Formel 1 – Die Halbzeitanalyse: Marussia und Caterham

Von Morethanracing @morethanracing

Auch in diesem Jahr gibt es wieder die more-than-racing.de Halbzeitanalyse. Beginnen wollen wir mit den beiden kleinen Teams Marussia und Caterham.

Marussia startete in die neue Saison mit zwei Rookies. Dies war natürlich keine optimale Voraussetzung wenn man ein Auto entwickeln möchte. Es ist überhaupt schon erstaunlich, wie es die Teamverantwortlichen schaffen das Team am Leben zu halten. Kaum Sponsoren und trotzdem schafft man es immer irgendwie Geld aufzutreiben. Jules Bianchi musste nachdem er das Cockpit bei Force India nicht bekam mit Marussia vorlieb nehmen. Mit der Unterstützung von Ferrari hat man den jungen Franzosen dort mehr oder weniger „geparkt“ um dafür zu sorgen, dass er Erfahrung sammeln kann. Wie man eigentlich schon vor Saisonbeginn erwarten konnte, fuhr das Team im bisherigen Saisonverlauf mit Caterham um die goldene Ananas. Doch die große Überraschung ist, dass Marussia mit kleinerem Budget bisher vor Caterham liegt. Besonders Bianchi konnte bisher mehr als überzeugen und hatte die Nase in der Regel vor seinem Teamkollegen und den beiden Caterham Piloten. Bianchi hat mit der bisherigen Leistung ernsthafte Ambitionen auf das möglicherweise freiwerdende Ferrari Cockpit angemeldet. Max Chilton konnte bisher nicht wirklich überzeugen. Eine Steigerung sollte langsam aber sicher folgen, ansonsten wird man sich wohl für die kommende Saison nach einer Alternative bemühen.

Trotz des kleinen Budgets kann man bei Marussia in eine interessante Zukunft blicken, denn der Rennstall startet ab der kommenden Saison mit Ferrari eine „technische Kooperation“. Heißt also diese Kooperation beinhaltet nicht nur die Lieferung von Motor, Getriebe und KERS, sondern noch weitere Punkte. Welche das im Einzelnen aber sind ist nicht bekannt. Klar dürfte aber sein, dass damit die Kooperation mit McLaren am Ende der Saison beendet sein dürfte.

Bei Caterham dürfte die Stimmung nicht sonderlich gut sein. Teambesitzer Tony Fernandes kündigte schon zur letzten Saison an, dass man locker in die Top 10 fahren werde, davon ist man auch 2013 weit, weit entfernt. Wenn man ehrlich ist weiter als bisher, denn im Regelfall lag man bisher hinter Marussia. Charles Pic gelang es immerhin das ein oder andere Mal vor einem Marussia zu landen. Das war es dann aber auch schon. Gar nicht zufrieden ist das Team mit der Leistung von Giedo van der Garde, der deutlich unter den Erwartungen zurückbleibt. Und so kam das Gerücht auf, dass Heikki Kovalainen das Cockpit wieder übernehmen werde. Immerhin kam der Finne zu einigen Testfahrten in dieser Saison und die Aussagen zum Auto waren alles andere als gut. Ein erfahrener Pilot wir Kovalainen könnte das Auto sicher weiterentwickeln, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Kovalainen noch in diesem Jahr wieder ein Rennen bestreiten wird ist recht gering, denn van der Garde bringt mit McGregor einen Sponsor mit, der die Teamkassen ein wenig füllt und auf dieses Geld ist man derzeit dringend angewiesen.

Auf jeden Fall darf man sich auch in der „B-Weltmeisterschaft“ auf eine spannende zweite Saisonhälfte freuen. In der letzten Saison wurde bis zur letzten Runde um Platz 10 in der Konstrukteurs WM gefightet, welchen sich dann Caterham sicherte. Sollte aber alles nach Plan verlaufen, dann sollte Marussia die besten Karten auf diesen zehnten Platz haben.