Franziskaner gehört zu München

FranziskanerDer Franziskaner in der Residenzstraße 9, gegenüber der Staatsoper, ist eine der urigsten Gaststätten Münchens. Angeblich soll das Traditionslokal nun einer neuen Shopping Mall weichen.

Zum Franziskaner ist eine Münchner Institution

Seit mehr als 500 Jahren gibt es an dieser Stelle schon ein Gasthaus. Als Franziskaner betreibt es die Familie Reinbold seit 1966. Viele Münchner und auch ich selbst kehren nach dem Stadtbummel gerne hier ein. Nirgends lässt sich die bayerische Küche gemütlicher genießen. So kann man bei Weißwurst, Leberkäse, Bier und frischen Brezen in den Fuchsenstuben entspannt durch eines der Fenster das hektische Treiben in der Fußgängerzone beobachten. Und auch die vielen anderen Räumlichkeiten bieten für jeden Geschmack etwas und sind traditionell schön eingerichtet. In die urige „Schwemme“ mit ihren großen Holztischen gelangt man über die Residenzstraße und im Sommer kann man entweder im Innenhof oder vor dem Lokal im Freien essen.

Edeleinkaufsmeile statt Traditionslokal

Der Besitzer des Areals ist die Finck´sche Hauptverwaltung des in der Schweiz lebenden August von Finck. Dieser hat nun vor, den Komplex in eine lukrative Einzelhandelsfläche umzuwandeln. Gerüchten zufolge soll der bestehende Franziskaner Pachtvertrag vorzeitig aufgelöst und der Familie Reinbold als Entschädigung der Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz angeboten werden. Klappt der Immobiliendeal wird statt des Wirtshauses „Zum Franziskaner“ bald eine weitere luxuriöse Shopping Mall entstehen.

Wie schon an anderen Orten in der Innenstadt führt das dazu, dass die Menschen nur noch vorbeilaufen werden, da nichts mehr zum Verweilen einlädt. Und das hat wiederum zur Folge, dass das Zentrum außerhalb der Ladenöffnungszeiten noch ausgestorbener sein wird.
So kennt man es ja bereits aus der Maximilianstraße. Wer erinnert sich nicht an´s Roma? Was war das schön dort auf der Freifläche zu sitzen. Halb München traf sich hier zum Sehen und Gesehen werden. Und heute? Auf dem Platz vor dem Flagshipstore des italienischen Luxuslabels herrscht gähnende Leere.

Der Franziskaner muss bleiben

Edelshops gibt es in München mittlerweile genug und den größten Teil des Umsatzes bringen dort sowieso die ausländischen Touristen aus Asien und Saudi Arabien.
Doch mit der Schließung von Traditionslokalen in der Innenstadt nimmt man den Einheimischen ein Stück Lebensqualität und das sollte verhindert werden. Inzwischen gibt es sogar eine Online-Petition zum aktuellen Fall und ich hoffe sehr, dass viele Unterschriften zusammenkommen.

Der Franziskaner muss in jedem Fall bleiben!

Bildrechte: haschkamp marketing


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