[FLOP] "Der Gute liegt so nah"

Von Buechersuechtig
CoverDie Autorin

Bevor Kristan Higgins hauptberuflich Autorin wurde, arbeitete sie in einem Verlag. Mit ihren humorvollen Büchern, die von der Suche nach dem richtigen Lebenspartner handeln, hat sie ihre Leserinnen im Sturm erobert. Kristan Higgins lebt mit ihrer Familie in einem Dorf in Connecticut und verbringt jede Ferien im malerischen Neuengland.
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Taschenbuch: 464 Seiten Verlag: Goldmann (15. Juni 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442457173
ISBN-13: 978-3442457175
Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,6 x 2,6 cm
Leseprobe
Quelle: buecher.de *hier könnt ihr reinlesen*
Die Geschichte...
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Joe! Für die junge Ärztin Millie Barnes hat die Sehnsucht einen Namen. Nach dem Studium zurück auf Cape Cod, will sie vor allem eins: Joe Carpenter davon überzeugen, dass sie beide zusammen gehören. Schließlich schwärmt sie seit ihrer Highschoolzeit für ihn. Niemand hat so freche Augen und so ein sexy Grübchen wie er, niemand dieses dunkelblonde Haar, das immer so ausseht, als hätte darin gerade eine Frau gewühlt ... was wahrscheinlich stimmt. Allerdings gibt es noch einen zweiten Mann in Millies neuem, alten Leben: Ihren Schwager Sam, frisch von ihrer egomanischen Schwester geschieden. Nur ein guter Freund, nur ein verlässlicher Kumpel. Oder? Aber wer sagt eigentlich, dass die Sehnsucht nur einen Namen trägt?
Meine Meinung:Da mich "Fang des Tages" und "Meine Brüder, die Liebe und ich" gut unterhalten haben, war ich auf das neueste Werk von Kristin Higgins gespannt und wurde schwer enttäuscht.
Millie Barnes ist Anfang 30 und wohnt, nachdem sie ihre Arztausbildung abgeschlossen hat, im malerischen Eastham, Cap Code und fühlt sich nicht wirklich hübsch. In ihrer Heimat läuft die junge Ärztin auch immer wieder dem charismatischen Zimmermann Joe Carpenter über den Weg, in den sie schon seit ihrem 16. Lebensjahr heimlich verliebt ist und nun endlich auf ein Date hofft. Außerdem gibt es da noch ihren Schwager Sam Nickerson, der vor kurzem von Millies Schwester Trish geschieden wurde und deshalb Hilfe benötigt. Natürlich ist auch Sam, von Beruf Polizist, überaus gutaussehend und Millie kann nicht verstehen, wie ihre Schwester so einen Mann gehen lassen konnte...
Der Klappentext liest sich eigentlich ganz gut, doch leider hapert es gewaltig an der Umsetzung. Diesmal ist nicht die Protagonistin wunderschön und perfekt, sondern die männlichen Hauptpersonen. Eigentlich hatte ich mir von Millie viel erwartet, doch die erwachsene Ärztin ist derart oberflächlich bzw. naiv und benimmt sich eher wie ein Teenager. Sie beobachtet ständig das Objekt ihrer Begierde, schwärmt ständig davon, wie unheimlich toll Joe nicht aussieht und macht natürlich auch die obligatorische Rundumerneuerung (mit dem schwulen Freund als Ratgeber) durch.  Tut mir leid, aber die Ereignisse, die aus der Sicht von Ich-Erzählerin Millie geschildert werden, bringen mich zum Gähnen. Daran sind wahrscheinlich auch die eher einfach gestrickte, recht vorhersehbare Handlung sowie die eindimensionale Protagonistin, die von einem Fettnäpfchen ins andere tritt, schuld. Da kann auch der lockere Schreibstil von Kristan Higgins nicht mehr viel retten, was ich echt schade finde.FAZIT: Ich frage mich gerade, wo die Autorin den Esprit und Wortwitz der vergangenen Werke gelassen hat... "Der Gute liegt so nah" plätschert dahin, die blass wirkenden Charaktere können mich nicht begeistern, ebenso wie die klischeebehaftete Geschichte. Ganze 107 Seiten habe ich tapfer durchgehalten und dann das Buch beiseitegelegt. Ich hoffe, dass dieser Roman nur ein Ausrutscher war.