Filmkritik zu "Sucker Punch"

Filmkritik zu ‘Sucker Punch’

Regisseur Zack Snyder konnte mit der 2006er Graphic-Novel Verfilmung ‚300’ zum ersten Mal richtig auf sich Aufmerksam machen. Er inszenierte damals die epische Schlacht zwischen Sparta und Persien in beeindruckenden Bildern. Auch Folgefilme wie ‚Watchmen’ oder ‚Die Legende der Wächter’ waren zwar nicht unbedingt die erwarteten Erfolg an den Kinokassen, aber visuell immer höchst ansprechend. Mit seinem neuesten Film ‚Sucker Punch’ wagt sich der Regisseur zum ersten Mal an Material, das nicht auf einer Graphic-Novel oder einem Roman basiert, sondern nur dem Kopf von Snyder entsprungen ist. Aber erneut darf man sich auf einen Augenschmaus freuen.

Aber Visualität ist nicht alles, auch die Handlung sollte stimmen: In ‚Sucker Punch’ geht es in erster Linie um Baby Doll, die man gegen ihren Willen eingesperrt hat. Aber sie will nicht einfach aufgeben – sie will um ihre Freiheit kämpfen. Gemeinsam mit den vier Mädels Rocket, Blondie, Amber und Sweet Pea beginnt der Aufstand. Dieser gestaltet sich mit Widersachern wie Samurais, Zombies, Robotern und Feuerdrachen recht fantasievoll.

 

Filmkritik zu ‘Sucker Punch’

Abbie Cornish

Mehr kann man zur Handlung allerdings nicht unbedingt sagen. Vielmehr fällt man dann wieder zurück auf das Thema der visuellen Darstellungsweise, die mit ‚Sucker Punch‘ nahtlos an vorherige Werke anknüpft. Dabei wandelt der Regisseur dieses Mal nicht durch eine Kriegsszenerie in Sparta oder New York in einer alternativen Realität, sondern gleich durch ein Pottpüree von Epochen und Filmgenres. Sei es der erste Weltkrieg, der Nachfolger oder Vietnam, sei es ein ‚Herr der Ringe‘ oder ‚Der kleine Hobbit‘ Exkurs, Science-Fiction Szenarien oder eine Irrenanstalt Mitte der 50er Jahre – irgendwo wurde alles, was man so kennt, noch einmal im Snyder-Style aufbereitet. Diese Mash-Up Herangehensweise soll wohl der Grundtenor des Filmes sein. Auch auf der musikalischen Ebene wird mit Cover-Versionen, Remixen und eben Mash-Ups gearbeitet. So darf Hauptdarstellerin Emily Browning Songs wie ‚Sweet Dreams‘ von den Eurythmics und ‚Asleep‘ von den Smiths ins Mikrofon trällern. Ein Mash-Up der Queen-Songs ‚I Want It All‘ und ‚We Will Rock You’ unterstreicht dann noch einmal das Zusammenmixen der Ideen, Fetzen, Dialogzeilen und Musikstücke. Leider funktioniert diese Patchwork-Filmarbeit nicht so, wie man es sich gewünscht hätte.

 

Filmkritik zu ‘Sucker Punch’

Jamie Chung & Vanessa Hudgens

Hinter seinen Bildern kann Zack Snyder sich nicht mehr verstecken. Die sind inzwischen altbekannt. Natürlich bekommt der Zuschauer wieder schöne Poster-Motive vorgesetzt, unterlegt mit dazu passender Musik – wenn auch viel zu laut abgemischt. Aber da macht es sich der Filmemacher zu einfach. Denn der wichtigste Aspekt des Filmes wird vernachlässigt: Eine Handlung ist eigentlich gar nicht vorhanden. Der Zuschauer begleitet Emily Browning in der Rolle der Baby-Doll durch bunte, actionreiche Videospiel-Sequenzen. Es wird geprügelt, gekämpft, eine schöne Choreographie abgespult und am Ende bleibt ein großes Fragezeichen stehen, warum all das überhaupt relevant sein sollte? Nebenbei lernt sie noch vier weitere Figuren kennen. Dem Zuschauer wird das nicht gegönnt, für ihn werden Amber, Blondie und die Geschwister Rocket und Sweet Pea farblose Randerscheinungen bleiben. Oder Eye Candy, wenn man die knapp bekleideten Mädels so nennen möchte.

Diese nicht vorhandene Handlung wird dann auch noch über drei Realitätsebenen gezogen, als hätte Snyder bereits lange vor seiner Kooperation mit Christopher Nolan für den bevorstehenden Neustart von ‚Superman‘ die Köpfe zusammengesteckt. Wo in ‚Inception‘ aber noch eine nachvollziehbare Struktur geliefert wurde, ist in ‚Sucker Punch‘ irgendwann der Fokus verloren gegangen. Der Zuschauer kann versuchen den Film unterhaltsam zu finden. Er kann auch versuchen den Sub-Text zu lesen und mit all dem Kriegsgehabe und popkulturellen Referenzen zu arbeiten, um dem Film seine Legitimation zwanghaft aufzudrücken. Einfacher ist es aber, sich damit abzufinden, dass Zack Snyder hier einfach einen schlechten Film präsentiert.

Denis Sasse


Filmkritik zu ‘Sucker Punch’

‘Sucker Punch‘

 

Originaltitel: Sucker Punch
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Produktionsland, Jahr: USA, 2010
Länge: ca. 109 Minuten
Regie: Zack Snyder
Darsteller: Emily Browning, Abbie Cornish, Jena Malone, Vanessa Hudgens, Jamie Chung, Carla Gugino, Oscar Isaac, Jon Hamm, Scott Glenn

‘Sucker Punch‘ läuft ab dem 31. März 2011 in den deutschen Kinos.


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