Geflecht aus Stahl – Gartenschuppen & Komposter aus Bewehrungsstäben

Von Lilligreen @lilligreen

Ob aus Weide, Bambus oder Bananenblättern – Flechtwerke erleben nicht nur hierzulande eine Renaissance. Auch das Schottische Architektur Studio Groves-Raines liebäugelte mit dem alten Korbmacherhandwerk, als sie für den Prestigious Aia Award eine geflochtenen Gartenschuppen der etwas anderen Art entwarfen und sich dabei gegen 61 internationale Mitstreiter durchsetzten. Statt eines gewöhnlich aus pflanzlichen Fasern bestehenden Korbgeflechtes wählten sie Bewährungsstäbe aus Corten Stahl als Material, die üblicherweise als Bewehrung (Verstärkung) von Stahlbetonbauwerken verwendet werden. Um den Boden nicht durch ein konventionelles Fundament zu versiegeln, werden die vertikalen Stäbe zur Verankerung direkt in die Erde gesteckt. Das Bauwerk dient als Komposter und Aufbewahrungsort für Gartengeräte. Luft und Sonnenlicht kann durch die entstehenden Schlitze in die organisch geschwungene Form eindringen und sorgt so für die notwendige Ventilation und schnelle Zersetzung innerhalb des Komposters. Das mit Dichtungsbahnen belegte Stahldach bekommt einen Hut aus Gras. So fügt sich die Struktur optimal in den Garten ein und ist gleichzeitig ein Hingucker für jeden Besucher.

Leider ist nicht ganz klar, ob es sich hier bei den Stählen um Recycling Stäbe handelt. Da es aber heute kein Problem mehr darstellt, Stahl von Beton nach dem Rückbau eines Gebäudes wieder zu trennen, kann diese Technik durchaus als pfiffige Idee für ein zukünftiges ReDesign von Stahlbetongebäuden anerkannt werden.

Flechtwerk

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