Generalisierte Angststörung: 15+ Selbsthilfe-Tipps

generalisierte Angststörung SelbsthilfeMehr als 3 Millionen Deutsche leiden unter übertriebenen, unnötigen Sorgen, die typisch für die generalisierte Angststörung sind. Bei der Überwindung dieser psychischen Problematik kann es hilfreich sein, von einem erfahrenen Therapeuten oder Coach angeleitet zu werden.

Letzten Endes ist auch eine Therapie eine Hilfe zur Selbsthilfe. Darum genügt es nicht, nur zu den Therapiestunden zu gehen. Man muss auch und vor allem dazwischen an sich arbeiten. Nur man selbst kann sich aus dem Sumpf der Angst ziehen.

Wir wollen deshalb darüber sprechen, was Betroffene selbst tun können, um die generalisierte Angststörung hinter sich zu lassen zu können. Folgende Selbsthilfe-Tipps können Dir dabei helfen die generalisierte Angststörung zu überwinden.

1.) Einsicht: Sorgen sind in den meisten Fällen sinnlos

Habe viele Katastrophen erlebt Mark Twain

Mark Twain

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Und darum ist das auch der erste von 15+ Tipps gegen eine generalisierte Angststörung. Es ist wichtig, dass man sich klar macht, dass sich Sorgen in den meisten Fällen nicht lohnen. Sie führen oft nur dazu, dass man sich schlecht fühlt. Zudem sieht die Zukunft immer anders aus, als man glaubt.

Das hat auch Mark Twain gegen Ende seines Lebens erkannt und gesagt: “In meinem Leben habe ich unvorstellbar viele Katastrophen erleiden müssen. Zum Glück sind die meisten davon niemals eingetreten.”

Sorgen lohnen sich nur in wenigen Fällen und zwar nur dann, wenn diese positive Konsequenzen nach sich ziehen. Nur dann, wenn man entsprechend handelt, um die Befürchtungen nicht wahr werden zu lassen. Fürchtest Du Dich vor einem Herzinfarkt, weil Du starkes Übergewicht hast, dann wäre es eine positive Konsequenz, wenn Du Dein Gewicht reduzierst. Indem Du handelst, wirst Du Dich unweigerlich besser fühlen und die Sorge verliert ihre Berechtigung.

In vielen Fällen ist man jedoch machtlos. Man kann oft nichts dafür tun, damit ein befürchtetes Ereignis nicht eintritt. Oftmals ist es schwer für Menschen mit einer generalisierten Angststörung auszuhalten, dass wir Menschen relativ wenig kontrollieren können. Und manchmal haben sie das Gefühl, mit ihren Sorgen zumindest ein wenig Kontrolle zu haben. Doch das hat man natürlich nicht.

1.a) Akzeptiere, dass Du kaum etwas unter Kontrolle hast

Menschen mit einer generalisierten Angststörung haben manchmal das Gefühl, ein Spielball des Lebens zu sein und nichts unter Kontrolle zu haben. Dabei wünschen sie sich Kontrolle und Sicherheit oft mehr als alles andere. Doch der verzweifelte Versuch, kontrollieren zu wollen, was wir nicht kontrollieren können, führt zu unsäglichem Schmerz und Angst.

Und was haben wir schon wirklich unter Kontrolle? Die schmerzliche Wahrheit ist: Ziemlich wenig und nichts was wir tun, ändert etwas daran. Letztlich haben wir zwei Möglichkeiten:

  1. Wir versuchen alles zu kontrollieren, was uns niemals gelingen wird und dauerhaften Schmerz verursacht.
  2. Wir akzeptieren, dass wir die ersehnte Kontrolle nicht erlangen können. Die damit verbundene Machtlosigkeit anzuerkennen ist zunächst ebenfalls schmerzvoll. Manchmal sogar schmerzvoller als der Schmerz und die Angst bei dem stetigen Versuch alles zu kontrollieren. Doch wenn man diesem Gefühl den Raum gibt, das es braucht, so wird dieser Schmerz vergehen. Dann haben wir die Chance, gelassener durchs Leben zu gehen.

Unbewusst glauben Betroffene übrigens manchmal, sie könnten mit ihren Sorgen schlimme Dinge vermeiden. Steht beispielsweise eine Untersuchung beim Arzt an, geht man vom Schlimmsten aus. Bislang ist es schließlich auch immer gut gegangen, wenn man so verfahren ist. Und wenn man Angst hat, dass der Partner einen schlimmen Unfall erleidet, wenn er das Haus verlässt, war das möglicherweise der Grund, weshalb er immer gesund nach Haus gekommen ist.

Es ist wichtig, sich dieser unbewussten Prozesse bewusst zu werden. Denn Deine Sorgen sind nicht der Grund, weshalb in den meisten Fällen nichts Schlimmes geschieht. Es ist schlicht und ergreifend eine Sache der Wahrscheinlichkeit. Die Sorgen und Ängste führen einzig und allein dazu, dass Du Angst hast.

Merke: Wir können das Wenigste kontrollieren. Diese Machtlosigkeit anzuerkennen ist schmerzvoll, doch das vergeht. Zudem verhinderst Du nichts, wenn Du stets auf das Schlimmste gefasst bist. Sorgen ohne positive Konsequenzen führen nur dazu, dass wir uns schlecht fühlen.

2. Ist es wirklich so schlimm?

Wenn sich vorstellt, dass der Partner oder das eigene Kind tödlich verunglückt, dann ist das furchtbar. Wenn man an einer unheilbaren, tödlichen Krankheit leidet, dann ist das ein absolutes Horrorszenario.

Die Wahrscheinlichkeit dafür ist im Allgemeinen gering, doch derartige schlimme Ereignisse sind prinzipiell möglich. Doch noch einmal: Ängste und Sorgen verhindern nicht, dass ein schlimmes Szenario geschieht. Und manchmal sind die befürchteten Ereignisse weniger schlimm, als man denkt.

Nehmen wir an, der Firma, in der Du arbeitest, geht es wirtschaftlich nicht gut. Du hast Angst vor einem Arbeitsplatzverlust. Nun sorgst Du Dich tagein tagaus, dass Du bald die Kündigung bekommst. Vor Deinem geistigen Auge sieht Du Deinen finanziellen Bankrott und all die unangenehmen Dinge, die damit zusammenhängen: Umzug in eine kleinere Wohnung, kein Geld für Urlaub und andere Annehmlichkeiten.

Dabei muss es nicht dazu kommen. Vielleicht erholt sich die Firma. Du könntest Dich woanders bewerben, wenn es tatsächlich zum Bankrott kommt. Du könntest einer ganz anderen Tätigkeit nachgehen oder Dich selbständig machen. Und selbst wenn das alles nicht funktionieren sollte, dann wirst Du hierzulande immer ein Dach über dem Kopf, Strom, fließend Wasser und ausreichend zu essen haben.

Schön ist das sicher nicht, doch oftmals ist das weniger schlimm, als wir uns das ausmalen. Und vor allem lohnt es sich nicht, sich ständig um ungelegte Eier zu sorgen. Das lohnt sich – wie gesagt – nur dann, wenn Du handelst. Vielleicht wäre es beispielsweise ratsam, sich schon jetzt ein zweites Standbein aufzubauen oder sich woanders zu bewerben, um bei diesem Beispiel zu bleiben.

Doch es gibt Szenarien, die einfach unvorstellbar grausam sind…

3. Horrorszenarien unterbrechen

Szenario unterbrechenManche Vorstellungen der Zukunft sind furchtbar und sie werden auch nicht besser, wenn man sich immer und immer wieder damit befasst. Wenn man sich schlimme Dinge vorstellt, dann bekommt man verständlicherweise Angst. Darum ist es nicht sinnvoll, wenn man sich diesen Gedanken immer und immer wieder hingibt.

So hat sich beispielsweise einer meiner Klienten, der ebenfalls Sebastian heißt, immer wieder damit beschäftigt, was wäre, wenn er psychisch schwer erkranken würde, stark depressiv wird und sich schließlich das Leben nimmt. Er stellte sich vor, wie er sich vor einen Zug wirft und seine Liebsten mit seinem Freitod umgehen müssen. Dabei hatte er nichts mit Depressionen zu tun.

In der Annahme, er würde die Angst davor verlieren, je mehr er sich gedanklich in die Situation versetzt, hat er sich immer wieder damit auseinandergesetzt. Er hat sein persönliches Horrorszenario zu Papier gebracht und es ständig durchgelesen. Schließlich, so dachte er, soll man sich seinen Ängsten stellen.

Sich ständig mit derartigen Szenarien zu befassen, macht es jedoch nicht besser. Auch wenn man sich das tausend Mal vorstellt, dann bleibt dieses Ereignis schrecklich und macht Angst. Dieser Tipp war der vielleicht wichtigste Hinweis für Sebastian’s Genesung. Ein Interview, das ich mit ihm geführt habe, kannst Du Dir hier anschauen.

Statt Dich diesen düsteren Gedanken hinzugeben, solltest Du sie mit einem lauten “Stopp” unterbrechen. Wende Dich dann erfreulicheren Phantasien zu, beispielsweise wie Du einen wundervollen Tag mit den Menschen verbringst, die Du liebst. Oft hilft es auch, sich selbst Mut zuzusprechen: “Alles wird gut!”

4. Lass Dich durchchecken

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie beängstigend die Symptome sein können. Und oftmals zweifelt man daran, dass diese ganzen Beschwerden einzig und allein psychische Ursachen haben sollen.

Eine psychische Ursache bedeutet nicht, dass Du Dir die Beschwerden einbildest. Das heißt nur, dass Ängste und Sorgen statt einer körperlichen Erkrankung dafür verantwortlich ist. Manchmal können wir uns kaum vorstellen, dass nichts Ernstes dahinterstecken soll und doch kann die Psyche, Stress, Ängste, Anspannung und Sorgen alle möglichen (körperlichen) Beschwerden hervorrufen.

Wenn das noch nicht geschehen sein sollte, so kann es sinnvoll sein, wenn Du Dich einmal gründlich durchchecken lässt. Schreibe zuvor alle Deine Symptome auf und zeige sie dem Arzt, denn sonst vergisst man oftmals, was man eigentlich sagen wollte.

Ein Gesundheitscheck kann Dir ein wenig dabei helfen, eine psychische Ursachen für Deine Symptome zu akzeptieren. 

5. Entspannungstechniken helfen gegen generalisierte Angststörung

Wenn man eine generalisierte Angststörung hat, dann führen die ständigen Ängste und Sorgen zu Anspannung und Verspannungen. Dadurch wiederum können Symptome auftreten wie Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Sehstörungen, innere Unruhe und Nervosität. Diese Beschwerden machen wiederum Angst, wodurch ein Teufelskreis entsteht.

Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, helfen Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung.

Letzten Endes spielt es kaum eine Rolle, mit welcher Technik man Entspannung findet. Meine persönliche Empfehlung ist die progressive Muskelentspannung, da diese relativ einfach zu erlernen ist, schon nach kurzer Zeit ihre entspannende Wirkung entfaltet und die körperliche Komponente (Wechsel zwischen an- und entspannen einzelner Muskelgruppen) dazu führt, dass man körperliche Verspannungen auch außerhalb der Entspannungsübung schneller bemerkt und so mit der Zeit wieder ein normales Körpergefühl entwickeln kann.

6. Treibe Sport

Auch sportliche Betätigung ist extrem hilfreich. Dadurch wird Anspannung abgebaut, womit Sport entspannend wirkt. Zudem ist Sport gesund und fördert die Zufriedenheit sowie das Glücksempfinden. Außerdem lässt sich durch Sport das Vertrauen in die Belastungsfähigkeit des eigenen Körpers steigern. Es ist ein gutes Gefühl, wenn Du merkst, wie Du mit der Zeit fitter und robuster wirst.

Welche Sportart für Dich geeignet ist; wie es Dir gelingt sportlich aktiv zu werden, wenn Du Angst davor hast sowie weitere Tipps zum Thema “Sport und Angststörung” bekommst Du in diesem Artikel.

7. Sei achtsam

Sorgen sind immer auf mögliche (meist niemals eintretende) Ereignisse in der Zukunft gerichtet. Wenn wir gedanklich im Moment bleiben, haben Sorgen keinen Platz. Sie sind in der Gegenwart schlicht und ergreifend nicht vorhanden.

Darum ist Achtsamkeit die vielleicht größte Waffe gegen die generalisierte Angststörung und damit der wichtigste Selbsthilfe-Tipp.

Wann immer Du gedanklich in die Zukunft abdriftest und anfängst, Dir Sorgen zu machen, kannst Du Dich auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Konzentriere Dich auf den Boden auf dem Du stehst. Fokussiere Dich auf Deine Atmung. Was siehst, riechst, schmeckst und hörst Du gerade jetzt, in diesem Moment?

Meditation kann Dir helfen, insgesamt achtsamer zu leben und so mehr im Hier und Jetzt zu leben. Du kannst Dir eine Anleitung kaufen; es gibt aber auch viele Meditationen auf Youtube oder Spotify. Auch die App “7Mind” kann ich empfehlen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es für Ungeübte anfangs oft schwierig ist, mit der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu verweilen und so dauert es oftmals ein wenig, bis Meditation ihre Wirkung entfalten kann. Wichtig ist, dass Du regelmäßig -am besten täglich- damit arbeitest.

Wie bei allen neuen Gewohnheiten müssen wir uns anfangs oftmals dazu zwingen, am Ball zu bleiben. Es erleichtert es Dir, durchzuhalten, wenn Du einen Termin mit Dir selbst machst und stets zur gleichen Zeit meditierst. Für den Anfang genügen schon 5 Minuten.

Und wenn Du Dich selbst dazu nicht aufraffen kannst, dann starte doch mit EINEM bewussten Atemzug und zwar immer mal wieder.

Merke: In der Gegenwart verlieren Sorgen ihre Berechtigung. Mehr Achtsamkeit führt zu weniger Sorgen und Ängsten. Durch Meditation kannst Du diese Fähigkeit entwickeln. 

8. Erschaffe mit Deinen Händen

Kommen wir zum nächsten praktischen Tipp, der eine Hilfe bei der generalisierten Angststörung sein kann.

Um dieses ewige Kreisen der Gedanken in den Griff zu bekommen, kann es sehr helfen, einer handwerklichen Tätigkeit nachzugehen. Das gilt vor allem für Menschen, die ansonsten sehr kopflastig arbeiten. Das bedeutet Abwechslung, lenkt von Deinen Sorgen ab und hilft Dir, Dich auf den Moment zu konzentrieren.

Probiere doch verschiedene Tätigkeiten einmal aus: Malen, werken, töpfern, häkeln, Gartenarbeit oder puzzlen beispielsweise. Auch das Erlernen und Spielen eines Musikinstruments kann zum erwünschten Ergebnis führen.

Dabei geht es übrigens in keiner Weise darum, ein Meisterwerk zu erschaffen, sondern um die Tätigkeit an sich. Der Weg ist hier das Ziel.

9. Führe ein Sorgetagebuch

Deine Sorgen kreisen womöglich ständig, um bestimmte Ereignisse, die eintreten könnten. Dabei drehen sich die Gedanken schnell im Kreis. Man kommt zu keinem Ergebnis, fühlt sich schlecht und hat oft mit Schlafproblemen zu tun.

Dann ist es ratsam, ein Sorgetagebuch zu führen. Zum einen kannst Du so Lösungsmöglichkeiten finden. Für viele typische Sorgen im Zuge einer generalisierten Angststörung gibt es jedoch keine Möglichkeit zu handeln, um das befürchtete Szenario zu verhindern.

Ein Sorgetagebuch ist vor allem deshalb sinnvoll, um dieses Kreisen der Gedanken zu unterbrechen und Dich EINMAL intensiv damit zu auseinanderzusetzen. Es geht nicht darum, Dir Deine Befürchtungen anschließend immer wieder vor Augen zu führen, sondern Dir vielmehr die Erlaubnis zu geben, Dich nicht ständig damit zu befassen.

Ich habe eine einfache Vorlage für Dich erstellt, die Du hier herunterladen und ausdrucken kannst.

10. Bist Du zufrieden mit Deinem Leben?

Eine generalisierte Angststörung kann auch eine Flucht vor der Realität sein. Die einzige Realität ist die Gegenwart. Beschäftigst Du Dich mit unheilvollen Szenarien in der Zukunft, lebst Du nicht im Moment.

Das kann unbewusst so gewollt sein, wenn uns die Realität – also Dein Leben losgelöst von der Angststörung – nicht gefällt. Um der Flucht vor der Realität die Berechtigung zu entziehen, solltest Du dafür sorgen, dass Dir die Realität gefällt.

Dafür solltest Du die folgenden Fragen für Dich beantworten: Was will ich mit dem Rest meines Lebens anfangen? Was ist mir wichtig und was brauche ich, um glücklich zu sein?

Die Beantwortung dieser Fragen braucht Zeit. Du darfst nicht erwarten, dass Du Dich 30 Minuten vor ein leeres Blatt Papier setzt und diese wegweisenden Fragen locker flockig beantwortest. Vielmehr darfst Du Dich immer wieder damit befassen. Stelle Dir diese Fragen vor dem Schlafengehen, damit Dein Unterbewusstsein während des Schlafes nach Antworten suchen kann.

Gib Dir dabei wirklich Zeit und lasse dabei die Angststörung außer Acht. Man neigt dazu, zu sagen: “Wenn ich die Angststörung los bin, dann kann ich endlich normal leben und glücklich sein.” Meiner Erfahrung nach ist diese nicht (allein) das Problem, sondern oftmals eine Folge eines unbefriedigenden Lebens. Darum solltest Du die Angst außen vorlassen, wenn Du herausfinden willst, was für ein Leben Dich glücklich und zufrieden macht.

11. Nachrichtendiät

Wenn man sich die Nachrichten so anschaut, könnte man das Gefühl haben, die Welt geht langsam zugrunde. Kriege, Mord, Todschlag, Umweltzerstörung, Epidemien. Diese Berichte befeuern die generalisierte Angststörung.

Ich persönlich bin gerne auf dem Laufenden. Allerdings muss man sich auch nicht ständig mit den negativen News zuballern. Denn Nachrichten sind in erster Linie negativ. Dass Lisa P. aus D. einen fantastischen Tag hatte, interessiert niemanden. Wenn sie sich jedoch eine seltene Krankheit einfängt, die damit erstmalig in Europa auftaucht, vielleicht schon.

In den Nachrichten werden die Ausnahmen von der Regel gezeigt. Befasst man sich ständig damit, gewinnt man irgendwann den Eindruck, diese Ausnahmen seien die Regel und die Welt dort draußen sei schlechter als sie ist. Darum kann es sinnvoll sein, dass Du Dir eine Nachrichtendiät auferlegst und diese News meidest.

Natürlich gibt es einige bedenkliche Entwicklungen, über die man sich Sorgen machen kann: Den Treibhauseffekt, das Schmelzen der Pole, die Zunahme von Klimakatastrophen, unser verschwenderischer Umgang mit nicht erneuerbaren Ressourcen, Kriege und Terror. Wenn man sich damit befasst, bekommt man es schnell mit der Angst zu tun.

Daneben gibt es aber auch viele positive Entwicklungen. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Kinder, die aus vermeidbaren Gründen sterben, halbiert. Die weltweite Lebenserwartung hat sich seit 1800 verdoppelt, das durchschnittliche Einkommen seit 1955 verdreifacht. Das globale Bevölkerungswachstum schwächt sich ab, es gibt weniger Kriege, weniger Hunger, weniger Analphabetentum und ja, man mag es kaum glauben, auch weniger Terror als noch vor ein paar Jahrzehnten, auch wenn man aufgrund der Nachrichtenlage einen anderen Eindruck gewinnen könnte.

Aber nichtsdestotrotz gibt es noch genügend Missstände auf dieser Welt. Die Frage ist, was es bringt, wenn wir uns ständig damit befassen? Letztlich hast Du die Möglichkeit, Dich zu engagieren: In Hilfsorganisationen oder in der Politik. Du kannst Petitionen voran bringen und an Umweltschutzorganisationen spenden. Wenn Du aktiv wirst, haben Deine Sorgen eine positive Konsequenz und Du fühlst Dich besser. Wenn Du aber nichts tust, dann führt der dauernde Konsum von schlechten Nachrichten, jedoch nur dazu, dass Du Dich schlecht fühlst.

13. Sei dankbar

Das wunderbare Gefühl der Dankbarkeit lässt sich quasi auf Knopfdruck herstellen.  Vermutlich ist Dir meist gar nicht bewusst, wie viele Gründe es für Dich gibt, dankbar zu sein. Das meiste ist für uns selbstverständlich.

Du hast vermutlich zwei gesunde Beine und kannst sehen. Du hast ein Dach über dem Kopf, ausreichend zu essen, warmes Wasser und Strom. Du hast Freunde und vielleicht Familie. Du hast die Nacht gut überstanden… Es gibt so vieles, wofür man dankbar sein kann.

Ich empfehle Dir, jeden Morgen nach dem Aufstehen 3 Dinge in Erinnerung zu rufen, für die Du dankbar sein kannst. Versuche nach Möglichkeit immer unterschiedliche Gründe zu finden. Das wird Dir nicht immer gelingen, was gut ist. Denn Dein Unterbewusstsein sucht weiter, wodurch sich Dein Fokus von dem Schlechten in der Welt zu den positiven Dingen verschiebt.

14. Achte auf Deine Körperhaltung und lächle

Wenn Du fröhlich bist, dann lächelst Du. Das Ganze funktioniert aber auch andersherum. Wenn Du lächelst, signalisierst Du Deinem Gehirn, dass es Dir gut geht, wodurch sich ein positives Gefühl einstellt. Auch wenn Dir nicht dazu zumute ist: Ziehe die Mundwinkel zu einem Lächeln nach oben. Probiere es doch gleich einmal aus.

Gleiches gilt im Übrigen für Deine Körperhaltung. Wenn wir ängstlich und sorgenvoll sind, neigen wir dazu, uns klein zu machen. Am liebsten würden wir uns manchmal wie ein Embryo zusammenrollen. Das führt zu Verspannungen und einem mangelnden Selbstbewusstsein. Außerdem fließt der Atem nicht so frei, wie er sollte.

Darum solltest Du darauf achten, dass Du eine gerade Körperhaltung einnimmst. Mach Dich groß, Brust raus, Schultern nach hinten, Kinn hoch.

Wenn man lange Zeit eher in sich gesunken durchs Leben gegangen ist, mag sich das anfangs komisch anfühlen. Es kann sogar sein, dass Dir zunächst etwas schwindlig wird und Dein Rücken ein wenig schmerzt. Lass Dich davon nicht abhalten. Das wird vergehen und Du wirst Dich besser fühlen.

15. Werde optimistischer

Sorgen sind ein düsteres Bild der Zukunft, die dazu führen, dass wir uns in der Gegenwart schlecht fühlen.

Nun sollten wir durch achtsameres Leben mehr im Hier und Jetzt verweilen, doch hin und wieder beschäftigen wir uns gezwungenermaßen mit der Zukunft. Wir müssen planen und auch wenn wir vor einer Entscheidung stehen, nehmen wir mutmaßliche Konsequenzen unserer Entscheidung vorweg.

Aber auch so stellen wir uns vor, wie die Zukunft aussehen wird. Das lässt sich nicht vermeiden. So denken wir beispielsweise darüber nach, wie der gebuchte Urlaub sein wird. Für die meisten Menschen bedeutet das eine schöne Zeit und wir freuen uns darauf. Menschen mit einer generalisierten Angststörung neigen dazu, sich vorzustellen, was alles schief gehen könnte. Hoffentlich überstehe ich die Anreise! Hoffentlich geht es mir dort nicht schlecht! Was ist, wenn ich dort krank werde oder Panikattacken bekomme?

Wenn man so an einen bevorstehenden Urlaub herangeht, ist es unmöglich, sich darauf zu freuen. Stattdessen sollten wir die schrecklichen Bilder durch schöne Bilder ersetzen. Wie wir entspannt am Strand liegen oder in den Bergen eine wundervolle Wanderung erleben.

Die Vorstellung der Zukunft ist nur ein gedankliches Konstrukt, das so nur in den seltensten Fällen eintritt. Auch wenn wir davon ausgehen, dass die Zukunft gut sein wird, wird es vermutlich anders sein mit einem kleinen, feinen Unterschied: Wir fühlen uns heute besser und freuen uns darauf, was vor uns liegt.

Die sich selbst erfüllende Prophezeiung

Wenn ich immer Schlechtes erwarte, passiert mir Schlechtes. Diese sogenannten “sich selbst erfüllende Prophezeiungen” geben die Bestätigung für die Richtigkeit seiner Befürchtungen. Dabei sind es oftmals die Befürchtungen, die zum unerwünschten, aber befürchteten Ergebnis führten.

Ich spreche hier nicht von Karma, Schicksal und dergleichen. Es ist viel banaler. Wenn Du zum Beispiel glaubst, Du bist nicht in der Lage eine bestimmte Aufgabe zu meistern – wie motiviert gehst Du wohl daran? Du wirst allein aufgrund dieser Einstellung kein zufrieden stellendes Ergebnis erzielen.

Optimisten sind realistischer

Die meisten Pessimisten halten sich für Realisten. Auch wenn die Zukunft meist anders aussehen wird, führen die Befürchtungen manchmal zum erwarteten negativen Ergebnis. Vor allem dann, wenn wir durch unser Handeln dafür sorgen, dass unsere Befürchtungen sich bewahrheiten.

Meistens kommt es jedoch anders. Wieviele Deiner Befürchtungen sind denn so eingetreten? 10%, 5% ? Auf jeden Fall die wenigsten, was bedeutet, dass Optimisten realistischer sind als Pessimisten.

Selektive Wahrnehmung

Menschen mit einer generalisierten Angststörung nehmen negative Erlebnisse viel eher wahr, als positive. Schließlich konzentrieren sie sich auf alles Schlechte. Das geht teilweise so weit, dass man bereits kleinste Negativerlebnisse als Beweis dafür ansieht, sein Leben stehe unter keinem guten Stern.

Ein einfaches Beispiel: Immer wählst Du zuerst den falschen Schlüssel am Schlüsselbund? Wenn Du zwei identische Schlüssel hast, dann wirst Du bei tausenden Versuchen zu etwa 50% zuerst den falschen und zu 50% den richtigen Schlüssel zücken. Das ist eine Sache der Wahrscheinlichkeit. Es ist nur Deine Wahrnehmung, die Dir suggeriert, Du triffst immer die falsche Entscheidung.

Die Zukunft wird nie genauso aussehen, wie wir uns das vorstellen. Die Chancen stehen jedoch weitaus besser, dass diese schön wird, wenn Du positiv an sie herangehst. Und vor allem fühlst Du Dich in der Gegenwart besser. Ich hoffe, es ist deutlich geworden, dass Dir mehr Optimismus gegen die Angststörung hilft. Wie Dir das gelingt, erfährst Du in diesem Beitrag.

Schlussworte und Empfehlung

Eine generalisierte Angststörung kann sich als ziemlich hartnäckig erweisen, doch ich hoffe, dass klar geworden ist, dass Du etwas tun kannst, um die Angst zu reduzieren und die Angststörung bestenfalls komplett zu überwinden. Um eine Angststörung loszuwerden, ist es notwendig, aktiv etwas zu verändern. Diese Selbsthilfe-Tipps können Dir dabei eine Hilfe sein.

Am besten machst Du jetzt einen Plan, welcher dieser Vorschläge Du in die Tat umsetzen möchtest. Welche Hinweise, die Dur hier gefunden hast, möchtest Du für Dich mitnehmen? Mache Dir ein paar Notizen und starte am besten noch heute mit der Umsetzung.

Es würde mich sehr interessieren, wie Dir meine Tipps gefallen. Auch für Anmerkungen und konstruktive Kritik bin ich dankbar. Schreibe mir doch einen kurzen Kommentar. Ich antworte ganz bestimmt.

Hier noch ein paar Leseempfehlungen:

generalisierte Angststörung  – ein Überblick

Ist eine generalisierte Angststörung heilbar?

Migräne 300% erhöht

Wenn Du Dich gefragt hast, was gegen die generalisierte Angststörung hilft, dann hoffe ich, dass Du hier fündig geworden bist. Eines ist klar: Nur Du selbst kannst Dir helfen und diese Selbsthilfe-Tipps können

Tipp: E-Mail-Coaching

Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, dann wirst Du meine E-Mails lieben. Hier bekommst Du weitere Tipps gegen Angstzustände und Panikattacken und es kostet nichts.

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Ich freue mich auf Dich.

Lieben Gruß.

Sebastian Kraemer


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