Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen

Hallo ihr Lieben! :)

Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion wird wöchentlich von Schlunzen-Bücher betreut; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Bild!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade "Dreams of Gods & Monsters" (Daughter of Smoke & Bone #3) von Laini Taylor und befinde mich auf Seite 479 von 613.

Gemeinsam Lesen

"Two worlds are poised on the brink of a vicious war. By way of a staggering deception, Karou has taken control of the chimaera's rebellion and is intent on steering its course away from dead-end vengeance. The future rests on her.
When the brutal angel emperor brings his army to the human world, Karou and Akiva are finally reunited-not in love, but in tentative alliance against their common enemy. It is a twisted version of their long-ago dream, and they begin to hope that it might forge a way forward for their people. And, perhaps, for themselves.
But with even bigger threats on the horizon, are Karou and Akiva strong enough to stand among the gods and monsters?"

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

""It wasn't our fault!" Razgut had screamed when the Faerers were sentenced, but this was a lie."

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Hach, das Finale der Daughter of Smoke & Bone - Trilogie! Letzte Woche habe ich ja noch den zweiten Band "Days of Blood & Starlight" gelesen, jetzt stehe ich schon kurz vor dem Abschluss der Geschichte rund um Karou, Akiva, Zuzana, Mik und ihren Verbündeten. Wie ihr euch vielleicht erinnert, schrieb ich letzte Woche, dass ich das Gefühl hätte, der zweite Band sei weniger magisch als der erste. Mittlerweile denke ich, das stimmt auch, aber es war nötig. Die Realität, die in "Days of Blood & Starlight" auf Karou und die LeserInnen einstürzt und diesem Abschnitt der Geschichte ein wenig die Magie raubt, ist unausweichlich. Man braucht die Realität, um von einer besseren Zukunft träumen zu können. Ich nehme es Laini Taylor auch nicht übel, dass sich die Handlung in "Days of Blood & Starlight" langsamer als im Vorgänger entwickelt, weil ich die Pause ebenfalls für nötig erachte. Nach all dem, was in "Daughter of Smoke & Bone" passiert, brauchte Karou diese Pause dringend, um sich zu sammeln. Ohne sie hätte sie sicher niemals die Kraft für die Umsetzung ihrer Pläne in "Dreams of Gods & Monsters" gefunden. Um genau zu sein, ohne die Atempause gäbe es keinen Plan. So gesehen finde ich, dass jeder Band dieser Trilogie sein eigenes Tempo und seine eigene Atmosphäre hat, was ich als ziemlich außergewöhnlich einschätze. Normalerweise habe ich beim Lesen von Trilogien entweder das Gefühl, dass die Geschichte fortlaufend geschrieben und später nur an einigermaßen logischen Punkten getrennt wurde oder ich spüre im Voraus geplante Cuts (in der Matched-Trilogie von Ally Condie war das zum Beispiel so). Die Daughter of Smoke & Bone - Trilogie fügt sich irgendwie anders zusammen. Ich glaube nicht, dass Laini Taylor sie fortlaufend geschrieben hat, aber es wirkt auch nicht so, als hätte sie deutlich zwischen den Bänden unterschieden, denn die Geschichte entfaltet sich natürlich und die Übergänge sind sehr weich. Ich kann es nicht anders sagen, sie hat das fabelhaft gestaltet.
Was die Handlung dieses Finales betrifft, stehe ich ganz kurz vor der großen Enthüllung hinsichtlich der Verbindung zwischen den Welten. Ich bin ziemlich überrascht davon, dass Laini Taylor diese Verbindung überhaupt thematisiert - das hätte ich weder im ersten noch im zweiten Band jemals erwartet oder vorausgeahnt. Und ich liebe es! Dadurch sieht es nämlich so aus, als würde sich am Ende alles herrlich ineinander fügen. Ich mag runde, logische Abschlüsse, die keine inhaltlichen Fragen offen lassen. Es freut mich von Herzen, dass Laini Taylor und ich scheinbar auch in dieser Hinsicht harmonieren werden, obwohl ich dem Ende der Geschichte an sich mit einer gehörigen Portion Traurigkeit entgegen blicke. Es wird weh tun, Karou und ihre Freunde gehen zu lassen.

Noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache: ich werde die Rezension zu "Stark: The Dark Half" von Stephen King vorziehen, um die Rezensionen zu den Bänden der Daughter of Smoke & Bone - Trilogie nacheinander und ohne Unterbrechung veröffentlichen zu können. :)

4. Angenommen du hättest ein Ticket für eine Lesung eines Autors deiner Wahl gewonnen - welcher wäre es, und warum?

Uff, das ist aber schwierig. Es gibt so viele tolle AutorInnen... Die Auswahl ist riesig. Zählen eigentlich auch bereits verstorbene SchriftstellerInnen? Wenn ja, erhöht sich die Anzahl der in Frage kommenden Schreiberlinge ja noch einmal. :O Ich denke, ich werde diese Frage deswegen doppelt beantworten - einmal für die Lebenden, einmal für die Verstorbenen.

Was lebende AutorInnen betrifft, gibt es für mich nur eine einzige logische Wahl: Joyce Carol Oates. Nicht nur ist sie meine Lieblingsautorin, sie ist schlicht brillant und tatsächlich habe ich in meine Überlegung auch einfließen lassen, dass diese großartige Schriftstellerin bereits stolze 77 Jahre alt ist. Ich bin realistisch: sehr viele Gelegenheiten, sie hautnah zu erleben, werden sich nicht mehr ergeben. Man kann von einer Dame ihres Alters nicht erwarten, dass sie genauso flexibel durch die Welt tourt wie eine 20-Jährige, obwohl ich ihr ein aktives Leben nicht absprechen möchte. Ich kann nicht einschätzen, ob sie es kann, aber ich kann mir gut vorstellen, dass sie es einfach nicht mehr möchte und ich finde das völlig okay - das Privileg des Alters. ;) Wenn ich also eine Lesung gewinnen würde, würde ich die Chance nutzen. Mir wäre es ziemlich egal, aus welchem Buch sie liest, mir käme es mehr darauf an, ihre Intonation, ihre persönliche Sprachmelodie zu erleben, um sie später beim Lesen übertragen zu können. Ich würde gern ein noch besseres Gefühl für ihren Schreibstil und die vielen Schichten unterhalb des geschriebenen Wortes erhalten. Auch würde ich sie gern fragen, wie sie entscheidet, eine bestimmte Inspiration oder Idee zu einer Geschichte auszuarbeiten. Da sie sehr gesellschaftskritische Themen behandelt, sollte sie eigentlich mehr als ausreichend Input zur Verfügung haben. Mich interessiert, an welchem Punkt sie entscheidet, dass eine Idee es wert ist, sie genauer zu betrachten. Ich weiß, dass sie sehr kontrolliert und nach Plan schreibt, doch Inspiration und die Anwesenheit ihrer speziellen Muse kann man nicht planen. Ich würde daher gern mehr über den Ausgangspunkt ihres Schreibprozesses erfahren.

Meine Wahl aus der langen Riege der verstorbenen AutorInnen hat mich selbst ziemlich überrascht, aber ich habe - wie auch bei der Auswahl der nächsten Lektüre - absolutes Vertrauen in meinen Bauch und der hat in den letzten Tagen, während derer ich über diese Frage nachgedacht habe, meinem Gehirn stur immer wieder denselben Namen gesendet: Kurt Vonnegut. Mein Bauch ist überzeugt, dass er ihn gern erleben würde. Leider ist er 2007 verstorben, diese Lesung bleibt also eine Fantasie. Bisher habe ich nur ein einziges seiner Bücher gelesen, das aber sein berühmtestes und gleichzeitig wohl auch wichtigstes Werk ist: "Slaughterhouse 5 OR The Children's Crusade". Das Buch beschäftigt mich bis heute und hat sich tief in meine Seele gebrannt, weil es so... traurig ist, obwohl es auf den ersten Blick gar nicht den Anschein hat. Oberflächlich betrachtet wirkt es komplett abgedreht und nicht von dieser Welt, schält man aber Schale für Schale weg, kommt dabei etwas zum Vorschein, das das Herz stocken lässt. Die Bedeutung dieses Buches findet man nur mit dem richtigen Blickwinkel und ich bin sehr dankbar, dass ich es für die Uni lesen durfte und dementsprechend auch eine helfende Hand bei der Interpretation hatte. Ich denke, meine Bindung an "Slaughterhouse 5″ würde von einer Lesung von Kurt Vonnegut profitieren. Es ist eine so persönliche Verarbeitung von schrecklichen Erinnerungen, dass ich mir eine Lesung sehr sehr intim vorstelle, die mich noch besser begreifen lässt, durch welche Hölle der Autor gehen musste. Und die mich die Botschaft des absoluten Pazifismus noch stärker verinnerlichen lässt.

Ich freue mich auf eure Meinungen und Kommentare und wünsche euch allen einen wundervollen Dienstag!
Alles Liebe,
Elli


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