Gala zum Gähnen

Gala zum GähnenBeim Kartenhändler Eventim wissen sie schon mehr. Viel mehr. "3. Liga" steht an Spieltag 3 der vierten Spielklasse unübersehbar auf den Tickets zum Heimspiel des Halleschen FC gegen Germania Halberstadt.

Ein großartiges Versprechen, auf das die Elf von Halles Trainer Sven Köhler nach zwei gewonnenen Partien zum Start auch gegen den Landesrivalen einen weiteren Schritt zugehen will. Bei einem erneuten Sieg lockt die Tabellenführung, wenigstens bis Mittwoch. Traditionell allerdings eine Situation, mit der der HFC noch nie gut klar kam: Immer wenn in den vergangenen Jahren eine Cahnce bestand, ganz oben zu stehen, misslang der Sprung an die Spitze.

Auch in den ersten zehn Minuten gegen die Amateure aus dem Vorharz sieht es nicht nach einem Sturmlauf der Saalestädter aus. Die Fankurve schweigt, einmal mehr aus Protest gegen als fürchterlich ungerecht empfundene Stadionverbote. Halle hat zwar mehr vom Spiel, doch die Chancen bleiben rar. Auf der anderen Seite jedoch ebenso. Lindenhahn hat die erste Halb-Chance für Halle, aber Philipp Schubert, bis letzte Saison noch Verteidiger beim HFC, blockt den Schuss ab. Wie aus heiterem Himmel fällt aber doch die Führung, kaum dass der Fankäfig mit Singen begonnen hat: Nach einer Ecke von Lindehahn springt Marko Hartmann unbedrängt am höchsten und köpft ein.

Gala zum GähnenHalberstadt ist nun ein wenig konsterniert, die Null möglichst lange zu halten war die Taktik, mit der die Gäste zum Erfolg kommen wollten. Halle dagegen wittert nun Morgenluft. Keine zwei Minuten nach der Führung spielt Shala den Ball von links nach innen, diesmal fälscht Schubert unglücklich auf den ehemaligen Halberstädter Michael Preuss ab, der schießt aus der Drehung. Und trifft.

Zwei Chancen, zwei Tore, die 2200 auf der Tribüne, seit Jahren Magerkost gewohnt, ahnen schon Großartiges. 5:0, 6:0 und 9:0 werden als Spielausgang geboten. Doch seltsamerweise passiert auch in einer Besetzung, in der kaum noch ein Spieler aus den Jahren steht, in denen der HFC sich seine Punkte sparsam zusammenmauerte, dasselbe wie damals. Als spürten die Spieler nicht, dass Halberstadt beinahe zusammenbricht, nehmen die Rot-Weißen das Tempo raus. Achtzig Prozent Ballbesitz hat der HFC, und achtzig Prozent davon läuft der Ball zwischen den Abwehrspielern hin und her.

Die blonde Außenbahn mit Preus und Eismann müht sich immerhin noch, über die kleine mit den winzigen Lindenhahn und Kanitz dagegen geht gar nichts mehr. Schiedsrichter Dietz tut ein übriges: Er pfeift, wenn er nicht müsste. Und lässt es, wenn er sollte.

Zum Beispiel in der 40. Minute, als das bis dahin entschiedene Spiel durch einen Elfmeterpfiff wieder spannend wird. Ruprecht geht im Strafraum zum Ball, Banser fällt unter infernalischem Geschrei. Eggert verwandelt.

Ob berechtigt oder nicht - es ist schon der zweite Elfmeter im dritten Spiel, den Halle gegen sich erhält. Immerhin bleibt Halberstadt nicht viel Zeit, den Anschlusstreffer zu feiern. Mit dem Pausenpfiff schießt Maik Wagefeld nach einer erneuten Lindenhahn-Ecke volley zum 3:1 ein.

Ein Fussballfest, das jetzt folgen wird. Halberstadt ist geschlagen, verliert nach einer knappen Stunde auch noch den überehrgeizigen Schubert, der im Mittelfeld ohne Not mit der Sense gegen Lindenhahn durchzieht.

Aber ist es das schwülwarme Wetter? Ist es Gnade mit dem Landesnachbarn? Ist es Arroganz oder Arbeitsverweigerung? Die geplante Gala fällt aus: Halle spielt quer, Halberstadt gar nicht mehr. Köhler bringt noch Wegener für Lindenhahn, Boltze für Preuss und David für Wagefeld, aber mehr als eine Gala zum Gähnen ist das nicht mehr. Die erste richtige Chance der 2. Hälfte hat Preuss nach 70 Minuten, Shala vergibt noch eine hundertprozentige in der 85., dann ist es vorbei und geschafft, die erste Tabellenführung seit 2009, der beste Saisonstart seit zwölf Jahren.

Letzter Spieltag: Deine Mutter, Holstein Kiel


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