Fußball als Politikum

Lange wurden die Rechtsextremen in Serbien aus Angst und Taktik geduldet. Doch nun sagen ihnen Justiz und Politik den Kampf an. Grund sind Ausschreitungen, die dem Ruf des EU-Bewerbers in Europa schaden. 

 

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Härtere Maßnahmen gegen Hooligans

Der serbische Präsident Boris Tadic hat abschreckende Maßnahmen gegen die Hooligans angekündigt, die die Krawalle beim abgebrochenen Fußballspiel der EM-Qualifikation zwischen Italien und Serbien in Genua ausgelöst haben. Man werde die Randalierer isolieren und hart bestrafen, sagte Tadic dem italienischen Fernsehsender RAI 2. In Zukunft werde man gegen Hooligans ebenso vorgehen wie gegen das organisierte Verbrechen. Medienberichten zufolge will Belgrad Gerichte dazu ermächtigen, gewaltbereite Anhänger länger als sechs Monate in Untersuchungshaft zu behalten, deren Eigentum zu beschlagnahmen und Kronzeugen anzuhören. Bislang sind derartige Maßnahmen nur bei Prozessen gegen die Mafia vorgesehen. Den Randalierern werden Verwüstung und Angriffe auf die Polizei vorgeworfen. Sie verfolgen offenbar Ziele jenseits des Fußballs.

Der maskierte Anführer der serbischen Krawalle in Genua, Ivan Bogdanov, dem von den Boulevard-Zeitungen umgehend allerlei illustre Beinamen von „Ivan der Schreckliche“ bis „Hooligan-Monster“ verliehen wurden, entschuldigte sich gegenüber Italien, und betonte, die Attacke habe sich gegen den serbischen Fußballverband gerichtet, der Roter-Stern-Spieler nicht aufstelle. Der 29-jährige Chef der rechtsextremen „Ultra Bojs“ von Roter Stern Belgrad hatte während des Spiels die Hetzjagd auf den serbischen National-Torhüter Wladimir Stojkovic angestiftet, dem er Verrat vorwirft, da dieser vom serbisch-nationalen Roter Stern Belgrad zum linken, jugoslawischen Lokalrivalen Partizan wechselte. Der Keeper erhielt offenbar bereits seit Wochen Todesdrohungen. Schiedsrichter Craig Thomson hatte die wegen der Ausschreitungen bereits mit 35-minütiger Verspätung angepfiffene Partie zwischen Italien und Serbien in der siebten Spielminute abgebrochen, nachdem Italiens Torwart Emiliano Viviano von einer Leuchtrakete getroffen wurde.

Ausschreitungen durch die Mafia finanziert

Die angesehene Zeitung Politika berichtete nun, zwei flüchtige Drogenbosse hätten die Ausschreitungen finanziert, indem sie über 200.000 Euro an mehr als 60 Hooligans gezahlt hätten, damit diese nach Italien fahren konnten. Ziel der Mafiosi sei die Schwächung des serbischen Staates, um weiter ihren kriminellen Geschäften nachgehen zu können. Ein Großteil der bezahlten „Fußballfans“ war angeblich bereits eine Woche vorher an den schockierenden Ausschreitungen bei einer Belgrader Parade von Homosexuellen beteiligt gewesen und im Anschluss unmittelbar nach Genua weitergereist. Tomislav Karadzic, der Vorsitzende des serbischen Fußballverbands FSS, zeigte sich schockiert über die „Schmach und Schande“ und muss nun UEFA-Sanktionen von Sperren bis zum Ausschluss aus der Qualifikation fürchten. Doch er ist sich sicher: „Das war inszeniert. Die Auftraggeber sitzen in Belgrad.“

Magdalena Ehnes bloggt zur Fußball-EM 2012 und zur Champions League

 


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