Garagen-Igel (oder vielleicht auch Igel-Garage)

Menschen wie wir, die ihr Auto als Gebrauchsgegenstand betrachten, brauchen keine Garage, finde ich. Darum sehne ich den Tag herbei, an dem ich das potthässliche, nutzlose Ding gegen ein anständiges Gewächshaus mit Geräteschuppen eintauschen kann. Besonders jetzt, wo unser Grundstück von Tag zu Tag kahler wird, kann ich es kaum mehr ertragen. “Hier ist kein Leben mehr weit und breit, nur diese hässliche Garage”, klage ich, wenn es mir mal wieder nicht schnell genug vorwärts geht mit der Gartengestaltung.

“Hier ist kein Leben mehr weit und breit, nur diese hässliche Garage”, hat sich auch der Igel gesagt, der ab und zu bei uns vorbeischaut, um sich die paar Nacktschnecken zu schnappen, die der Hitze getrotzt haben. “Aber Menschen, die ihr Auto als Gebrauchsgegenstand betrachten, brauchen keine Garage, da könnte ich doch eigentlich einziehen”, sprach er weiter, schlüpfte durchs halb geöffnete Tor und und machte es sich drinnen gemütlich. Jetzt haben wir also einen Garagen-Igel – oder vielleicht auch eine Igel-Garage – und ich bin bis auf Weiteres versöhnt mit dem Schandfleck auf unserem Grundstück. So als Provisorium, bis wir endlich ein anständiges Igelhotel eingerichtet haben, kann die Garage von mir aus noch ein paar Monate stehen bleiben.

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