Funklöcher mit Geld zustopfen?

Funklöcher mit Geld zustopfen?

Deutschland steht bei Netzabdeckung und Verfügbarkeit von schnellem Mobilfunk im internationalen Vergleich bislang nicht gut da. Besonders abseits der Ballungsgebiete tun sich in ganz Deutschland ca. 5.000 Funklöcher auf.

Karte der Bundesnetzagentur zeigt die Funklöcher

Übersicht über diese „weißen Flecken“ bietet seit vergangener Woche die Bundesnetzagentur unter der Internetadresse breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch. Die Karte basiert auf Meldungen von Handynutzern über die sogenannte „Funkloch-App“.

Auf ihrer Digitalklausur auf Schloss Meseberg wollte die Bundesregierung am Wochenende unter Führung ihres Digitaldödels, des Verkehrsministers Andreas Scheuer (CSU), ihre Mobilfunkstrategie festlegen, damit Funklöcher schon bald der Vergangenheit angehören. Selten so gelacht…

Ein löbliches Versprechen ohne jede Substanz

Zu dem Zweck wollen die völlig sachunkundigen Politiker jetzt „Geld in die Hand nehmen“ (viel Geld, nämlich 1,1 Milliarden Euro). Dummerweise kann man aber ein Funkloch nicht einfach durch Hineinwerfen von Geldscheinen beseitigen.

Das braucht schon neben einem hohen Sendemast große Antennen, die zugehörige Elektronik und vor allem einen Glasfaseranschluss, über den die Daten letztlich ins Internet wandern können. Es braucht aber auch ein Verständnis dafür, wie sich hochfrequente elektromagnetische Wellen ausbreiten.

Je höher die Frequenz einer Funkverbindung ist, umso mehr nähert sich ihre Ausbreitung dem Licht an. Im Klartext: Bei den höchsten 5G-Frequenzen von mehreren 10 GHz reicht ein einziger Geldschein, den man in den Strahlengang hält, um die Verbindung komplett zu unterbrechen.

Das führt auch schon bei niedrigen Frequenzen von wenigen GHz zu lustigen und meist unerwarteten Effekten. So kann zum Beispiel eine im Winter sauber laufende Funkstrecke im Frühjahr erste Störungen zeigen und im Sommer, wenn alle Bäume beblättert sind und voll im Saft stehen, die Verbindung komplett verlieren. Und wehe, wenn es regnet, schneit oder hagelt…

Kein Wort zu diesen eher technisch-naturwissenschaftlichen Problemen von der „Digitalkonferenz“ auf dem Schloss Meseberg…

Andreas Scheuer kann davon erwiesenermaßen nur eines: Geld verbrennen

Unsere Politiker vom Schlage eines Scheuer-Andi oder einer Neuland-Angie kennen sich eigentlich nur bei einem dieser Probleme aus, nämlich beim Verbrennen von Milliarden Euro.

Man muss dabei unwillkürlich an das Maut-Debakel denken, bei dem der CSU-Digitalchampion Andi Scheuer gerade fast die gleiche Summe ohne jeglichen Nutzen verbrannt hat.

Es ist allerdings durchaus fraglich, ob der Bayer es auch bei den Funklöchern schafft, über eine Milliarde Euro zu verbrennen – schließlich stammt die Milliarde, um die es hier geht, aus den 5G-Frequenzversteigerungen des Bundes und ist eigentlich schon für andere Zwecke vorgesehen…

Bild: Bundesnetzagentur

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