Galerie en passant: Berlin Mitte, Ecke Jerusalemer

Jörg Schmiedekind & André Kirchner. Berlin-Mitte Ecke Jerusalemer

Zwischen 1990 und 2011 haben die beiden Fotografen André Kirchner und Jörg Schmiedekind den Wandel Berlins dokumentiert. Völlig unabhängig voneinander konzentrierten sie sich auf das alte Zeitungsviertel zwischen Jerusalemer, Krausen-, Schützen-, und Lindenstraße. Die beiden Sichtweisen, farbig und digital sowie schwarz-weiß und analog, werden ab 9. September in einer Ausstellung der Galerie en passant gezeigt.

Ausstellungsankündigung

Seit vielen Jahren schon verfolgt der Berliner Fotograf André Kirchner die Idee, seine Fotografien aus ihren zeitgebundenen, meist seriellen Zusammenhängen, in denen sie entstanden sind, herauszulösen, um sie zu Topographien der ihnen eingeschriebenen Orte mosaikartig über den ganzen Zeitraum der Aufnahmen hinweg neu zusammenzusetzen – ohne dabei in das ebenso oft geübte wie simple „Vorher/Nachher“ zu verfallen. Also die eigenen Fotografien eines bestimmten Ortes in der Stadt quer durch die Zeit wie Ausschnitte zu sammeln und gleichsam in einer Collage zusammenzukleben.

Jörg Schmiedekind kam 1984 zum Architekturstudium nach Westberlin. Seine ausgiebigen Erkundungs-Streifzüge durch die Stadtlandschaft bekamen mit dem Fall der Mauer ein neues, magisches Zielgebiet: Berlin-Mitte, bzw. was daraus geworden war.

Kirchner und Schmiedekind entdeckten zufällig, dass sie unabhängig voneinander eine bestimmte Ecke in Mitte seit 1990 immer wieder aus den verschiedensten Blickwinkeln fotografierten: das kriegsversehrte und von der Mauer angeschnittene Karree Jerusalemer, Krausen-, Schützen-, und Lindenstraße, heute Axel-Springer-Straße.

Jörg Schmiedekind von Anfang an in Farbe und bald digital, André Kirchner dagegen in Schwarzweiß auf Planfilm mit der Großformatkamera. Beim Zusammenlegen der Fotografien zeigte sich schnell, dass man sich nichts wegnahm, dass sich im Gegenteil für den beobachteten Ort eine neue, intensive Darstellung ergab: Schwarzweiß und Farbe, Schuß und Gegenschuß in der Perspektive, Detail und Totale in den Ausschnitten, in räumlichen Überschneidungen, die zeitlich bis zu zwanzig Jahre auseinander liegen. Alles aber mit den Mitteln der Architekturfotografie geerdet und gerade gestellt, dabei stets auf Augenhöhe des Passanten gehalten. Jeder konnte es sehen, hätte es sehen können, was an dieser durchaus typischen Berliner Ecke ohne Ecken – die waren alle vier in Krieg und Nachkrieg verloren gegangen – geschah oder eben nicht geschah.

Die Stille in der Architekturfotografie mag nicht jedermanns Sache sein, aber in dieser Zusammenstellung von Fotografien eines Ortes wird sie geradezu hörbar.

Zur Ausstellungseröffnung gibt es eine Einführung der Kunsthistorikerin Barbara Lauterbach.

Quelle: Kultura-Extra

- Website von André Kirchner
- Website von Jörg Schmiedekind

Wann und wo

Galerie en passant
Brunnenstraße 169
10119 Berlin

9. September bis 14. Oktober 2011


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