Fukushima – Einer gegen Tepco

Es ist sehr selten, dass ein Mensch sich über seine Maße für Gerechtigkeit einsetzt.

So nun in Japan. Die Zeitung „die Zeit“ hat es sehr gut beschrieben und ist ein überaus lesenswerter Beitrag.
Wir sollten für uns in Europa überlegen, ob die Strategie der Atomkraft und, so wie jetzt geschehen, durch den Kommissar Oettinger gefordert weitere und neue AKWs bauen sollten.

Es ist nur eine Frage der Zeit, dass auch wir in Europa einen Super-GAU erleben. Oft genug war es nicht weit entfernt, dass wir in einer der vielen Atomanlagen den schlimmsten anzunehmenden Unfall fast gehabt hätten.

Doch wir lernen nicht!

Hier der Artikel im Internet von der Zeit:

Mit Gummistiefeln und Geigerzähler: Ein Kommunalpolitiker fordert in Japan Staat und Nuklearindustrie heraus.
Im Gedränge ist der Ratsherr kaum zu erkennen. Auch, weil er vollkommen vermummt ist: doppelter Mundschutz, kompletter Regenanzug, Gummistiefel. Es ist neun Uhr morgens im Bezirksbüro Onahama der Stadt Iwaki. Iwaki ist mit 340.000 Einwohnern die größte Stadt in der Nähe der Atomkraftwerke von Fukushima. Von hier sind es noch 45 Kilometer bis zu den Radioaktivität leckenden Atommeilern. Im Bezirksbüro, wo wir den Ratsherrn Kazuyoshi Sato treffen, herrscht bereits hektisches Treiben. Das Erdgeschoss ist überfüllt von Leuten, die Wiederaufbauhilfe, Entschädigung oder auch nur Jodtabletten verlangen.

Draußen wartet eine Gruppe von Freiwilligen, zehn junge Männer in zwei Kleinbussen – Atomkraftgegner, zwei von ihnen sind Outdoor-Überlebenstrainer, die die Busse ihrer Firma zur Verfügung gestellt haben. Sie werden von Keisuke Miyazawa geführt, der mit Sato befreundet ist. »Hätten wir auf Sato gehört, dann gäbe es heute keinen Atomunfall in Fukushima. Deswegen sind wir gekommen, ihm zu helfen«, sagt Miyazawa. Der Ratsherr ist ein Kritiker der Nuklearindustrie in einem seit Langem auf Atomkraft setzenden Land. Ist sein Kampf leichter, erfolgversprechender geworden seit der Katastrophe? Schlägt jetzt die Stunde des Außenseiters?

Miyazawa trägt Pullover, Jeans mit Löchern und pinkfarbene Turnschuhe. Sato rät ihm, sich Regenzeug und Gummistiefel anzuziehen. Miyazawa und seine Jungs haben die Nacht auf der Straße verbracht. Ihr Einsatz soll sofort losgehen. Sato stellt zwei Gruppen auf: Die eine soll Tsunami-Opfern helfen, die andere Radioaktivität in der Evakuierungszone rund um die Atomkraftwerke messen. Für die erste Gruppe holt Sato Schaufeln aus einem Schuppen im Hinterhof des Bezirksbüros. An die andere Gruppe verteilt er Geigerzähler. Sato fährt vorweg in seinem Mini-Jeep. Die Strecke führt durchs Hafengelände von Onahama: Große Schiffe liegen quer auf den Kaimauern, ein Auto hockt wie ein Riesenvogel auf einer Baumkrone, ganze Wohnviertel hat der Tsunami dem Erdboden gleichgemacht. Von Normalität keine Spur.

Quelle: Zeit-Online

Dazu noch am Rande bemerkt:
Der Kraftwerkschef von Fukushima 1, der auch die Bergungsarbeiten leitete, musste letzte Woche ins Krankenhaus mit Speiseröhren-Krebs. Er hatte seit dem Unfall Mitte März 70 Millisievert Strahlung abbekommen.



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