Frust beim Handwerk: Unternehmen suchen Azubis mit Grips !! Oder lieber Idiot statt Vollidiot ?

Viele Ausbildungsbetriebe finden zu wenig Lehrlinge. Es scheitert nicht an den Noten, das Interesse am Handwerk geht spürbar zurück. 

Frust beim Handwerk: Unternehmen suchen Azubis mit Grips !! Oder lieber Idiot statt Vollidiot ?

Will sich denn niemand mehr die Finger schmutzig machen? Bild pixabay


Handwerk hat goldenen Boden. Oder nicht? Etliche Lehrstellen sind noch offen, doch niemand will sie. „Das zieht sich durch alle Gewerke“, meint der Allrounder.  „Wir werden dafür noch die Quittung bekommen.“

Verlässlichkeit
Für die Meister sind schlechte Noten nicht das entscheidende Problem. Die Schwierigkeiten liegen woanders: „Wir brauchen Leute mit den Sekundärtugenden Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Ehrlichkeit“. Grundvoraussetzungen, die oft nicht da sind.

Voraussetzung ist, dass man will! Die Jugendlichen müssen erkennen, dass es wichtig ist, einen Beruf zu erlernen. Echtes Interesse am Beruf kann schlechte Noten vergessen machen. Wenn der Ausbildungsbetrieb sich auch dahinter klemmt, kann Förderunterricht dafür sorgen, dass die Auszubildenden die Schule schaffen. Bester Einstieg ist ein dreiwöchiges Praktikum, nicht drei Tage. Viele Berufe sind unbeliebt, einfach weil niemand sie kennt. Fahrzeuglackierer und Karosseriebauer beispielsweise.
Nicht alle Bewerber meinen es ernst. „Manche schwänzen schon im Praktikum nach drei Tagen“, weiss der Allrounder aus Erfahrung. „Es ist, als ob die alle keine Lust haben. Die was drauf haben, machen etwas anderes.“ Seine Lehrlinge sind ihm wichtig. „Einer hat einen vernünftigen Eindruck gemacht, hatte aber katastrophale Noten. Er hat die Prüfung bestanden und darauf bin ich stolz.“
Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sind das A und O !!  Wer schon auf dem Zeugnis mehr als 100 Fehlstunden dokumentiert hat, muss sich gar nicht erst vorstellen. Manchmal hat man den Eindruck, Bewerber kommen nur, weil die Arbeitsagentur sie zwingt. Selbst wenn sie einen Teil der Ausbildungsvergütung übernehmen: Leute, die uns nur die Zeit stehlen, können wir nicht brauchen.“Im Grunde fehlt das Interesse am Handwerk, dabei ist die Arbeit abwechslungsreich und kreativ.
Frust macht sich unter den Ausbildungsbetrieben breit. Die jungen Leute wollen alle in den Bürobereich oder studieren. Trotz des  maroden und geschönten deutschen Bildungs- und Familiensystems!
Wir suchen Leute mit Grips - nicht Gips! Handwerk ist auch für Leistungsstarke eine große Chance. Wer schlau ist, kann mit einer Ausbildung vieles erreichen. Ein Gesellenbrief in der Tasche öffnet Türen. Nach der Lehre kann immer noch ein Studium stehen, manche größeren Unternehmen bieten ihren Lehrlingen auch ein Studium. Den Meister machen, einen Betrieb übernehmen, oder auch Professor werden: Mit einer Ausbildung steht einem alles offen. Leider interessieren sich nur wenige dafür ...
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