknet, man muss sie also nach Packungsanweisung einweichen und hackt sie dann einfach fein und gibt sie statt der Trüffeln in die Flüssigkeit. In Frankreich heißen sie nicht grundlos „truffes des pauvres“, daher geben sie tatsächlich – auch für Nicht-Veganer, die gerade keine Trüffeln zur Hand haben – einen feinen Ersatz ab.
 

Kategorie : Gratins & Aufläufe, Hauptgerichte, Snacks & Zwischengerichte Tags : Bistro, cremig, Frankreich, Kartoffeln, Trüffel, vegan, vegetarisch