Gedanken zum Valentinstag

Erstellt am 11. Januar 2011 von Samaki
An sich bin ich keine Verfechterin fester Daten, also an welchem Tag man was tun muss, wann was zu sagen ist oder sogar wann man lachen darf. Ich finde es aber auch äußerst hilfreich und der puren Lebensfreude zuträglich, wenn sich andere Menschen an genau diesen festgelegten Terminen - wie Karneval, Jubiläen und Weltmeisterschaften - durchs Lachen, Sich Freuen und Glücklichsein hangeln. Ja warum denn auch nicht! Als beispielsweise im vergangenen Jahr Spanien im WM-Endspiel antrat und wir Gastarbeiter auf der Insel uns spanischer gefühlt haben, als das Mallorca-Völckchen an sich und die anderen Spanier selbst, das war schon ein erhebendes Gefühl. Selbst im Chinarestaurant um die Ecke und bei unseren indischen Nachbarn mit den internationalen Mode-Labels waren alle anlässlich dieses besonderen Datums mit rötlichen Fußballtrikots bekleidet, die syntetisch-schrill danach schrien, diesen Tag in die Geschichte eingehen zu lassen. Und nun steht quasi der Valentinstag vor der Tür. Und ich höre schon die Kritiker quasseln, alles nur Konsum. So ein Quatsch, sage ich! Zumindest nicht mehr Konsum als zur Karnevalszeit - Kostüm, Schminke, Alkohol, Klümmchen, Konfetti, Girlanden, Fettgebäck ....., oder zu Ostern, zu Nikolaus, zum Geburtstag, zu wann auch immer .... Ich mag den Valentinstag. Das war nicht immer so, ich erinner mich auch an meine romantisch-revolutionäre Zeit, als Mann mir um Gottes Willen nichts am 14. Februar schenken durfte! Das fand ich ätzend. Mit der Zeit wird frau jedoch klüger und lernt das hingebungsvolle Genießen. Als mein wunderbarer frisch angetrauter Gatte mich dann an unserem ersten ehelichen Valentinstag zu einem Konzert der besonderen Art einlud und wir auf unserer Hochzeitsreise in Los Angeles unseren Lieblingssänger live erleben durften, gemeinsam mit vielen anderen vor Verzückung dahinschmelzenden Paaren an diesem Tag der Tage der Liebe, schlug mein Valentinstagspegel voll aus. Von Herzen Danke für dieses wunderbare Datum! Als Impuls, seine Gefühle zu offenbaren. Und egal, ob Mythos oder wahre Begebenheit, mir gefällt der Gedanke, der Valentin auch heute noch unseren Alltag durchbrechen lässt. Dieser Priester aus Ternia, später als Märtyrer heilig gesprochen, doch hingerichtet am 14. Februar 269, ließ sein Leben, weil er es wagte, Jungverliebte christlich zu trauen. Er soll auch einen großen Blumengarten gehabt und vorbeikommende Paare mit diesen Blüten beschenkt haben. Legenden berichten, dass er selbst in die Tochter eines römischen Gefängnisaufsehers verliebt war, mit der er dann heimlich Briefe austauschte. Rund hundert Jahre nach Valentins Hinrichtung soll dann im Römischen Reich damit begonnen worden sein, den Tag des Heiligen Valentin zu feiern. In vorchristlichen Zeiten wurde außerdem in Rom am 14. Februar zu Ehren der römischen Göttin Juno, sie war die Schützerin von Ehe und Familie, die Valentinade gefeiert. Und bereits damals wurden an diesem Tag Blumen an die Frauen verschenkt. Wie schön. Im Mittelalter wurde der Valentinstag vor allem in Frankreich, Belgien und England begangen. Angeblich war der erste Mann, den ein Mädchen am 14. Februar vor dem Haus sah, auch ihr zukünftiger Ehemann. Augen auf und durch. Die Jungs versuchten da natürlich, dem Glück nachzuhelfen, indem sie mit einem Strauß Blumen vor der Tür der Angebeteten standen. Guter Trick. In den USA werden neuzeitlich Valentinskarten verschickt, mann lädt zum Essen ein. Zeit füreinander. Ich mache da gerne mit. Auch wenn ich an sich kein besonderes Datum brauche, um "ich liebe dich" zu sagen, und genau diesen Satz auch gerne einmal an anderer Stelle höre, als beim Dinner zum Valentinstag. Aber wer sagt denn, dass wir nicht alles haben können! Die Romantik am Valentinstag und die besonderen Momente zwischendurch. Der 14. Februar, so wie ich ihn sehe und erlebe, erinnert daran, dass die Liebe zwischen zwei Menschen etwas Besonderes ist und etwas Heiliges sein kann. Ob dann zum Rahmenprogramm ein Geschenk gehört oder nicht, bleibt der Phantasie überlassen. Und ein Geschenk, das von Herzen kommt, dazu ein Zeichen setzt, etwas Besonderes ist für den besonderen Menschen in meinem Leben, hat für mich nichts mit bloßem Konsum gemeinsam. Den Valentinstag als Geldmacherei abzutun, kann sich nur ein Geiziger ausdenken. Überhaupt ist das Wort Konsum an sich kein Schimpfwort. Es entstammt dem Lateinischen (lat. consumere) und steht für Verzehr und Verbrauch von Gütern. Nutze ich nun besagte Güter, um jemanden anderen glücklich zu machen: wie wunderbar! Was für ein schönes Ziel!