Filme ohne Farbe: STEAMBOAT WILLIE (1928) von Ub Iwerks

Nachdem Walt Disney den 1927er Der Jazzsinger gesehen hatte, wollte er unbedingt einen Cartoon mit Sound produzieren. Wir befinden uns am Ende der Stummfilmzeit und Der Jazzsinger bringt zum ersten Mal nicht nur Ton, sondern auch in einzelnen Szenen lippensynchrone Sprache in den Film. Walt Disney erschafft gemeinsam mit Ub Iwerks Mickey Mouse, der die Ablöse für Oswald den lustigen Hasen sein soll. Obwohl Mickey schon in zwei früheren Filmen auftreten durfte (Plane Crazy & Der galoppierende Gaucho), gilt Steamboat Willie 1928 als das Debüt an der Seite von Minnie Mouse und Holzbein Pete, in Deutschland eher als Kater Karlo bekannt.

In Steamboat Willie steuert Mickey ein Dampfschiff und lässt uns glauben, er sei der Kapitän an Bord. Aber nur solange bis Pete auftaucht und klar macht, dass er hier das Kommando hat. Er steuert das Schiff zu Podunk Landing, wo Mickey als Schiffsjunge verschiedenstes Nutzvieh an Bord holen muss. Aber auch Minnie Mouse stößt als Passagierin auf das Dampfschiff. Sie hat ihre Gitarre und Notenblätter dabei. Und schon finden sich Mickey und Minnie mitten beim fröhlichen Musizieren wieder.

Filme ohne Farbe: STEAMBOAT WILLIE (1928) von Ub Iwerks

Steamboat Willie

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Kater Karlo – oder Holzbein Pete – macht Mickey nur Stress.

Und so wurde Steamboat Willie zum ersten Disney Cartoon, der mit Soundeffekten und einem musikalischen Score unterlegt wurde. Walt Disney wusste von Beginn an, dass im Tonfilm die Zukunft des Business liegen würde, so hat er es sich auch nicht nehmen lassen, in seinem ersten Sound Cartoon – wie er hier genannt wird – selbst die Vertonung von Mickey, Minnie, Pete und einem Papagei zu übernehmen, während die Musik von Wilfred Jackson (späterer Regisseur von Cinderella, Alice im Wunderland, Peter Pan sowie Susi und Strolch) und Bert Lewis arrangiert wurde.

Steamboat Willie ist der Film, aus dem vermutlich jeder schon einmal eine Szene gesehen hat. Wenn Mickey dort an Bord des Dampfschiffes steht und am Steuerrad fröhlich am pfeifen ist, dann ist das ein Bild, das ebenso relevant und bekannt ist, wie das Disney-Schloß selbst. Es steht als sich bewegendes Symbol für den Disney-Konzern und als Erinnerung daran, wo die Reise einst begonnen hat.

Nicht nur hören wir Mickey pfeifen, auch das Knarzen des Steuerrads oder das aufbrausende Zischen der kleinen Schornsteine, die als Dreier-Kombo auf dem Dach des Schiffes für Stimmung sorgen, zeigen von Beginn an, wie musikalisch sich Steamboat Willie zeigen möchte. Später kommt eine Ziege hinzu, die das Notenblatt von Minnie Mouse verschluckt. Das Tier wird kurzerhand zur Jukebox umfunktioniert, aus der sich die Noten in die Luft erheben und Mickey zum tanzen animieren.

Ab diesem Moment wird alles zum Musik-machen genutzt, was auffindbar ist. Andere Tiere müssen herhalten – ein Schwein wird zur Ziehharmonika, die Zähne einer Kuh zum Xylophon. In der Küche liegen ebenso ausreichend Utensilien parat, auf denen und mit denen Mickey Mouse seiner fröhlichen Musiker-Seele nachkommen kann. In seinen acht Minuten zeigt sich Steamboat Willie als überaus Sound-lastiger und gut durchdachter, Spaß machender Kurzfilm.

Filme ohne Farbe: STEAMBOAT WILLIE (1928) von Ub Iwerks

Steamboat Willie

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Eine Ziege wird zur Jukebox und Mickey und Minnie haben ihren Spaß.

Hier ist denn auch der Begriff des “Mickey Mousing” entstanden, der – wie wir es in Steamboat Willie und vielen weiteren Cartoons aus dem Hause Disney kennen – Sound mit Handlung synchron ablaufen lässt. Bewegungen werden der Musik angepasst. Man nehme nur den Treppenaufstieg einer Figur, während im Hintergrund die Musik die Tonleiter hinauf klettert.

Wenn wir heute auf Disney schauen, sehen wir nicht nur die bunten, computeranimierten und oftmals ziemlich emotional-wunderschönen Animationsfilme, sondern auch Marken wie Star Wars, wie das Marvel Cinematic Universe, die Muppets, Pixar Animations und was auch immer der Deal mit dem 20th Century Fox-Filmstudio noch bringen wird. Aber wie sagte Walt Disney einst: “I only hope that we don’t lose sight of one thing – that it was all started by a mouse.” Und das ist doch wohl ziemlich unglaublich.


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