Geht ganz einfach – Ohne Eier kochen und backen.

Von Heike

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

ist Ihnen gestern beim Kochen Ihres Frühstückseis auch plötzlich der Appetit darauf vergangen?

Ei, Ei, Ei – was für eine bodenlose Schweinerei ist da wieder im Gange!

Auf Kosten der armen, über alles Maß zusammengepferchten Hennen, unter Hinnahme von Qual und Leid wurde – wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten – ordentlich Profit gemacht! Wir, die gutmütigen Verbraucher, wurden dabei bewusst getäuscht und abkassiert. Bleibt zu hoffen, dass dieser undurchsichtige, skandalöse Sumpf in Hühnerställen und  Legebetrieben jetzt endgültig trockengelegt und die Verantwortlichen ohne Wenn und Aber zur Rechenschaft gezogen werden. Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Straftatsbestand.

Gibt es überhaupt “sichere” Eier?

Wie kann man als Verbaucher sichergehen, dass dort, wo “Bio” oder “von freilaufenden Hühnern” draufsteht, auch das im Eierkarton drin ist, was man wirklich kaufen möchte? Leider kann auch ich Ihnen dazu keine hundertprozent verbindliche Antwort geben. Ganz sicher gehen, dass die Hennen, die einen mit Frühstücksei & Co. versorgen, artgerecht gehalten und gefüttert werden, kann man wohl nur, wenn man selbst Hühner hält. Aber, ganz ehrlich, wer kann das schon?

Wichtig ist  für mich persönlich, beim Produzenten meines Vertrauens einzukaufen. Ich lebe in einer Region, wo es noch mehrere landwirtschaftliche Betriebe gibt, die ihren Hennen ein  adäquates Außengehege zum Scharren, Herumlaufen und Sandbaden bereit stellen. Dort kann man als Verbraucher die Hennen ebenfalls begutachten und an ihrem Federkleid, ihrem Verhalten und allgemeinen Erscheinungsbild feststellen, ob es ihnen wirklich gut geht. Wenn ich Zweifel oder Fragen habe, scheue ich mich nicht, genau nachzufragen. Wer es ehrlich meint, wird auch eine ehrliche Antwort geben.

Wer keinen Hofladen in seiner Nähe hat, sollte  Eier besser auf dem Wochenmarkt als im Supermarkt kaufen. Doch auch hier lohnt es sich, einmal gezielt nachzufragen. Nicht alle Anbieter von Eiern auf dem Wochenmarkt sind automatisch selbst Produzenten, sondern beziehen ihre Eier fremd von landwirtschaftlichen Betrieben. Da ist kritisches Nachhaken durchaus berechtigt.

Kochen und Backen ganz ohne Ei

Ich halte es inzwischen so, dass ich meinen Eierkonsum drastisch reduziert habe. Am Wochenende esse ich manchmal zwar noch gern ein frisch gekochtes Frühstücksei oder ein Rührei mit Kräutern. Dieses Ei kaufe und genieße ich dann aber ganz bewusst. Das Ei bedeutet für mich einen Luxus, keine Selbstverständlichkeit!

In vielen Speisen, in denen das Ei nicht die Hauptzutat an sich ist, sondern z. B. zum Binden, als Triebmittel oder Feuchtigkeitsspender dient,  lassen sich die Eier jedoch ohne viel Aufwand durch andere, rein pflanzliche  Zutaten ersetzen.

Kochen ohne Ei

Bei herzhaften Gerichten wie z. B. fleischlosen Burgern und Braten wird das Ei vornehmlich als Bindemittel verwendet. Hier kann man zum Binden

  1. Paniermehl
  2. Kichererbsenmehl
  3. Sojamehl
  4. feine Haferflocken
  5. Leinsamenschrot, Grünkernschrot oder Dinkelschrot
  6. Tomatenmark
  7. gemahlene Nusskerne oder Mandeln verwenden.

Einfach die alternativen Bindemittel in den Teig einarbeiten, bis er schön griffig ist und sich gut formen lässt.

Backen ohne Ei

Hefe- und Mürbeteig gelingen auch ohne Ei ganz problemlos.

Bei Rührteigen gibt man etwas mehr Triebmittel (z. B. Weinsteinbackpulver) hinzu und gleicht die fehlende Flüssigkeit und Masse durch

  1. Pflanzendrink
  2. Pflanzensahne
  3.  Seidentofu
  4. Sojajoghurt
  5. 1/2 große pürierte Banane
  6. Apfelmus (ca. 60 g) aus.

Schön locker werden Rührteige, wenn man anstelle von 1 Ei

  1. 1 EL fein gemahlenen Leinsamen mit 3 EL Wasser schaumig verrührt
  2. 1 EL Sojamehl mit 3 EL Wasser schaumig verrührt
  3. 1 EL Speisestärke mit 2 EL Wasser verrührt
  4. 1 TL Backnatron zusätzlich zum Backpulver zum Teig gibt und kurz bevor man den Kuchen in die Form füllt, 1 EL Apfelessig unterrührt.

Süßspeisen ohne Ei

Auch viele Süßspeisen gelingen ganz ohne Ei. Ein Rezept, mit dem ich meine Teilnehmer in den Kochkursen immer wieder überrasche, ist eine vegane Mousse au chocolat, die auf der Basis von Seidentofu hergestellt wird. Die Mousse ist leicht und locker, schmilzt auf der Zunge und schmeckt überhaupt nicht nach Tofu! Sie ist so lecker, dass im Kurs immer ein reger Wettkampf darum entseht, wer die Rührschüssel ausschlecken darf!

Vegane Mousse au Chocolat

200 g hochwertige Zartbitterschokolade
250 g Seidentofu
6 – 8 EL fein gesiebter Puderzucker
6 EL ungesüßtes Kakaopulver
Sojadrink oder einen anderen Pflanzendrink nach Wahl
3 EL Rum (falls gewünscht)
 
Die Schokolade vorsichtig im Wasserbad schmelzen.
Die Einlegflüssigkeit vom Tofu vorsichtig abgießen.
Den Tofu mit der geschmolzenen Schokolade in der Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab sehr fein pürieren. Den Puderzucker und das Kakaopulver unterrühren. So viel Sojadrink hinzufügen, bis die Masse schön cremig ist (hängt von der Konsistenz des Seidentofus ab) und nochmals kurz pürieren.
Falls gewünscht, den Rum unterrühren.
Die Mousse in Dessertschalen füllen und  vor dem Servieren im Kühlschrank  gut durchkühlen (3 – 4 Stunden)  lassen.
 
Tipp:
Wer Zartbitterschokolade nicht schätzt und nicht strikt vegan lebt, kann die Zartbitterschokolade durch Milchschokolade ersetzen oder 100 g Zartbitterschokolade und 100 g Milchschokolade verwenden.
 

Einen guten Start in die neue Woche wünscht Ihnen

Ihre Heike Kügler-Anger