Gespräch am Rande des Universums

Gespräch am Rande des Universums

„Morgen geht die Welt unter“, erklärte der Mönch. Sein Gesicht konnte ich nicht erkennen. Der Schatten seiner Kapuze verschluckte alles Licht. Dabei war das Restaurant von unzähligen Lichtern erfüllt. Tausende von Kerzen, zwischen denen Myriaden von Glühwürmchen herumschwirrten. Auch draußen vor den schrägen Fenstern war es hell, die Sterne standen dicht wie ein enggewobener Glitzerteppich.

„Wieso ausgerechnet morgen? Wird ein Atomkrieg ausbrechen oder die Sonne explodieren?“

„Nein, es wird nichts explodieren“, erklärte der Mönch, der sich ungefragt an meinen Tisch gesetzt hatte. „Das Universum wird einfach aufhören zu existieren.“

„Das ist unmöglich, gegen alle physikalischen Gesetzte, gegen Verstand und Vernunft.“

„Die Raumzeitkonstante wird sich verändern. Dadurch wird dieses Universum für seine Beobachter unbewohnbar.“

„Völliger Unsinn. Von einer Raumzeitkonstante habe ich noch nie etwas gehört und die anderen Konstanten heißen nicht vergeben so. Sie sind unveränderlich konstant.“

„Wenn du etwas nicht kennst, heißt das nicht, dass es nicht existiert. Und jede Konstante ist nur solange konstant, bis sie geändert wird.“

Der Mann beunruhigte mich. Er wirkte wie ein Missionar. Wenn ich wenigstens seine Augen gesehen hätte. Oder existierte unter seiner Kapuze gar ein schwarzes Loch, das alles Licht aufsaugte und am Ende auch mich verschlucken würde? Andererseits: Konnte ein schwarzes Loch sprechen?

„Sie irren sich. Es gibt niemand, der diese Konstanten verstellen könnte.

Unter der Kapuze grunzte es. Der Mönch schien sich zu amüsieren.

„Nicht die Götter, die du kennst. Sie würden sich damit selbst auslöschen. Doch die Götter, die an der Universumsmaschine sitzen, sehr wohl.“

„Was wird dann mit uns Menschen passieren?“

„Menschen werden nie existiert haben.“

„Das ist unmöglich. Wie kann etwas nie existiert haben, das einmal war?“

„Wenn die Zeit verschwindet, nimmt sie alles mit sich.“

Glücklicherweise war das bloß ein Traum. Die Welt wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch morgen weiter existieren. Euer Traumperlentaucher.



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