Filmkritik: WANTED

Filmkritik: WANTEDDas Schicksal meint es mal wieder gut: Beim Belohnungs-Shoppen nach der Hausarbeitsabgabe ist mir die Wanted-DVD billig in die Hände gefallen. Klasse. Wanted ist nämlich genau die Art Film, die man braucht, wenn man seinen Kopf gerade durch zahlreiche Prüfungen und Hausarbeiten gequält hat: Hirn ausschalten und Spaß haben. Und nebenbei James McAvoy ansabbern. Mit Bonus-Marc-Warren. Achja, und Angelina Jolie. Nur auf vernünftige Handlung muss man halt verzichten, weil die Comic-Vorlage von Mark Millar (Kick-Ass) ziemlich abgeändert wurde…

Regisseur: Timur Bekmambetov
Drehbuch: Michael Brandt, Derek Haas, Chris Morgan (nach Comic-Vorlage von Mark Millar)
Musik: Danny Elfman
Darsteller: James McAvoy, Angelina Jolie, Morgan Freeman, Thomas Kretschmann, Marc Warren
Erscheinungsjahr: 2008

STORY
Wesley (James McAvoy) lebt ein langweiliges Leben mit ödem Bürojob und untreuer Freundin. Bis er sich in einer Schießerei wiederfindet, und ihm eine schöne Fremde (Angelina Jolie) eröffnet: Er ist der Sohn eines Mitglieds eines Geheimbunds von Killern unter der Führung von Sloan (Morgan Freeman), die das Gleichgewicht in der Welt durch Attentate wahren. Sein Vater wurde aber gerade selbst ermordet, und Wesley soll ihn nun rächen.

REVIEW
Ja, die Story ist ziemlicher Müll. Man muss schon kichern, wenn in der Einleitung erklärt wird, dass dieser Attentäterkult aus einer Gruppe von Webern entstanden ist… Weber, die spontan beginnen, Leute umzubringen? Ist euch nichts bedrohlicheres eingefallen? Und wenn dann Morgan Freeman mit Filmkritik: WANTEDfeierlicher Stimme das „Loom of Fate“ erklärt, ist man eh nur noch am Lachen – zum Teil, weil jemand wie ich da natürlich sofort an das LucasArts-Spiel Loom denken muss (und das hilft der Stimmung nicht gerade), und zum Teil halt einfach, weil die Idee, dass sich eine Killergemeinde nach dem Webstuhl des Schicksals richtet, einfach unglaublich albern ist.
Und auch über die alberne Grundlage hinaus ist die Handlung nicht sonderlich aufsehenerregend: Junger Mann lebt langweiliges Leben, entdeckt seine tatsächliche Herkunft, trainiert, um seinen Vater rächen zu können, und tut das schließlich auch. Plus ein ganz netter Twist vorm Finale, der immerhin einiges besser macht.

Aber man guckt Wanted jetzt auch nicht wegen der Story. Sondern wegen den kreativ choreographierten Actionszenen, der gekonnt stilisierten Gewalt und anderen schicken visuellen Einfällen, mit denen der Film einFilmkritik: WANTED rasantes Tempo einschlägt und einfach richtig gut unterhält. Und erstaunlicherweise funktionieren sogar die Fight Club Anleihen ganz gut.

Wie regelmäßige Leser hier vielleicht wissen: Ich bin kein besonders geeigneter Zuschauer für Actionfilme, weil ich immer ein Problem damit habe, wenn beim Zerstörungszug der Helden durch die Handlung unbeteiligte Menschen sterben. Und Wanted ist einer dieser Filme, wo massenhaft unschuldige Leute am Rande der Actionszenen sterben – und das den Protagonisten nicht mal eine Erwähnung wert ist. Trotzdem hält sich hier mein Unbehagen darüber ein wenig in Grenzen, weil die Protagonisten ja tatsächlich ruchlose Killer sind, die es zu ihrem Job gemacht haben, Leute umzubringen von denen sie rein gar nichts wissen – es wird also zumindest nicht versucht, die Verantwortlichen für die ganzen gestorbenen Zivilisten als strahlende Helden hinzustellen (was andere Filme ja schon machen).

Filmkritik: WANTED

Natürlich führt das aber wieder zu einem Problem: Wir haben nur recht unsympathische Antihelden. Selbst mit Wesley fiebert man nur bedingt mit, und man hat nicht das Gefühl, dass man seinen Tod groß betrauern würde.

James McAvoy gibt einen ziemlich untypischenActionheld ab, aber das passt hier sehr gut. Er ist zu Beginn der perfekte langweilige Verlierertyp, und wird schließlich zu einem Helden, dem man die Schießorgien abnimmt, der aber dabei auch irgendwie glaubhaft bleibt und nicht zum Muskelmonster verkommt.

Und auch der Rest der Cast überzeugt: Angelina Jolie kann hier vielleicht nicht ihr ganzes Schauspieltalent ausreizen,Filmkritik: WANTED aber sie hat sichtlich Spaß an der Rolle, Morgan Freeman spielt solche „weiser Mentor“-Rollen eh schon im Schlaf perfekt, und auch bei den kleineren Rollen gibt es viel Grund zur Freude: Marc Warren hat einige ziemlich nette Szenen mit McAvoy, und Thomas Kretschmann sieht man doch auch immer gern.

Wer in der Lage ist, über die alberne Story hinwegzusehen und sich auf Optik, Action und die Schauspieler konzentrieren kann, dem kann man Wanted durchaus empfehlen.


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