FLOHMARKT VOR DER TÜR

Von Lyraparis
Flohmarkt. So oft bin ich in Paris schon zufällig an einer dieser wuseligen Reihen von bunten, überfüllten Ständen vorbeigelaufen. Und zufällig habe ich dann nie die Zeit für ausgiebiges Stöbern und Wühlen gehabt. Diesmal findet ein Trödelmarkt beinah direkt vor unserer Tür statt, also halte ich Kleingeld, Beutel und Fotoapparat bereit und mische mich in das Gedränge.
Hinter den Ständen stehen Antiquitäten-Sammler, Mädchen, die offensichtlich die Kleiderschränke der ganzen Verwandtschaft auf den Kopf gestellt haben, Bücherliebhaber, Leute mit Faibel für Küchenutensilien, Keramikgefäße, Lederknöpfe, uralte Parfumflacons von Chanel, Postkarten mit einem Gruß aus der Provence von 1967... Zu jedem Stück gehört eine kleine Geschichte. Natürlich reizt der Gedanke, zu der Reihe der Besitzer gehören zu können (wenn man nur entschieden und schnell ist, was nicht unbedingt auf mich zutrifft). Noch nicht sehr flohmarkt-gewandt schaue ich lieber erstmal zu.


Zwei hübsche Kleinigkeiten nehme ich letzten Endes doch mit nach Hause. An einem Stand sitzt eine ältere Dame mit Hut und beklagt sich über die Wärme. Sie meint, ich sei aber spät dran, das Schönste habe sie schon verkauft. Sie wohne hier im Viertel und liebe es, alte Dinge zu erwerben, zu sammeln und wieder weiterzuverkaufen. Für einen Pappenstiehl nehme ich ihr einen bronzenen Armreif und eine alte Pillendose aus China ab. Stolz, als hätte ich ein Kleinod gefunden, ziehe ich weiter durch Trödel, Kitsch und Marktbesucher... Ein guter Anfang war das!