Gavin Extence - Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

Erstellt am 11. März 2014 von Alinewirths @AllesoderNichts
Gavin Extence Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat Roman

Deutsche Erstausgabe

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-8090-2633-4
19,99 EUR
Verlag: Limes
Erscheinungstermin: 3. März 2014 Hier kann das Buch gekauft werden! 
BuchinfoEine Geschichte, die erzählt, wie besonders Freundschaft sein kannAlex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass er nicht den konventionellsten Start ins Leben hatte. Er weiß auch, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und Alex weiß, dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können – er trägt Narben, die das beweisen.
Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem übellaunigen und zurückgezogen lebenden Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Einen Freund, der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und dass man immer die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollte.
Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat …Autoreninfo
Gavin Extence, geboren 1982, wuchs in der englischen Grafschaft Lincolnshire in einem kleinen Dorf mit dem interessanten Namen Swineshead auf. In seiner Kindheit machte er eine kurze, aber glanzvolle Karriere als Schachspieler; er gewann zahlreiche nationale Turniere und reiste nach Moskau und St. Petersburg, um sich dort mit den besten jungen Denkern Russlands zu messen. Er gewann nur ein Spiel.
Sein erster Roman »Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat« schlug in Großbritannien ein wie ein Meteorit – Alex Woods eroberte die Herzen der Leser im Sturm und die Presse feierte den Roman als DIE Entdeckung des Jahres.
Heute lebt Gavin Extence mit seiner Familie in Sheffield und schreibt an seinem zweiten Roman.
Meine Meinung Ich stelle fest, dieses Jahr wird wieder ein wirklich tolles Buchjahr voller toller, emotionaler, romantischer und freundschaftlicher Bücher. Dieses Buch stellt sich in eine Reihe von Büchern an, die dieses Jahr ein Highlight und ein Lesemuss sind.
Das Cover erinnerte mich an "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green, auch wenn es nicht ganz das gleiche ist. Dennoch ein wirkliches Wunschbuch und eines, das auf meiner Warteliste recht weit oben plaziert war. Die Farben, der Titel, den ich übrigens sehr ungewöhnlich finde, und die allgemeine Gestaltung des Covers finde ich durchaus gelungen. Nicht nur das es so ein Hingucker ist, nein die Aussicht auf "ein Märchen für Realisten" (Zitat auf den Cover) lockt es in die hand zu nehmen. wer es noch nicht getan hat, sollte das nachholen. Und ja, lasst euch hinreissen, auch den Klappentext zu lesen. Wenn ihr das Buch dann wieder zurücklegt, ist euch nicht mehr zu helfen.
Dieser Debütroman glänzt geradezu und erzählt euch die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, von einem Jungen, der so anders ist, in dem was er tut und denkt. Es erstaunt mich immer wieder, wie es Autoren schaffen, solch ungewöhnliche Figuren zum Leben zu erwecken. Alex ist außergewöhnlich und seine Geschichte mehr als lesenswert. Aber die ganze geschichte wäre nicht so mein fall, wenn nicht das Gesamtbild der Charaktere zusammenpassen würden. Jede Figur hat hier seine Eigenheiten, seine Fehler, die ihn so besonders machen. Das erstaunt mich, denn niemand ist hier irgendwie gewöhnlich. Und genau das macht das Buch zu diesem besonderen Buch.
Wenn man glaubt einen Jungen zum Erwachsenwerden zu begleiten, der krank ist und sich wenig mit gleichaltrigen aufhält, der wird hier nicht überrascht werden. Genau darum geht es, es geht um seine Kindheit, die allein schon durch die Eigenheiten seiner Mutter beeinflusst wird, es geht um die besondere Freundschaft zweier irgendwie total unterschiedlicher Personen, es geht um die Eigenständikeit seines Handelns und ja auch um die Epilepsie, mit der Alex sich abfinden muss. Es geht um ein besonderes Leben, das nicht jeden Tag neben dir im Bus sitzt, wo du nicht sagen kannst, hey, so einen kenn ich auch. Und das macht die Story so interessant.
Es ist eine intelligente Geschichte voll unglaublicher Dinge. teilweise so skurill (wenn man das so sagen kann) und zum Nachdenken anregend, alles nicht ohne eine gewisse Traurigkeit und gleichzeitiger Freude. Das Leben ist nicht planbar, wie man hier sehr schön sieht.
Wenn man dieses Buch liest, sollte man sich sofort mit Alex Eigenheiten abfinden, denn nur dann tauchst du richtig ein und verstehst, was du liest.
Sehr schön finde ich den Aufbau des Buches selbst. Eingekreist durch das Ende der Geschichte, erzählt uns Alex höchst selbst seine Geschichte, die uns die ersten Seiten erklären. Denn diese werfen alle möglichen Fragen auf, die hier nach und nach erklärt werden, Antworten, die uns verstehen lassen. Am Anfang denkt man sich oft, wieso das Erzählen so weit vorn beginnt. Aber ich denke, das die Geschichte des Meteoriten sehr wichtig ist, denn sie prägt ihn und lässt ihn zu dem Jungen werden, der er ist. Sie ist vielschichtig uns abdingbar für dieses Buch.
Nun kann ich euch den Roman nur noch empfehlen. Es ist eine vielschichtige Geschichte über einen besonderen Jungen und einer außergewöhnlichen Freundschaft, tiefsinnig, amüsant und melancholisch.