First things first - Frühstücken oder nicht?

Von Frischundknackig
Viele Menschen reagieren erstaunt, wenn ich erzähle, was ich am Tag schon alles gegessen habe, insbesondere wenn es erst Mittag ist. Eine Freundin von mir erzählte mir neulich, zu Schulzeiten habe sie meist erst gegen fünfzehn Uhr etwas gegessen. Jetzt sei sie immerhin schon so weit, dass sie um zwölf Uhr etwas essen könne.
Heutzutage ist es keine Seltenheit mehr, wenn man das Frühstück weglässt. Das kann ganz verschiedene Gründe haben. Die einen können morgens nichts frühstücken, andere drehen sich stattdessen lieber einmal mehr im Bett herum und wieder andere nutzen die Disziplin am Morgen, um wenigsten dann Kalorien einzusparen. Aber was macht das mit unserem Körper? Und wie kann man diese Gewohnheit ändern?
Wer schon einmal Kalorien gezählt hat, weiß, dass der Körper einen gewissen Grundumsatz hat. Das sind die Kalorien, die er verbraucht, wenn wir uns nicht bewegen, also ruhig z.B. im Bett liegen und nur atmen, unser Herz schlagen lassen und alle anderen wichtigen Körperfunktionen aufrecht erhalten. Das heißt, unser Körper verbrennt auch Energie, wenn wir schlafen. Der Unterschied zu sonst ist aber, dass die Nacht meist der größte Zeitraum ist, in dem wir keine Energie aufnehmen, also essen. Wenn wir morgens aufwachen, ist es also wichtig, dass wir die Energiespeicher des Körpers wieder füllen.
Unsere leeren Energiespeicher sind aber nicht der einzige Grund, warum man frühstücken sollte. Gerade wer noch lernt, also in die Schule oder Uni geht, braucht dringend ein Frühstück. Denn unser Gehirn verbraucht einen sehr großen Anteil der Energie, insbesondere wenn von ihm viel Denkleistung verlangt wird.
Das Frühstück hat aber auch noch Folgen auf den weiteren Verlauf unserer Mahlzeiten. Es gibt unserem Körper den Anstoß, den Stoffwechsel höher zu fahren und sorgt somit dafür, dass er wieder Energie verbrennt. Außerdem wurde mittlerweile nachgewiesen, dass Menschen, die nicht frühstücken, ein größeres Risiko zum Übergewicht haben. Der Grund dafür ist, dass der Körper den Energieverlust durch die lange Zeit ohne neue Energie, durch Heißhungerattacken später am Tag wieder ausgleicht.
Aus diesen Gründen sollten wir morgens also frühstücken. Am besten ist es, wenn wir uns ein ausgeglichenes Frühstück gönnen. Studien zeigen zwar, dass ein hoher Proteingehalt des Frühstücks beim Abnehmen helfen kann, aber auch komplexe Kohlenhydrate sollten im Frühstück nicht fehlen, um uns lang satt zu halten. Ideal ist natürlich, wenn man auch schon das erste Obst oder Gemüse zum Frühstück isst.
Wer Schwierigkeiten mit dem Frühstücken hat, kann es mit verschiedenen Methoden versuchen. Zum einen muss man nicht direkt nach dem Aufwachen frühstücken. Die positiven Effekte des Frühstücks lassen sich nachweisen, wenn man innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufstehen isst. Das erste Frühstück kann auch ganz klein sein, wie ein halber Apfel oder eine Banane. Dafür wird dann nach ein paar Stunden ein größerer Snack verzehrt. Oft können Nicht-Frühstücker auch viel mit Smoothies anfangen, denn hier müssen sie nichts kauen und die Verdauung ist schon vorbereitet. Wer morgens wirklich gar nichts runter bekommt, sollte wenigstens ein großes Glas Wasser trinken, denn der Körper entleert über Nacht auch die Flüssigkeitsspeicher. Das ist insbesondere wichtig, wenn man den Tag sonst mit Tee oder Kaffee beginnt - die wirken nämlich zusätzlich entwässernd.
Bildquellen: kai Stachowiak, Tim Reckmann  / pixelio.de, eigenes Bild