Flucht ins Grüne

Jetzt haben wir also nicht bloss ein Gewächshaus,  sondern ein beheiztes Gewächshaus. Nein,  kein Strom,  kein Gas,  nichts dergleichen. Einfach nur eine alte Steinplatte,  zwei Friedhofskerzen und ein grosser Tontopf. Seitenlang hat sich der eine Gartenratgeber darüber ausgelassen,  dass Gewächshaus ohne Heizung schlicht nicht geht und ich stellte mich auf eine sehr frustrierende Erfahrung ein,  denn ein Energiefresser kommt mir nicht in den Garten. Zum Glück aber gibt es noch Menschen,  die sich mit den Dingen zu helfen wissen,  die ihnen der Alltag in den Weg stellt,  zum Glück schreiben diese Menschen ebenfalls Gartenratgeber und zum Glück hat eines dieser schlauen Bücher den Weg zu mir gefunden. Jetzt heizt also die improvisierte Heizung fröhlich und äusserst sparsam vor sich hin – ja,  ich habe mich um zehn Uhr noch einmal hinausgeschlichen,  um nachzusehen,  ob das auch wirklich funktioniert – und ich kann guten Gewissens meine frostempfindlichen Krautstiele keimen lassen. 

Karlsson findet ja,  ich würde das mit dem Gärtnern allmählich ein wenig übertreiben. Klar,  er findet es toll,  dass ich überhaupt etwas mache und nicht ständig hinter ihm her renne,  weil ich nichts mit meiner Zeit anzufangen weiss. Aber er ist der Meinung,  ich sei etwas allzu pingelig. Bloss,  weil ich ihm nicht erlaubte,  die Speiseblüten und den Sauerampfer wild durcheinander zu säen. Versteht er denn nicht,  dass es viel hübscher es aussehen wird,  wenn er es auf meine Art macht? Der FeuerwehrRitterRömerPirat ist da deutlich einsichtiger. Brav jätete er dort,  wo gejätet sein musste,  noch braver blieb er dabei,  als er schon längst wieder hätte aufhören dürfen. Es sieht ganz danach aus,  als hätte ich in ihm einen treuen Verbündeten gefunden,  worüber ich bei ihm besonders froh bin, ist er doch drinnen kaum ansprechbar,  weil seine Nase stets in einem Buch steckt. Nicht,  dass ich grundsätzlich etwas gegen seinen Lesehunger hätte,  doch hin und wieder würde ich mich ganz gerne mit ihm unterhalten,  aber das geht so schlecht,  wenn er stets in anderen Sphären schwebt. 

Es ist also nicht nur aus gesundheitlicher,  sondern auch aus pädagogischer Sicht durchaus angebracht,  so viel Zeit wie möglich draussen bei den Pflanzen zu verbringen. Nun ja,  ein gewisser Eskapismus steckt natürlich auch hinter meiner neu gefundenen Leidenschaft. Nach den langen Kleinkinderjahren und den drei Jahren mit viel Job und wenig Gesundheit wäre drinnen mal kräftig ausmisten angesagt. Altlasten zu beseitigen macht jedoch eindeutig weniger Spass,  als Neues wachsen zu lassen. Zumindest bei mir ist das der Fall. Ja,  ich weiss,  das ist wenig vorbildlich,  aber vielleicht gleicht sich das wieder aus,  indem ich meinen Kindern beibringe,  wie man so richtig schön pingelig ansät. 

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