Frische Bambussprossen

Von Astrid Kirchmeier @AKirchmeier

Selbst ernten und zubereiten

Was in Asia- und Feinkostläden nur selten und dann als Kostbarkeit angeboten wird, kann im April und Mai sogar bei uns, selbst geerntet werden. Die Rede ist von frischen Bambussprossen. Dieses leckere Gemüse, das den meisten wohl nur aus Dosen oder im Mischmasch beim Chinesen als fade Beimischung bekannt sein dürfte, hat geschmacklich jedoch kaum etwas mit den leckeren, frischen Sprossen zu tun. Diese schmecken nussig, nach einer Mischung aus Spargel, Kohlrabi oder Artischocke. Wir haben unsere Sprossen am Phyllostachys geerntet, die momentan eine Stärke von ca. 4-6 cm haben. Die neuen Schosse können ausgestochen, ausgebrochen oder mit einer Rebschere abgeschnitten werden. Wichtig – das Gemüse eignet sich nicht zum rohen Verzehr, da es Toxine enthält, die nur beim Kochen neutralisiert werden. Manche Sorten sollen Bitterstoffe enthalten, die durch mitgekochte Chillischoten verschwinden. Unser Bambus hat diese nicht.

 

Zur Vorbereitung werden die Hüllblätter mit einem scharfen Messer längs aufgeschnitten und vollständig entfernt bis keine holzigen Teile mehr übrig bleiben. Die Sprossen sind nun hellgelb bis grünlich mit festem Fleisch und Luftkammern in der Mitte. Diese schneidet man in kleine Stücke um sie in Salzwasser ca.10-15 Min. bissfest gar zu kochen.

Das leckere, tropische Gemüse eignet sich hervorragend zu Reisgerichten, als Salat oder zum Einlegen in Essig. Wir haben hier eine Kombination aus Wildreis mit schwarzen Bohnen, frischen Phyllostachyssprossen und brauner Butter – absolut empfehlenswert!

 

Frisch geerntete, ungeschälte Sprosse halten sich im Kühlschrank mehrere Wochen, während gegartes Gemüse sogar eingefroren werden kann. Wir freuen uns über die Bereicherung unseres Speiseplans und werden immer wieder gerne zu Sammlern und Jägern im eigenen Garten!