Fotogalerie selber machen

Von Heimwerkerblog

Kahle Wände sind nicht jedermanns Sache. Man kann sie aber mit recht einfachen Mitteln kreativ verschönern. Zum Beispiel mit Fotos. Wer nicht gerade eine vollflächige Fototapete verwenden möchte greift meist zu gerahmten Bildern oder solchen die auf Leinwand aufgezogen werden. Heutzutage gibt es zahlreiche Druckshops im Internet, bei denen man nahezu jedes Bildmaterial verarbeiten kann. Viele davon bieten sogar schon eigenes Bildmaterial dafür an. Es geht aber nichts über die Präsentation von eigenem Fotomaterial.

Diese Idee hatte ich zu unserem Einzug auch. Ich wollte eine Fotogalerie an die Wand bringen – mit eigenen Fotos. Wie ich diese „Galerie“ damals gemacht habe, kann man hier oder in einem Projekt bei 1-2-do.com nachlesen. Aber nichts ist ja bekanntlich beständiger als der Wandel. Und nach sechs Jahren kann man auch den Wänden im Schlafzimmer mal einen neuen Look verpassen. Die Wand an sich habe ich ja mit Easy Fresh von Knauf neu gestrichen. Aber nach dem Anstrich war die Wand wieder kahl. Da mir die Idee mit der Fotogalerie prinzipiell sehr gut gefallen hatte, wollte ich wieder etwas Ähnliches machen. Am besten zu einem günstigen Preis und mit der Möglichkeit jederzeit Fotos auszutauschen.

Fotos aufhängen, kleben oder stellen?

Bilderleisten aus dem Baumarkt © Matthias Blaß

Beim letzten Mal hatte ich meine Fotos aufziehen lassen und im Rahmen an die Wand gehängt. Ich wollte aber dieses Mal auf Rahmen verzichten. Und die klassischen Bilderleisten mit Schnüren zum Aufhängen gefallen mir nicht. Zunächst hatte ich dann die Idee, man könnte die Fotos auch einfach an die Wand kleben. Aber das würde beim Wechseln der Motive immer einen neuen Anstrich nach sich ziehen. Beim Durchstöbern des Ikea-Katalogs kam mir dann die Idee mit sogenannten Bilderleisten, auf die man Fotos stellen kann. Egal ob im Rahmen oder aufgezogen auf Pappe oder ähnliches Material. Die oben genannten Druckshops bieten dafür von Acryl- bis Leichtschaumplatten recht viel an.

Nachdem mir die Idee mit den Bilderleisten recht gut gefiel habe ich im Baumarkt nachgeschaut und in der Bastelabteilung bei Toom gab es tatsächlich etwas Passendes. Holzleisten mit einer Aufkantung, 100 cm lang und etwa 2 cm tief. Das sollte ausreichen. Diese Leisten habe ich dann mit schwarzem Mattlack besprüht. Die Leisten waren damit schon mal fertig.

Fotos auf stabilem Hintergrund

Ich habe einige Fotodruckereien angeschaut, um eine günstige Möglichkeit zu finden, wie man Fotos stabil und günstig aufziehen kann. Aber egal ob man „nur“ günstige Leichtschaumplatten oder hochwertiges Acrylglas nimmt, das direkt bedruckt wird. Ein Foto in der Größe von etwa 30 x 20 Zentimetern kostete immer zwischen 15 – 20 Euro. Das war mir bei geplanten 6 – 8 Fotos nur für den Druck dann doch zu teuer.

Viele der Fotodrucker bieten aber eine günstige Alternative: Klebefolien. Ein Foto auf Klebefolie im Format 30 x 20 kostet keine 3 Euro. Blieb nur noch die Frage, worauf man die Fotos selbst kleben soll, damit es stabil wird. Da ich mich bei einigen Basteleien gerne in den Restekisten der Baumärkte umschaue, wollte ich zunächst dort nachschauen. Und ich fand das passende Material: Montageplatten aus Pressspan. Das ist im Prinzip das gleiche Material wie die Rückwände der meisten Schränke. Nicht zu dick, aber stabil und mit einer beschichteten, also glatten Seite. Perfekt für die Klebefolien. Und da ich mir zwischenzeitlich 8 Fotos auf Klebefolie bestellt hatte, konnte ich mit 3 Plattenresten zum Materialpreis von stolzen 1,97 Euro ein echtes Schnäppchen schlagen.

Fotos auf Montageplatten aufziehen und zuschneiden

Aufrollen von Fotos auf Klebefolie © Matthias Blaß

Nachdem ich sowohl die Platten als auch die Klebefotos hatte, ging es an die Montage. Dazu habe ich zunächst die glatte Seite der Montageplatten mit einem Tuch sauber abgewischt. Dann zieht man die Trägerfolie der Fotos an einer Ecke ab und klebt diese an. Nun muss man die Folie möglichst ohne Blasen gleichmäßig auf der Montageplatte aufbringen. Das geht am besten mit einem Tapetenroller. Wer so etwas nicht zu Hause hat: Eine Teigrolle tut es sicher auch. Also das Foto an einer Ecke ankleben, die andere Ecke festhalten und dann vorsichtig die Rolle über das Foto drücken und dabei die Trägerfolie abziehen. Beim ersten Mal ist es etwas ungewohnt. Aber dann geht das recht schnell und fast immer blasenfrei. Hat man doch mal eine Blase geklebt, kann man die Folie wieder vorsichtig abziehen und startet von neuem.

TIPP: Wer sich unnötige Schneiderei ersparen möchte, versucht die Folien immer am Rand bzw. einer Ecke der Montageplatten zu fixieren. Dann muss man im Idealfall nur 2 Seiten zurechtschneiden.

Wie man auf dem Foto sehen kann, habe ich meinen Tipp auch erst ab dem zweiten Foto befolgt. Zum Schneiden der Montageplatten benötigt man dann einen scharfen Cutter oder ein Messer sowie etwas, das als Schneidlineal fungieren kann. Ich habe einfach einen Tischlerwinkel genommen. Ging sehr gut. Übrigens: Wer noch einen richtig guten Cutter benötigt, der sollte sich mal unseren Produktest des Stanley Klappmessers anschauen.

Bilderleisten an der Wand montieren

Nachdem man alle Fotos aufgeklebt und zugeschnitten hat kommt die Wandbefestigung an die Reihe. Kreative Freigeister befestigen die Bilderleisten vermutlich einfach irgendwie an der Wand (natürlich waagerecht ausgerichtet). Mir sind gewisse Symmetrien schon lieber. Um mir bei solchen Projekten unnötiges Messen und Anzeichnen an der Wand zu ersparen, arbeite ich gerne mit einem Kreuzlinienlaser. Als wir unser Wohnzimmer neu gestrichen haben, hatte ich mir einen solchen Laser von einer Bekannten ausgeliehen und bin dabei auf den Geschmack gekommen.

Stanley Cubix auf Stativ © Matthias Blaß

Da kam eine Anfrage zu einem Produkttest gerade recht und als ich mir dann auch noch den kleinen Kreuzlinienlaser Cubix von Stanley für einen solchen Test aussuchen konnte, war meine kleine Heimwerkerwelt mal wieder perfekt. Ein solcher Kreuzlinienlaser bildet – wie der Name schon sagt – eine Laserlinie in Form eines Kreuzes an die Wand. Damit kann man Objekte vertikal und horizontal ausrichten. Der Cubix von Stanley hat zwei Bedienungsmodi: Einen fixierten, bei dem das Laserkreuz fest steht und manuell an beliebiger Stelle an die Wand projiziert werden kann. Im zweiten Modus pendelt sich das Laserkreuz immer „im Wasser“ aus. Mit einem solchen Kreuzlinienlaser bildet man immer exakt vertikale und horizontale Linien im 90°-Winkel ab (wie mit einer Wasserwaage ausmessen).

EINKAUFSTIPP: Stanley Cubix Kreuzlinienlaser direkt online kaufen.

Damit man das auch richtig nutzen kann, befestigt man den Kreuzlinienlaser am besten auf einem Fotostativ. Der Cubix hat dazu an der Unterseite ein Normgewinde für die meisten Stative. Dem Lieferumfang des Cubix ist aber auch eine multifunktionale Klemme beigefügt. Damit kann man den Cubix z.B. an einem Treppengeländer befestigen, um parallel zur Treppe eine Linie zu ziehen. Der Vorteil eines Kreuzlinienlasers gegen über einer großen Wasserwaage oder einem Richtscheit ist, dass man mit dem Laser fast immer den kompletten Raum ausrichten kann. Die Reichweite beträgt in der Regel 8  -10 Meter. Um das mit einer Wasserwaage zu erreichen, braucht man mehrere helfende Hände und muss trotzdem irgendetwas an der Wand markieren. Mit dem Laser geht das wesentlich einfacher.

Zurück zum Projekt. Ich habe zunächst mit dem Laser ein Linie an der Wand markiert, an der ich eine Bilderleiste fixieren wollte. Ein erster Versuch mit Montagekleber ging schief. Da die Holzleiste nicht hundertprozentig gerade war, hielt der Kleber einfach nicht an der Wand. Also musste ich doch wieder Nageln.

TIPP: Damit die dünnen Holzleisten beim Nageln nicht reißen, habe ich diese mit einem sehr kleinen Bohrer vorgebohrt. Damit sprengt der Nagel nicht das Holz und drückt die Leiste dennoch an die Wand.

Bilderleiste ausrichten und befestigen © Matthias Blaß

Ganz ohne Wasserwaage geht es aber doch nicht, wenn man alleine arbeiten möchte. Denn sobald man die Leiste an die Wand hält steht man vor dem Laser. Folglich sieht man die rote Linie nicht mehr so gut. Das kann man aber umgehen, indem man die Bilderleiste an einer Seite an der roten Linie ausrichtet und einen Nagel leicht einschlägt. Dann legt man eine kleine Wasserwaage auf die Leiste und setzt sie so ins Wasser. Nun kann man die andere Seite auch mit einem Nagel fixieren. Die kleine Torpedo-Wasserwaage von Stanley hat sich für diese Arbeiten perfekt geeignet. Denn die Unterseite ist leicht konkav, hat also einen Radius nach innen und liegt damit perfekt der Leiste auf. Die Unterseite hat auch zwei Magnete, mit der man sie an metallischen Untergründen befestigen kann. Die bringen aber leider auf Holz gar nichts.

Preiswerte und flexible Fotogalerie für rund 50 Euro

Neue Fotogalerie © M. Blaß

Mit Hilfe von Laser und Wasserwaage habe ich dann meine drei Bilderleisten an der Wand ausgerichtet und mit Nägeln befestigt. Aufgrund der Nägel muss ich zwar die Wand beim nächsten Mal wieder neu streichen, wenn ich auf neue Ideen komme. Aber dank der Bilderleisten und den Fotos auf den Montageplatten kann man die Fotos beliebig zusammenstellen – oder einfach durch neue ersetzen.

Was hat das ganze jetzt gekostet:

  • 3 Reste von Montageplatten, 5 mm stark, etwa 100 x 30 cm – ca. 2 Euro
  • 8 Fotos 30 x 20 cm auf Klebefolie, inkl. Versand* – ca. 24 Euro
  • 3 Bilderleisten aus Kiefernholz, 100 x 2 x 1,5 cm – ca. 27 Euro

Ich finde das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Und wenn man bedenkt, dass der komplette Materialpreis weniger als ein Drittel dessen beträgt, was ich für Fotos gezahlt hätte, die direkt auf ein stabiles Trägermaterial gedruckt worden wäre, hat sich die Arbeit für das Zuschneiden auf alle Fälle gelohnt. Und das Schöne an dieser Lösung ist: Wenn man der Fotos überdrüssig wird, kann man sie auch schnell und günstig durch neue ersetzen.

Da wir im Übrigen gerade so im Foto-Flow waren und mit dem Cubix einen klasse Helfer hatten, haben wir auch gleich noch ein paar gerahmte Bilder im Wohnzimmer an eine Wand gehängt. Mit dem richtigen Werkzeug geht das gleich viel besser von der Hand.