FILM/TV. Miss Marple, wie sie keiner kennt

FILM/TV. Miss Marple, wie sie keiner kennt
Von Günter Verdin
Agatha Christie stellte sich ihre Amateurdetektivin Miss Marple als eine hochgewachsene und zerbrechliche ältere Lady vor. Dementsprechend entsetzt soll sie gewesen sein, als sie im Kino Margaret Rutherford in dieser Rolle sah. Wie Augenzeugen berichten (und unsere Augen bezeugen) war die britische Schauspielerin nicht schön, aber charmant , und ein wenig schrullig wird sie auch gewesen sein wie ihre eulenschlaue, betuliche und scharf kombinierende Miss Marple. Unendlich zoegerlich verhalten sich auch die Filmemacher Rieke Brendel und Andrew Davies in ihren Ermittlungen fuer die Dokumentation "Die wahre Miss Marple - Der Fall Margaret Rutherford" (ARTE). Der Film über das reichlich verworrene Leben der Schauspielerin, die spät, erst mit 53 Jahren geheiratet hat und mit 70 erst richtig berühmt wurde, will nicht so recht in Schwung kommen. Die Anekdoten, die betagte Zeitgenossen der Rutherford aus ihrer Erinnerung  kramen, sind  leicht abgehangen und nicht wirklich lustig, genau so wenig wie die Idee der Filmemacher, die Namen der Interviewten mit aus Zeitungsartikeln geschnittenen Buchstaben zusammenzusetzen. Wirklich lustig war aber auch das Leben der Rutherford nicht: ihr Vater erschlug seinen Vater mit einem Nachttopf (!) und wurde als geisteskrank weggesperrt; ihre Mutter erhängte sich in Indien. Margaret selbst war  hochgradig manisch-depressiv. Da half es auch nichts, dass sie spät aber doch fuer ihre Nebenrolle im Spielfilm "Hotel International "("The V.I.P.s",1963) mit dem Oscar und dem Golden Globe Award ausgezeichnet wurde.
Agathe Christie und Margaret Rutherford sind übrigens gute Freundinnen geworden. Sie wurden beide von der Queen geadelt, aber das kam, wie eigentlich alles im Leben der Margaret Rutherford zu spät. "Sie war eine britische Institution", sagt einer der Augenzeugen, " wenn sie sich  geschnitten hätte, dann hätte sie wahrscheinlich Tee geblutet."


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