Führerscheinangelegenheiten

Von Rsk6400

Neulich sind wir zu fünft von Uwemba nach Peramiho gefahren. Der deutsche Br.Julian und ich machten unterwegs noch beim Finanzamt in Songea Station, weil es dort die Führerscheine gibt. Herr Zenda, der seit 25 Jahren in Peramiho für die Behördenangelegenheiten zuständig ist, begleitete uns. Unterschreiben, fotografieren lassen, Fingerabdrücke abgeben, umgerechnet 35 Euro pro Person bezahlen – das war alles. Jetzt heißt es auf das Ergebnis warten. Fahrprüfung ? Vorzeigen des deutschen oder des internationalen Führerscheines ? Alles nicht nötig.
Am nächsten Tag ging es weiter zu einer Diakonenweihe nach Mbinga. Die Straße ist gerade von einer chinesischen Firma neu gebaut worden, an einigen Stellen (siehe Foto oben) sind die Arbeiten noch nicht beendet. Die Polizei hält uns unterwegs an und fragt den tansanischen Br.Stanislaus am Steuer nach seinem Führerschein. Gestern hatte er ihn noch in seiner Hemdtasche, aber heute hat er ein anderes Hemd an. Er erklärt dem Polizisten, dass wir auf dem Weg zu einer Feier nach Mbinga sind. Der Polizist fragt, wo wir herkommen, dann wünscht er uns gute Fahrt. Strafe zahlen ? Nicht nötig. Auf der Rückfahrt am Nachmittag werden wir an einer anderen Stelle wieder angehalten. Br.Stanislaus grüßt den Polizisten, “Ach, du bist über Mittag umgezogen !”, und auch der erkennt uns sofort wieder und lässt uns gleich weiterfahren.
Am nächsten Tag werden wir schon wieder, diesmal kurz vor der Rückkehr nach Uwemba, angehalten. Der Polizist zu Stanislaus: “Mzee (höfliche Anrede für einen alten Mann), ich bitte darum, Ihr Auto zu überprüfen.” Dann schaut er sich die beiden Versicherungsplaketten auf der Windschutzscheibe an, lässt sich den Führerschein zeigen (heute hat Stanislaus ihn tatsächlich dabei) und wünscht uns gute Fahrt. Der kenianische Br.Plasido erzählt noch Tage später von den höflichen tansanischen Polizisten, “Er hat wirklich ‘Bitte’ gesagt. In Kenia sagen die dir nur, ‘Fahr sofort das Auto an den Straßenrand.’ Die wollen dir erst einmal Kälte einflößen, damit du dich fürchtest.”
Das Foto unten möchte doch noch etwas weihnachtliche Stimmung in den Artikel hineinbringen. Leider ist es mir nicht gelungen, die beiden Kinder zu fotografieren, die auf einer dieser Böschungen an der neu gerichteten Straße – Schlitten fuhren, ohne Schnee und bei 20 Grad im Schatten.