Genuss hat Priorität – es ist nie zu spät sein Leben in die Hand zu nehmen!

Genuss war schon immer ein fester Bestandteil meines Lebens. Ich bin sozusagen ein echter “Genuss”mensch.
Dies hat den Vorteil, dass man die schönen Seiten des Lebens gerne und ausgiebig in Anspruch nimmt. In einigen Bereichen schlägt aber ein übermäßiger Genuss schon mal direkt auf die Hüften!
Ein Problem mit dem ich eigentlich seit über 30 Jahren zu kämpfen haben. Mal mehr und mal weniger.

Einen sehr großer Puffer für meine Gewichtsschwankungen habe ich nun seit ein paar Jahren mit dem Laufen entdeckt. Wer viel läuft kann viel essen!
Entsprechend hat man so sein Level bei dem alles im grünen Bereich liegt.

Nun wäre es ja eigentlich optimal, wenn man sein ganzes Leben mit so viel Genuss wie möglich anfüllt. OK, im Bereich der Arbeit fällt dies ziemlich schwer, aber vielleicht hilft hier ja schon die Möglichkeit den Umfang der anfallenden Arbeit auf ein “zu bewältigendes Maß” zu reduzieren. In meinem Falle hat sich ja auch deutlich gezeigt, dass wenn man ständig über dem erträglichen Maß liegt, der Schuss letztendlich nach hinten losgeht.
In meinem Falle war dann 4 Monate die Arbeitsleistung gleich null!
Eine Situation die letztendlich keinem hilft.

Von der Fürsorgepflicht eines Arbeitgebers mal ganz abgesehen, ist letztendlich jeder selbst dafür verantwortlich was er sich zumuten kann. Zwar ist jeder einzelne individuell belastbar, aber im Nachhinein muss ich zugeben, dass mein Körper mir sehr zeitig mitgeteilt hat, dass ich geradewegs auf eine Katastrophe zufahre!

Stresstest

Hier sind zwei absolut identische Delfine abgebildet – sollte sich bei der Wahrnehmung ein signifikanter Unterschied zeigen, stehen Sie extrem unter Stress!

Ich habe es lediglich ignoriert.
Ignoriert dahingehend, das die zunehmende Dauermüdigkeit, die zunehmenden Schlafstörungen und Konzentrationsmängel einfach ignoriert wurden. Die Wochenenden waren nur noch dazu da, die Batterien halbwegs aufzuladen um Montags wieder weiter zu machen.
Die sozialen Kontakte brechen nach und nach ab. Man ist froh wenn man zu Hause auf der Couch liegt und bloß keinen “Termin” hat!

Alles ignoriert! Immer weiter, immer mehr!
Zwar kann man mit viel Erfahrung, vieles kompensieren, aber die Leistungsfähigkeit lässt nach und die Leidensfähigkeit ist irgendwann auch erreicht.
Trotzdem habe ich es immer noch nicht erkannt.

Letztendlich hat mich mein Körper da erwischt, wo er wusste er trifft mich am schwersten. Bei meinem geliebten Laufen.
Letztendlich habe ich festgestellt, dass das Laufen, welches ich stets als Ausgleich für den Stress gesehen habe, dem Körper selbst Stress verursacht.
Plötzlich war der Lauf zur Arbeit nicht mehr das Abschalten vom Beruf.
Es war anstrengend und quälend. Fast so wie bei meinem ersten Lauf vor 5 Jahren.
Nach der physischen Erschöpfung die ich ignoriert hatte, kam die körperliche Erschöpfung hinzu! Und sie hielt so lange an, bis sich der Rest wieder regeneriert hatte.

Erst als ich endlich reagierte und es fast schon zu spät war, bekam mein Körper und vor allem mein Geist die entsprechende Pause. Ein Pause zum Erholen aber noch viel wichtiger zum Nachdenken!
Nachdenken über die wichtigen Dinge im Leben.
Und dazu gehört auch der Genuss! Und zwar in jeder Lebenslage.

Ich gönne mir jetzt wieder öfters mal was!
Ich sage viel öfters mal NEIN zu Dingen die mir zu viel werden!
Ich bin achtsamer mit mir und höre auf meinen Körper!
Ich freue mich über die Kleinigkeiten.
Ich bin gelassener.
Ich habe mein “Schubladendenken” abgeschafft.
Ich bin offener für alles Neue.
Ich genieße noch mehr….

So wie bei meinem heutigen Lauf von der Arbeit nach Hause.
Ganz so wie früher.
Mit einem Lächeln auf den Lippen und einem lockeren Schritt.
Spaß hat es gemacht.
Genauso wie früher!
Ich hab´s genossen!


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