Fitness Tracker – 8 Tipps um die Akkulaufzeit zu verlängern

Egal ob Fitness Tracker, Sportuhren oder Smartwatches - die Akkulaufzeit der Geräte gehört zu den am häufigsten diskutierten Themen bei den Nutzern. Dabei sind es oft nur ein paar wenige Einstellungen und Deine Uhr hält schon deutlich länger durch.

In diversen Foren oder Facebook-Gruppen sind oft hitzig geführte Diskussion zum Thema Akku nachzulesen. Das liegt vor allem an den unterschiedlichen Erwartungen und Anforderungen. So wünschen sich manche Nutzer, daß die Batterie mindestens 7 Tage durchhält und Andere sind mit 2 Tagen Laufzeit völlig zufrieden.

Tatsächlich unterscheiden sich die Laufzeiten der verschiedenen am Markt angebotenen Modelle gar nicht so sehr.

Vergleich der Akkulaufzeiten

Anmerkung:

  1. Uhrenmodus / Händlerangaben
  2. Trainingsmodus mit aktivierten GPS und Pulsmessung/ Händlerangabe
  3. Praxiswerte sind die von mir in Testzeitraum ermittelten Akkulaufzeiten - siehe dazu verlinkte Testberichte

Natürlich ist die Akkulaufzeit von der Nutzungsintensität des Gerätes abhängig. Üblicherweise wird von mir ein Fitness Tracker oder Smartwatch wie folgt verwendet.

  • permanent aktivierte Pulsmessung ( 24/7)
  • jeden zweiten Tag 1 Stunde Training mit aktivierten GPS
  • täglich mehrere automatisch getrackte Aktivitäten
  • täglicher Empfang von durchschnittlich 15 Benachrichtigungen
  • tägliche Synchronisation mit der App

Erfahrungsgemäß muss ich bei dieser Verwendung die Uhr, egal von welchem Hersteller, durchschnittlich nach rund 3 Tagen wieder neu aufladen.

8 einfache Tipps zum Akku sparen

Eines vorweg - Akku sparen bedeutet immer, daß verschiedenen Funktionen reduziert oder deaktiviert werden müssen. Das kann unter Anderem zu ungenauen Messungen, Wegfall von Leistungsdaten oder sonstigen Beeinträchtigungen führen. Daher solltest Du genau überlegen, welche Einstellungen Du abänderst nur um ein paar Minuten Akkulaufzeit zu gewinnen.

Der Display gilt besonders bei modernen Sportuhren und Smartwatches als großer Energiefresser. AMOLED-Displays sind aufgrund ihrer hohen Auflösung und den satten Farben zwar schön anzuschauen, brauchen aber eine Menge Strom. Besonders dann wenn auch noch ein Always- on-Display aktiviert ist.

Um dabei etwas den Akku zu schonen, kannst Du

  • den Always-on-Display deaktivieren
  • die Bildschirmhelligkeit reduzieren
  • die Beleuchungsdauer verkürzen

Wechsle Dein Watchface

Egal ob Garmin, Samsung, Huawei, Fitbit oder Amazfit - viele Hersteller bieten inzwischen die Möglichkeit an, das Displaydesign ganz nach eigenen Geschmack zu ändern und damit die Uhr zu personalisieren. Bedauerlicherweise gibt es aber eine Menge Watchfaces, die ordentlich Strom ziehen und damit den Akku leer saugen.

Umso aufwändiger das Design ist und umso mehr Daten im Display ( Schritte, Distanz, HF, Kalorien, Wetter, Anzahl der Nachrichten usw) angezeigt werden, umso höher ist auch der Stromverbrauch.

Solltest Du also feststellen, daß seit dem letzten Wechsel des Displaydesigns der Akkuverbrauch gestiegen ist, dann entscheide Dich für ein einfacheres Watchface.

Die permanente Verbindung mittels Bluetooth zwischen Handy und Smartwatch ist ebenfalls Grund für eine kurze Akkulaufzeit. Wobei es hier schwer ist ein vernünftiges Maß zu finden, denn immerhin sind einige Funktion nur bei Koppelung mit dem Smartphone nutzbar.

Ich selbst verbinde die Uhr nur dann mit dem Handy, wenn ich unterwegs bin. Sollte Nachrichten oder Anrufe eingehen, schaue ich nur auf meine Smartwatch und muss das Telefon nicht rauskramen. Außerdem nütze ich auch gerne die auf der Uhr befindliche Steuerung für den Musikplayer. Zuhause oder im Büro wird Verbindung beendet, weil es meist ohnehin in unmittelbarer Nähe herumliegt.

Weil wir gerade von Benachrichtigungen gesprochen haben. Grundsätzlich kann man sich mittels Smartwatch über alles Mögliche benachrichtigen lassen. Egal ob es Mitteilungen via SMS, WhatsApp, Telegram, Messenger, Email oder Nachrichten von Facebook, Instagram, Twitter, genauso wie auch Infos aus News und Wetter Apps, Erinnerungen aus Kalender und To-Do Applikationen oder einfach nur Anrufe sind.

Doch auch das Abrufen und Anzeigen vieler Nachrichten auf dem Fitness Tracker kostet Einiges an Akkukapazität und daher ist es sinnvoll bei den Einstellungen zu den Benachrichtigungen nur jene Apps auszuwählen, die wirklich wichtig sind.

Das integrierte GPS benötigt ebenfalls sehr viel Energie. Nicht umsonst machen die Hersteller bezüglich der Akkulaufzeit zwei Angaben. Den herkömmlichen Uhrenmodus und den Trainingsmodus mit aktivierten GPS.

Nur Wenige wissen aber, daß es besonders bei Sportuhren die Möglichkeit gibt durch veränderte Einstellungen den Stromverbrauch zu senken. Einerseits gibt es bei manchen Modellen einen gesonderten Energiespar-Modus, bei dem in längeren Intervallen der aktuelle Standort ermittelt wird. Dadurch wird die Streckenaufzeichnung zwar etwas ungenauer, aber man spart Einiges an Akku.

Andererseits gibt es auch manchmal die Möglichkeit auszuwählen welches System man überhaupt verwenden möchte. Zum Angebot stehen meistens GPS und GLONASS, manchmal auch Galileo und Beidou. Um den Akku zu schonen, nütze, wenn möglich nur eines der angebotenen Systeme.

Pulsmessung, Blutsauerstoff und EKG

Zuletzt habe ich in einem Forum von einem User gelesen, der die Pulsmessung auf seinem Fitness Tracker deaktiviert hat umso eine längere Akkulaufzeit zu erreichen. Diese Maßnahme geht eindeutig zu weit und das solltest Du auf keinen Fall machen. Ohne permanente Messung der Herzfrequenz

  • ist eine Berechnung des Kalorienverbrauchs nicht möglich
  • kann die Intensität eines Trainings oder alltäglicher Aktivitäten nicht eingeschätzt werden
  • kann die Qualität des Schlafes nicht beurteilt werden
  • ebenso ist eine Einschätzung der Trainingsbelastung, Deines aktuellen Fitness Levels und notwendiger Erholungszeit nicht möglich

Anders gesagt, ohne ständiger Pulsmessung wären viele andere Funktionen an deinem Fitness Tracker völlig sinnlos.

Bei anderen Features wie SpO2- Messung oder EKG macht eine deutlich seltenere Verwendung durchaus Sinn hinsichtlich Stromsparen. Bei gesunden Menschen gibt es keinen vernünftigen Grund täglich mehrere Messungen der Sauerstoffsättigung im Blut oder eine EKG Messung zu machen. Wenn man sich für diese Daten interessiert, dann reichen zwei bis drei Messungen pro Wochen völlig aus um sich ein entsprechendes Bild machen zu können und schont dabei gleichzeitig den Akku.

Was, wenn die Akkulaufzeit trotzdem sehr kurz ist?

Solltest Du die oben angeführten Tipps befolgt haben und der Akku Deiner Smartwach trotzdem nur ein bis zwei Tage durchhalten, dann gibt es noch zwei mögliche Gründe dafür

      Die Software Deiner Uhr wurde durch ein Update aktualisiert und deshalb spinnt der Akku
      Dieses Phänomen ist inzwischen schon bei allen großen Marken - Garmin, Polar, Samsung oder Fitbit - zumindest schon einmal vorgekommen. Es wird ein SW-Update überspielt und plötzlich lässt die Akkuleistung stark nach. Warum das so ist, wurde bisher noch nie wirklich geklärt.
      Aber üblicherweise hilft in so einer Situation ein völliger Neustart der Uhr oder wenn das auch nichts nützt ein Reset auf die Werkseinstellungen. Mit dieser Maßnahme sollte der Akku seine üblichen Laufzeit wieder erreichen
    Der Akku ist aus irgendwelchen Gründen defekt. In diesem Fall solltest Du den Hersteller über die diversen Supportadressen kontaktieren. Üblicherweise reagiert man zumeist sehr kulant und das Gerät wird rasch und unkompliziert ausgetauscht.

Moderne Fitness Tracker und Smartwatches bieten inzwischen eine breite Palette an verschiedenen Funktionen an. Gleichzeitig ist das Platzangebot in den Uhrengehäusen sehr beschränkt, weshalb auch nur entsprechend kleine Akkus verbaut werden können. Umso beachtlicher ist es, daß aktuelle Modelle trotzdem durchschnittlich drei Tage durchhalten, ohne an das Ladekabel gehängt werden zu müssen.