Gastbeitrag: Teurer Urlaub dank schwachem Euro: Wo sind die Alternativen?

Von Daniel Dorfer @reise_blog

Als jüngst die Schweizer Nationalbank den Mindestkurs ihres Frankens aufgab und die Währung der Alpenrepublik sofort massiv zulegte war klar: Das Vertrauen der Anleger in den Euro ist dieser Tage nicht sonderlich hoch und die Maßnahmen der EZB tun ihr übriges, um die Gemeinschaftswährung im Verhältnis zu vielen Währungen zu schwächen. Das mag gut für den Export in Europa sein, ist jedoch ein Problem für viele Urlauber und so fragen sich gerade die Deutschen, wo sie sich eigentlich Erholung und Sonne satt noch leisten können.

Eine globale Abwertung

Das mag sicher ein wenig übertrieben klingen, aber zweifellos verliert der Euro überall auf der Welt an Wert. Selbst normalerweise extrem schwache Währungen wie beispielsweise der vietnamesische Dong oder der kambodschanische Riel haben zum Euro aufgewertet und das liegt nicht nur an der Kopplung dieser Länder an den Dollar. Auch Neuseeland, Indien oder Costa Rica verzeichnen zweistellige Zuwachsraten beim Wechselkurs, was gerade Entwicklungsländer vor große Probleme stellt. Für den Urlauber ist es deshalb heute gar nicht so leicht und schon die Fahrt ins nahe europäische Ausland wird zum kostspieligen Unternehmen.

Teure Reiseziele

Während der Euro im Süden Europas für halbwegs Stabilität bei den Preisen sorgt, ist ein Urlaub in der Schweiz spätestens seit der Aufgabe des Mindestkurses zum Franken viel teurer geworden. Im Vergleich zum Jahr 2014 kostet die Schweiz den Touristen 23,2 Prozent mehr! Frühling in den Alpen ist in diesem Jahr für viele Urlauber nicht drin und man darf gespannt sein, wie die Schweizer Touristenwirtschaft auf diesen Schwund an Besuchern reagiert.

Auch in der Türkei, eigentlich wegen der günstigen Preise eines der beliebtesten Urlaubsländer überhaupt, hat der Lira gegenwärtig dem Euro einiges voraus, denn hier kostet ein Trip rund 20,8 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Dazu kommen weitere beliebte Ziele wie zum Beispiel Thailand (18,8 Prozent), Mexiko (10,2 Prozent) oder auch Marokko, das immerhin 4,3 Prozent mehr zu Buche schlägt. Eine globale Abwertung hat ihre Tücken und Risiken und als Urlauber aus der Eurozone bekommt man das heute fast überall deutlich zu spüren.

Ganz besonders gilt das natürlich für die USA, deren starker Dollar um mehr als 18 Prozent gegenüber dem Euro zulegte. Angesichts von Überlegungen der amerikanischen Notenbank, recht bald auch noch die Leitzinsen anzuheben, wird der Dollar wohl kaum besonders viel nachgeben und ein Urlaub in den Staaten bleibt bis auf weiteres eine finanzielle Herausforderung.

Günstig reisen – Gibt’s das noch außerhalb der Eurozone?

Eine der wenigen Währungen, die in den vergangenen Monaten gegenüber dem Euro abgewertet haben, ist der Forint. Der ungarische Premier Orban tut derzeit alles, um den Forintkurs schwach zu halten und Finanzanalysten glauben, dass das Land auch in der näheren Zukunft an der Inflationspolitik festhalten wird. Der Balaton ist ein attraktives Ziel zum Wandern und Baden und natürlich lohnt auch ein Besuch der Hauptstadt Budapest ungemein.

Auch unser Nachbar Polen, der mit immerhin fast fünf Prozent geringeren Kosten aufwarten kann. Polen hat Wälder, pittoreske Städte und Dörfer, die Ostsee oder auch die Gebirge im Süden zu bieten, so dass jeder Urlauber hier auf seine Kosten kommt.

Es gibt sie also durchaus, die erschwinglichen und sogar preiswerteren Ziele für den Urlauber mit Eurogeld in der Tasche! Mit ein wenig Umsicht und Sorgfalt in der Planung lassen sich so Ziele entdecken, die man bei anderen Währungsverhältnissen vielleicht niemals auf dem Zettel hatte, so dass trotz aller Abwertung und Krisenmodi der fallende Euro auch gute Seiten für entdeckungshungrige Touristen haben kann.

Aktuelle Wechselkurse zu allen wichtigen Euro-Paaren, z.B. auch Euro/Forint und Euro/Zloty, finden Sie unter http://www.ig.com/de/forex.

Disclaimer: Dieser Artikel wurde von der IG Markets Limited zur Verfügung gestellt, die Veröffentlichung erfolgt gegen Bezahlung. Sämtliche Bilder stammen von http://pixabay.com.