Gegenüber der Occupy-Bewegung verhält sich die evangelische Kirche wie eine Zuschauerin

Ich habe in mei­ner Rezension von Heribert Prantl’s Streitschrift “Wir sind Viele” geschrie­ben:

…in einem zwei­ten Text ver­sucht Prantl, die glei­che Thematik [occupy-Bewegung] bib­lisch zu begrün­den. Ein Versuch, der in mei­nen Augen schon des­halb schei­tern musste, weil die christ­li­chen Großkirchen Teil des kri­ti­sier­ten Systems sind.

Der hpd weist heute auf einen Artikel hin, der diese Problematik sehr aus­führ­lich unter die Lupe nimmt: Gegenüber der Occupy-Bewegung ver­hält sich die evan­ge­li­sche Kirche wie eine Zuschauerin.

Werner Rätz, Mitbegründer von attac, sieht ein “kla­res und dra­ma­ti­sches Defizit von Seiten der Kirche. Offensichtlich hat sie zur kapi­ta­lis­mus­kri­ti­schen Bewegung, sei es in der Gestalt von Occupy-Frankfurt, von attac oder ande­ren, nichts bei­tra­gen kön­nen oder wol­len. Dort regis­triert kaum noch jemand, dass Kirche fehlt. Die Kirchen ver­schla­fen die jet­zige Bewegung von Menschen. Es zeigt sich, dass sie kein Interesse an denen haben, die die soziale Frage in der Finanzkrise the­ma­ti­sie­ren.” [...]

Und wie rea­giert die Kirche auf sol­che ethisch und poli­tisch bedeut­sa­men Forderungen, die inhalt­lich gar nicht so weit ent­fernt von kirch­li­chen Positionen sind?
Normalerweise erlaubt Reichtum Unabhängigkeit. Doch Deutschlands Kirchen sind reich und abhän­gig zugleich. Sie sind näm­lich nicht nur in viel­fäl­ti­ger Weise in das Finanzsystem ein­ge­bun­den, son­dern haben sich auch von ihm abhän­gig gemacht. Wenn Pfarrpensionen – wie in der hessen-nassauischen Landeskirche – nicht durch ein umla­ge­fi­nan­zier­tes soli­da­ri­sches Verfahren gene­riert wer­den, son­dern am Kapitalmarkt, ver­traut die Kirche auf den fata­len Erfolg eines ren­di­te­träch­ti­gen Finanzsystems. Sie zieht ihren Vorteil aus einem System, das auf ren­di­te­träch­tige Anlage bedacht ist und treibt dadurch den Kasinokapitalismus an. Daher kann die Forderung nach “Umkehr” nicht allein an die Akteure des Finanzsektors gerich­tet wer­den. Es ist viel­mehr an der Zeit, dass die Kirche ihre eige­nen Verstrickungen in die illu­sio­nä­ren Versprechungen des Finanzsystems auf­deckt.

Nic


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