Für alle - für viele - eine Schizophrenie

Zwei Wörter (alle, viele) können ein harmonisches Konveniat zu Fall bringen. Trank man noch kurz zuvor Harmoniekaffee bester Röstung, wich alles eines erbitternden Kampfes um die Hoheit der Deutung. 
Es ist immer wieder interessant, wie Mitbrüder auf "für viele" reagieren. Da fordern selbst die Gehorsamsverweigerer plötzlich den Gehorsam ein. Was geht da ab? Manche Mitbrüder sind gerade Weltmeister im Umformulieren der Hochgebetstexte mit selbstgebastelten Einschüben und das ist alles normal. Und jetzt komme ich daher und verändere nur ein Wort im Hochgebet ("für viele" statt "für alle"), berufe mich da auf den vorauseilenden Gehorsam, da die Änderung eh mit dem neuen Meßbuch kommt, und schon bricht über mich ein Unwetter von Gehorsamserkärungen und - deutungen herein. 
Für mich ist das schizophren. Würden doch die Mitbrüder mit guten Beispiel vorangehen.   

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