Games und Spielkonsolen für Kinder: Welche sind die richtigen?

Games und Spielkonsolen für Kinder: Welche sind die richtigen?

Wii U, Xbox oder Playstation: Welche Spielkonsole passt?

Wo überall lagen bei euch unter dem Weihnachtsbaum – vielleicht gar zum ersten Mal – Games und Spielkonsolen für Kinder? Wer hat welche Spiele erhalten? Wer welche Spielkonsolen? Kinder und Gamen – das ist bekanntlich ein heisses Eisen, ein Dauerbrenner-Familienthema mit zum Teil grossem Konfliktpotenzial. Erst recht nach Weihnachten, weil die Kinder dann schliesslich mit ihren Geschenken spielen wollen!

Doch sollten Kinder überhaupt auf Spielkonsolen spielen? Und wenn ja, in welchem Mass? Welche Spielkonsolen und Games sind überhaupt für Kinder geeignet? Habt ihr euch diese Fragen vor dem Schenken alle auch gestellt?

Auf dem Interdiscount Blog ist dazu ein interessanter Beitrag erschienen mit nützlichen Tipps zur Wahl von geeigneten Spielkonsolen und Spielen für Kinder sowie mit Expertenmeinungen zu Chancen und Gefahren des Gamen allgemein. Wir wurden gebeten, unsere Meinung zum Thema zu äussern und zu berichten, wie wir es in unserer Familie mit dem Gamen handhaben. Da wir uns unterdessen bereits seit ein paar Jahren damit beschäftigen und das Thema “Medienkompetenz und Mediennutzung” – und dazu zählen wir den Umgang mit Spielkonsolen und Games – im allgemeinen sehr beschäftigt, machen wir dies gerne und sind auch sehr gespannt, wie ihr das in euren Familien macht.

Games und Spielkonsolen für Kinder: Welche sind die richtigen?

Sommerferien 2012: Unsere Kids spielen erstmals mit einer Wii. Im Hotel.

Wii, Xbox oder Playstation? Eine Frage des Alters und des Spielverhaltens

Laut dem Interdiscount-Beitrag ist von den populärsten drei der heutigen Heimkonsolen (Playstation, Xbox, Wii) die Wii bzw. die neueste Version Wii U die wohl am besten für Kinder im Alterssegment zwischen 4 und 6 Jahren geeignete. Da sich Nintendo als Konsole für die ganze Familie positionieren will, ist das Angebot an kinderfreundlichen Spielen entsprechend gross. Zudem kommt der Wii-Hand-Controller dem natürlichen Bewegungsdrang von Kindern perfekt entgegen: Sie können damit nach Lust und Laune “herumfuchteln” und verbessern ganz nebenbei die Bewegungskoordination. Interessant für jüngere Kinder ist aber auch die Wii-Motion-Plus-Funktion, mit der ein Spiel durch das Bewegen der Hand bzw. des Arms gesteuert werden kann. Genau wie bei der Xbox, die ebenfalls die Möglichkeit bietet, Spiele durch Körperbewegungen zu steuern. Allerdings wird die Steuerung der Wii von vielen offenbar als präziser eingeschätzt. Auch ist das Kinect-Spielangebot für die Xbox für dieses Alterssegment weniger breit.

Games und Spielkonsolen für Kinder: Welche sind die richtigen?

“Mamma, schau, ich habe mir einen Computer gebaut!”

Genau in diese erste Altersgruppe fielen auch unsere beiden Buben, als sie das erste Mal gamten. Dabei wollten wir einst, dass unsere Kinder ohne Games und Spielkonsolen aufwachsen … !

Da aber beide – der Chrabbelphase kaum entwachsen – den CD-Player und die TV-Fernbedienung bestens im Griff hatten und vom Navigieren auf Handys, iPads und Computern nur so angetan waren, entschieden das Familienoberhaupt und ich, bewusst in die Offensive zu gehen und möglichst früh mit der Medienerziehung zu starten.

Games und Spielkonsolen für Kinder: Welche sind die richtigen?

Magische Anziehungskraft: Im Einkaufszentrum blieb der Grosse stets vor dieser Anzeige stehen

Und so kam an Weihnachten 2010 (der Grosse war damals keine 5, der Kleine nicht einmal 3) die erste Spielkonsole in unser Haus. Dass es sich dabei um eine Xbox 360 handelte, hatten wir dem Privileg zu verdanken, dass wir diese Spielkonsole von Micrsosoft zum Testen erhielten. In Nachhinein können wir nicht beurteilen, ob zum damaligen Zeitpunkt für unsere Buben eine Wii mit einem Hand-Controller geeigneter gewesen wäre. Was wir aber wissen: Wie bei allen neuen elektronischen Gadgets, die unsere Buben in die Hände kriegten, fühlten sie sich auch mit der Xbox und mit den dazugehörigen Kinect-Games (Disney Universe, Cars2, F1 Race Stars) sofort bestens vertraut . Was uns nicht wirklich verwunderte, denn Kinder lernen intuitiv und blitzartig und so fiel es ihnen auch nicht schwer, während eines Ferienaufenthaltes in einem Hotel locker auf eine Wii-Spielkonsole mit Hand-Controller umzuswitchen und auch damit problemlos Tennis zu spielen … ! Persönlich glauben wir deshalb, dass es vom Handling her keine grosse Rolle spielt, mit welcher Spielkonsole Kinder gamen, denn sie gamen mit allen, egal mit welcher. Hauptsache, sie dürfen gamen…

Was wir allerdings festgestellt haben: Zu Hause fällt in letzter Zeit doch hin und wieder das Stichwort Playstation, was interessanterweise zu den im Blogbeitrag von Interdiscount gemachten Empfehlungen für die Altersgruppe der 10 bis 12-Jährigen passt (unser Grosser wird bald 11). Ab diesem Alter scheinen Spiele, die auf der Playstation gespielt werden können, irgendwie beliebter zu werden …

Games und Spielkonsolen für Kinder: Welche sind die richtigen?

Formel 1: Dieses Game gefällt auch grossen Kindern :-)

Welche Spielkonsole und welche Games auch immer: Das Familienoberhaupt und ich hatten damals einen rechten Respekt vor dieser “Büchse der Pandora” und deren Folgen bzw. was mit unseren Kindern geschehen würde, wenn die Büchse erst mal geöffnet würde. Wir fragten uns, ob wir nun zu den Rabeneltern gehörten, die ihren Kindern einfach ein elektronisches Teil in die Hand stecken, damit diese Ruhe geben und die Eltern sich nicht mit ihnen abgeben müssen. Oder ob wir gar dazu beitragen würden, dass auch unsere Kinder sich nicht einmal mehr selber die Schuhe binden, weder Velofahren noch Schwimmen lernen und stattdessen nur mit Mäusen hantieren können, wie eine Studie, die wir gelesen hatten, monierte. Doch solange unsere Buben in erster Linie immer noch so gerne draussen waren, Sport trieben, andere Dinge alleine oder mit uns machten und über so viel Fantasie verfügten, bestand aus unserer Sicht kein Grund zu ernsthafter Sorge. Trotzdem: Während sich das Familienoberhaupt hauptsächlich mit der Gebrauchsanweisung der Spielkonsole vertraut machte, vertiefte ich mich ins Thema und las einige interessante und hilfreiche Inputs, wie wir das Gamen möglichst pädagogisch korrekt auf die Reihe kriegen könnten.

Games und Spielkonsolen für Kinder: Welche sind die richtigen?

Kinect Dance Central: Am schönsten ist es, wenn alle gemeinsam “gamen” (oder tanzen)!

In 3 Schritten zu einem positiven Familienerlebnis

Zusammengefasst haben wir beim Recherchieren herausgefunden und können dies auch aus eigener Erfahrung bestätigen, dass es eigentlich nur drei Dinge gibt, auf die wir Eltern achten müssen, damit sich das Gamen zu einem positiven Erlebnis entwickelt:

  • Die Spieldauer muss im vornherein festgelegt und konsequent eingehalten werden (Faustregel für Kinder im Vorschulalter: höchstens 30 Minuten täglich, nachher höchstens 1 Stunde). Die Spielzeiten kann man mit kleineren Kindern pro Tag festlegen, mit grösseren Kindern pro Woche, damit sie lernen, diese Zeiten selber einzuteilen.Das konsequente Einhalten dieser Regel ist in der Praxis – auch in unserer! – ausserordentlich schwierig. Denn egal, wie man es sagt, wie man es ankündigt, wie man die Kinder seelisch darauf vorbereitet: Wenn die vereinbarte Spielzeit abgelaufen ist, herrscht immer Missstimmung. Immer. Dies jedes Mal auszuhalten, ist für Eltern eine grosse Herausforderung, aber wohl der Schlüssel zum Erfolg.
  • Als Spielort wählt man einen “Gemeinschaftsraum” wie zum Beispiel die Stube. Auf keinen Fall soll die Spielkonsole im Kinderzimmer installiert werden – die Spieldauer erhöht sich sonst automatisch im Übermass.
  • Die Eltern sollen mit den Kindern zusammen spielen und sich mit den Kindern über die Spielerfahrungen unterhalten. Nur so können sich Eltern ein Bild über das Spiel machen. Auch wenn es wichtig ist, auf die Alterszulassung der Spiele zu achten, kommt es letztendlich immer auf den einzelnen Inhalt an.
Games und Spielkonsolen für Kinder: Welche sind die richtigen?

Kinect-Yoga: Gamen kann ausserordentlich positive Auswirkungen haben!

Kompetente Kinder dank involvierten Eltern

Wie bei allen Medienerziehungsfragen ist es auch beim Gamen so: Wer etwas selbst nicht kennt, kann nicht mitreden und schon gar kein Vorbild sein. Für Eltern, die selber keine Computerspiele nutzen, ist es schwierig heraus zu finden, welche Spiele für das Kind geeignet sind. Entsprechend schwierig gestaltet sich dann auch das Aufstellen und Durchsetzen von Regeln.

Wir haben uns als Eltern von Anfang an mit der Thematik auseinander gesetzt und uns zusammen mit unseren Buben nicht nur aufs Gamen, sondern auch auf alle weiteren Mediennutzungsfragen aktiv eingelassen. So steht unsere Spielkonsole heute noch im Wohnzimmer und wenn die Kinder spielen, tun sie dies immer vor unseren Augen und zudem meist zu zweit untereinander oder hin und wieder mit einem von uns beiden Elternteilen zusammen. Ausserdem versuchen wir, wenn immer es geht und wo es auch passt, ohne ständig diesen pädagogisch-sinnvollen Ansatz verfolgen zu müssen, alle unsere Mediennutzungen auch unter dem Aspekt der Kreativität zu betrachten. So haben wir zum Beispiel auch schon hinter die Kulissen der Game-Entwicklung geschaut. Weil man letztlich nicht vergessen darf, dass jedes Game von klugen Gameentwicklern erst mal programmiert werden musste! Gerade mit Game verrückten Kindern ist das ein ganz cleverer Schachzug, den Eltern machen können: Wie funktioniert das alles? Könnte das ein neues Hobby werden? Oder wäre dies vielleicht sogar ein Gebiet, um den eigenen beruflichen Weg einzuschlagen?

Games und Spielkonsolen für Kinder: Welche sind die richtigen?

Es ist wie mit allem: Gemeinsam macht es viel mehr Spass und mehr Sinn.

Wie sieht es aus mit dem ominösen Gewaltpotenzial?

Ab etwa 12 Jahren verlassen die Kinder offenbar die Wii-Spielkonsole, weil sie die eher “comichaften” Nintendo-Spiele nicht mehr spannend finden. Mit dem Wechsel auf die Xbox und die Playstation versprechen sie sich ein breiteres Spektrum an Spielmöglichkeiten. Damit wächst auch die Gefahr, dass die Konsolenspiele Elemente von Gewalt beinhalten. Spätestens in diesem Alterssegment stellt sich daher bald einmal die Frage, ob man es als Eltern verantworten kann, den Kindern solche Spiele anzuvertrauen.

Unter Experten gilt die Meinung, dass Computerspiele per se nicht direkt zu Gewalttätigkeit führen. Diese Meinung gilt übrigens nicht nur für Games: Lange verpönt, gelten zum Beispiel auch Spielzeugwaffen wie Nerfs heute wieder als pädagogisch tolerierbar. Denn: es sei nicht das Kriegsspielzeug (oder eben das Game), dass das Kinderspiel kriegerisch macht, sondern Kinder spielen seit jeher kriegerische Spiele – egal, womit. Haben sie keine Nerfs oder Games zur Hand, dann weichen sie eben auf Stecken aus oder ahmen mit der Hand einfach eine Waffe nach…

Games (und andere Kriegsspielzeuge) können aber bereits vorhandene aggressive Verhaltensweisen verstärken. Wenn ein Kind ein Spiel mit Gewaltelementen faszinierend findet, so sagt das etwas über die Lebenssituation des Kindes bzw. des Jugendlichen aus. Computerspiele sprechen nur an, was so oder in ähnlicher Form im Leben der Spielenden tatsächlich eine Rolle spielt. Konkret bedeutet dies, dass ein Kind, das sich besonders für sehr gewalthaltige Spiele interessiert, auch neben dem Spiel ein problematisches Verhältnis zu Gewalt hat.

Games und Spielkonsolen für Kinder: Welche sind die richtigen?

Im Moment ist unsere Spielwelt ganz in Ordnung

Allen Unkenrufen zum Trotz: Gamen weist positive Aspekte auf

Aus Studien ist bekannt, dass das Gamen auf einer Spielkonsole positive Auswirkungen haben kann. Bei kleineren Kindern kann es die Hand-Augen-Koordination verbessern, bei grösseren die allgemeine Problemlösungskompetenz, das strategische Verhalten und ganz allgemein die Kreativität. Beim Gamen lernen Kinder, wiederkehrende Muster zu erkennen und können üben, möglichst optimal mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen und sich an die Spielregeln zu halten, um mit Geduld und Ausdauer das Ziel zu erreichen. Und last but not least: Gamen macht einfach Spass!

Die positiven Auswirkungen hängen allerdings stark mit der Spieldauer zusammen: Nur, wenn Jugendliche weniger als eine Stunde pro Tag spielen, sind sie grundsätzlich zufriedener, sozialer und weniger gefährdet, Probleme zu unterdrücken. Gamen sie hingegen länger als 3 Stunden pro Tag, steigt ihr Frustrations- und Aggressionspotenzial, sie beteiligen sich weniger an physischen und sozialen Aktivitäten und können gamesüchtig werden.

Unser Fazit: Kein Schwarz-Weiss-Denken und … etwas mehr Gelassenheit

Zu den wichtigsten Erfahrungen, die wir als Eltern gemacht habe, zählt die Einsicht, dass wir vor der Familiengründung keinen blassen Schimmer hatten, welchen Lauf das Leben mit Kindern nehmen und wie es die eigenen Ansichten verändern würde. «Wie kann man nur?», dachten wir bei vielen Gelegenheiten. “Nein-nein, unsere Kinder dürfen frühestens ab sieben fernsehen und Gamen können sie grad vergessen, und ein Handy gibts erst, wenn sie in die Lehre gehen.” In etwa so sahen wir das Ganze und logischerweise wurden wir Lügen gestraft. Unsere Jungs haben lange vor dem Schuleintritt ferngesehen und gamen längst wie Weltmeister. Und auch ein altes Handy hat unser Grosser unterdessen erhalten…

Zur Zeit sind unsere Buben mit ihren noch sehr kindlichen Spielmöglichkeiten, die sie haben, aber noch sehr zufrieden (FIFA, Formel 1, Minecraft). Und solange dies so ist, werden wir bestimmt keine schlafenden Hunde wecken. Aus unserer Sicht hat ihnen das Gamen in Massen und unter unserer zwar nicht ablehnenden, aber doch wachsamen Haltung bisher weder geschadet, noch ein Ungleichgewicht zu anderen Aktivitäten wie Sport, Lesen, Lernen etc. geschaffen. Sollte sich an dieser Situation etwas ändern, beurteilen wir das Ganze wieder neu. Ganz nach dem Motto: Kommt Zeit, kommt Rat!

Wie sieht es bei euch aus? Womit gamen eure Kinder? Welche Art von Games spielen sie? Welche Regeln habt ihr aufgestellt? Wie werden sie eingehalten? Wie hat sich das Gameverhalten im Verlaufe der Zeit verändert? Wir sind sehr gespannt auf eure Kommentare!

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Interdiscount entstanden. Vielen Dank für die zur Verfügung gestellten Informationen, Materialien und Expertenmeinungen. Weitere Informationen zu den genannten Spielkonsolen sowie Spielvorschläge und alle Quellen und Links findet ihr im Interdiscount Blogbeitrag “Welche Konsolen und Spiele sind für Kinder geeignet?”

Weitere Beiträge, die wir zu diesem Thema bereits publiziert haben:

  • Technik, Informatik, Neue Medien: Die Flucht nach vorne
  • Kinder unter sich: Was, wenn ich nur noch gamen will
  • Hour of Code: Programmieren kann dein Leben verändern
  • Vom Paulus zum Saulus: Wie sich Elternmeinungen ändern können
  • Brauchen Kinder Spielzeugwaffen?
  • Medienkompetenz: Wie erzieht ihr?
  • ER ist der Controller – noch!
  • Die Büchse der Pandora
  • Schritt für Schritt in die Computerwelt

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