Geotags - das Ende der Privatsphäre?

Von Geozentrale

Von Simon Argus

In den Medien ist Google-Streetview derzeit das große Reizthema - jedes Haus und jede Straße in Deutschland werden in absehbarer Zeit auf Google abgebildet werden. Doch befinden wir uns möglicherweise erst am Anfang einer technologischen Entwicklung, die uns in ein paar Jahren vollkommen nackt dastehen lassen könnte - es handelt sich um die Verbreitung der sogenannten Geo-Tags - Informationen im Internet werden jetzt geographisch eingeordnet.


Derzeit ist es noch leicht sich aus Streetview nicht allzu viel zu machen - man hat ja nichts zu verbergen, das eigene Haus von außen sehen - was macht das schon? Und auch die Absichten von Google erscheinen auf den ersten Blick sehr harmlos: Touristen sollen sich ihre Reiseziele schon einmal im Vorhinein ansehen können. Doch so harmlos Streetview für die meisten Menschen sein wird - so bedrohlich erscheint die Welle neuer Technologien die auf uns zuläuft:
Die geographische Zuordnung ist dabei die neue Dimension, die ins Internet Einzug hält. Seit der Verbreitung sogenannter sozialer Netzwerke, wie etwa Facebook oder Studivz, wurden private Fotos Personen zugeordnet. Dies hat bereits für großen Wirbel gesorgt, denn wer nicht sehr umsichtig ist, kann sich bald in kompromittierenden Saufbildern auf Google selbst finden. Allerdings hat man in diesem Prozess eine gewisse Kontrolle: Sogenannte Tags, also Verlinkungen auf Fotos, können wieder entfernt werden - in der Regel wird man auf neue Tags hingewiesen.
View Larger Map Pech gehabt: Diese Sprayaktion ist auf Google-Streetview verewigt.


Die Verbreitung der Geotags findet dagegen eher im Verborgenen statt. Viele wissen nicht, dass in ihrer neuen Digitalkamera ein GPS-Chip eingebaut ist, der jedem Foto eine Positionsangabe hinzufügt. Werden diese Fotos nun hochgeladen, können die geographischen Informationen leicht herausgelesen werden - und könnten in der Zukunft beispielsweise in Google-Maps angezeigt werden. Ursprünglich sollte diese Funktion dem Fotografen ermöglichen, die Bilder leichter zu sortieren. Doch auch ganz andere Dinge sind damit denkbar:
Angenommen auf einer privaten Familienfeier zuhause werden einige Fotos gemacht. Diese werden in ein soziales Netzwerk hochgeladen und mit Namenstags versehen. Gleichzeitig sind sie bereits vom Fotoapparat mit Geotags versehen worden. In absehbarer Zeit ist dadurch denkbar, dass Google-Maps also nicht nur von außen auf unsere Häuser schaut, sondern auch gleich die passenden Fotos von drinnen mitliefert. Inklusive dem Link zum angeschlossenen Facebook-Profil. Und siehe da: In der Facebook Status-Meldung steht, Familie Meier sendet Urlaubsgrüße aus Spanien - das Haus steht leer, und jeder der einen Internetanschluss besitzt kann es sehen.