Frau Merkel knickst

Nun sollen die Gläubiger-Banken “freiwillig” Griechenland-Kredite ganz oder teilweise abschreiben. Man darf sich auf eine Flut von Selbstverpflichtungen einstellen

Einknicken kann man das nicht nennen. Mehr sollte von einem Knicks die Rede sein. Mit dem hat die Kanzlerin ihren Gast aus Paris beschenkt, um den deutsch-französischen Gipfel mit einer Scheinharmonie zu segnen, die zu peinlich ist, als dass es sich lohnen würde, darauf näher einzugehen. Banken, Fonds und Versicherungen sollen nun also „freiwillig“ auf Geld verzichten oder teilweise abschreiben, das in ihren maroden Griechenland-Papieren steckt. Welch ein Durchbruch! Entweder wollte Merkel die Gläubiger nie ernsthaft bluten lassen, und es fiel ihr nicht schwer, Präsident Sarkozy nachzugeben. Oder sie musste schnell einsehen, dass der seinen – im Griechenland-Geschäft heftig engagierten – Finanzinstituten nicht zumuten will, was er ihnen aus Angst um die Stabilität seines Landes nicht zumuten kann.[...]

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