Gedicht des Tages: Joseph von Eichendorff

Passend zur Weihnachtszeit hat Joseph von Eichendorff die richtigen Worte gefunden. Der in Oberschlesien geborene Schriftsteller gilt als einer der bedeutendsten Romantiker. Ein Denkmal setzen ihm unzählige Musiker, die sein Werk ein paar tausend mal vertont haben. Großartig sind nicht nur seine vielen, vielen Gedichte. Auch die Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts gilt als wichtiges Element der deutschen Romantik.

Weihnachtszeit

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend’ geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen-
O du gnadenreiche Zeit!

Ein Licht in dunkler Jahreszeit

Ein Licht in dunkler Jahreszeit

Foto: Thomas [email protected]


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