Filmkritik zu ‘Captain America: The First Avenger’

Deutsche ‚Superman‘-Fans werden sich die Haare gerauft haben, als sie zum ersten Mal den Trailer zu ‚Captain America‘ sehen durften, der hierzulande als „der erste Superheld“ beworben wurde. Das ist natürlich alles andere als die Wahrheit. Der Schildtragende Held, der sich hauptsächlich gegen die Nazis und Red Skull behaupten muss, ist nicht der erste Superheld, sondern der erste Rächer – The First Avenger. Eine klare Anspielung auf Joss Whedons Multi-Superhelden-Film ‚The Avengers‘, der im kommenden Jahr auf die Leinwände gebracht und neben Captain America auch Iron Man, Hulk, Thor, Hawkeye und Black Widow auf der Leinwand vereinen soll. Mit Joe Johnstons ‚Captain America: The First Avenger‘ kommt am 18. August aber erst einmal das letzte Puzzlestück zum großen Ganzen in die deutschen Kinos.

Der Film versetzt uns zurück ins Europa zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. Der junge Steven Rogers (Chris Evans) ist fest entschlossen, sein Land im Kampf um Frieden und Freiheit zu unterstützen, doch seine Körperkraft reicht für den gefährlichen Kriegseinsatz nicht aus. Unbeirrt stellt er sich nach seiner Ausmusterung für eine mysteriöse Versuchsreihe zur Verfügung. Das „Super-Soldier“-Programm macht aus dem unscheinbaren Mann eine unschlagbare menschliche Waffe: Captain America. Kaum ist der neue Kriegsheld auf dem umkämpften Kontinent angekommen, steht ihm die bisher größte Prüfung seines Lebens bevor: Der Kampf gegen Nazi-Agent Red Skull (Hugo Weaving), der als absolut unbesiegbar gilt. Um ihn zu stoppen, muss Captain America sich selbst opfern.

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Hugo Weaving

Auf diese Rolle hat sich Hauptdarsteller Chris Evans lange vorbereitet und er scheint aufgrund seiner Filmografie die perfekte Wahl für das rot-weiß-blaue Kostüm des Captain America gewesen zu sein. Zuletzt hat man Evans in ‚Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt‘ und in ‚The Losers‘ gesehen, beides Comicverfilmungen, davor in ‚Push‘, wo er mit Superheldenkräften ausgestattet, von der Regierung gejagt wird, die diese Kräfte militärisch nutzen möchte. Außerdem durfte er bereits Erfahrungen im Marvel Universum machen, als er 2005 und 2007 in den beiden Verfilmungen zu der Superheldengruppierung ‚The Fantastic Four‘ als Human Torch Johnny Storm zu sehen war. Aber all diese Filme können als Schnupperkurse betrachtet werden, wenn man die Leistung von Chris Evans in ‚Captain America: The First Avenger‘ betrachtet. Regisseur Joe Johnston hat das Beste aus dem Schauspieler herausgeholt, der mit einer guten Portion Patriotismus, Mut und Selbstlosigkeit zu dem Titelhelden wird, der in Comicform bereits seit 1941 existiert, wo er von den Zeichnern Jack Kirby und Joe Simon erschaffen wurde.

Die besten Drehbuchzeilen bleiben trotzdem den Nebendarstellern vorbehalten. Mit Ausnahme einer szenischen Collage, in der Captain America als Comicheld, Bühnenshow und Comedy-Nummer verkauft wird, bleibt Chris Evans Rolle größtenteils ernst, was im Angesicht der Nazi-Problematik sicherlich auch keine falsche Entscheidung war. Dafür hat man Stanley Tucci als deutschen Überläufer und Wissenschaftler, der für das „Super-Soldier“-Projekt verantwortlich ist und vor allem Tommy Lee Jones, der als grantiger alter Offizier immer einen sarkastischen Spruch parat hat und damit für die meiste Unterhaltung sorgt. Den Ober-Deutschen darf dann Hugo Weaving in Form von Red Skull spielen, der mit seiner Darstellung einmal mehr ein zuverlässiges Schauspiel abliefert und Captain America einen ebenbürtigen Gegner.

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Hayley Atwell

Am Ende des Filmes wird dann allerdings auch schnell klar, dass wir hier nur die Entstehungsgeschichte von Captain America erleben durften um dann mit einer Szene klar zu machen, dass es sich ebenfalls wieder nur um den Aufbau einer Geschichte für den kommenden ‚The Avengers‘ Film gehandelt hat. Hier ist das allerdings weitaus ertragbarer – sogar eher unterhaltsam – als es noch bei ‚Iron Man 2‘ der Fall war, der als Einzelfilm gescheitert ist. Wo sich ‚Captain America‘ außerdem von seinen Kollegen ‚Hulk‘, ‚Thor‘ und ‚Iron Man‘ abgrenzt, ist der Einsatz von Spezialeffekten. Natürlich kommen diese zum Einsatz, bleiben aber dezent im Hintergrund oder werden gar so in Szene gesetzt, dass man sie nicht weiter bemerkt. Beeindruckend wurde der Kopf von Chris Evans auf ein Körperdouble gesetzt, so dass er zu Beginn des Filmes als schmächtiger kleiner Kerl zu sehen ist, der sich erst mit der Injektion des Super-Soldaten-Serums in den muskelbepackten amerikanischen Helden verwandelt.

Es schwingt ein Hauch von Indiana Jones mit, wenn man sich die Atmosphäre betrachtet, die in ‚Captain America: The First Avenger‘ erzeugt wird. Regisseur Joe Johnston hat hier seine Erfahrungen in der Erschaffung einer solchen Umgebung aus seinem 91er Film ‚The Rocketeer‘ genutzt, bei dem es sich um einen Superhelden des Jahres 1938 handelt. Dank seiner Atmosphäre, seiner Schauspieler und des angemessenen Drehbuchs darf sich der Auftritt des ersten Rächers gerne als erfolgreichste Marvel-Verfilmung seit dem ersten ‚Iron Man‘-Film betrachten. Und wie für Marvel üblich, darf der Zuschauer sich auch nach dem Abspann wieder auf ein kleines Bonbon freuen. In diesem Fall nicht auf eine zusätzliche Szene, denn hier wird der Auftritt von Samuel L. Jackson als Nick Fury bereits am Ende des regulären Filmes gezeigt, sondern auf einen ersten Teaser auf Joss Whedons ‚The Avengers‘, dessen Startdatum – der 26. April 2012 – sich jeder Marvel Fan schon einmal rot im Kalender anstreichen sollte.

Denis Sasse

Filmkritik zu ‘Captain America: The First Avenger’

‘Captain America: The First Avenger‘

Originaltitel: Captain America: The First Avenger
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Produktionsland, Jahr: USA, 2011
Länge: ca. 125 Minuten
Regie: Joe Johnston
Darsteller: Chris Evans, Hayley Atwell, Sebastian Stan, Tommy Lee Jones, Hugo Weaving, Dominic Cooper, Stanley Tucci, Toby Jones, Neal McDonough

Deutschlandstart: 18. August 2011
Offizielle Homepage: captainamerica.marvel.com/


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